Hinrichtungen 2013: min. 778 plus 'Tausende' in China

Debbie Milke

Die gebürtige Berlinerin Debbie Milke wurde im Jahr 1991 wegen Mordes an ihrem damals 4-jährigen Sohn Christopher zum Tode verurteilt.

Einer der Ermittler behauptet, sie habe den Mord an Ihrem Sohn ihm gegenüber gestanden. Beweise hierfür gibt es - außer der Aussage des Mannes - nicht. Auch die unterschriebene Erklärung zu ihrem Aussageverweigerungsrecht fehlt.

Und Debbie Milke kämpft seither darum, ihre Unschuld zu beweisen.

Im folgenden ein Text von Renate Janka, der Mutter von Debbie Milke:

Die  Homepage Debbiemilke.com berichtet ausführlich über das Drama. Verifizierte Aussagen, Gerichtsprotokolle, Vernehmungen, Briefe, Dokumente, Urteile etc. sind darin enthalten.  

Entscheidend ist das sogenannte Protokoll des Detective Armando Saldate. Seine Vernehmung dauerte ca. 30 Minuten, der Bitte um einen Anwalt wurde nicht entsprochen –ohne Zeugen, ohne Tonbandaufnahme.

Sein Protokoll, ohne Anerkennung oder Unterschrift wurde als Geständnis gewertet. Die Richterin ließ dieses Traktat zu. Es wurde zur Grundlage des Prozesses 1990 und führte zur Verurteilung. Saldate war kurz vor dem Ausscheiden nach 21 Jahren Polzeidienst; er kandidierte zum Friedensrichter, fälschte seine Adresse und brauchte unbedingt einen sensationellen Fall – die Debbie war gut genug dafür. Ein Lügendetektortest, der eindeutig für Debra sprach wurde von der Richterin nicht anerkannt, da er im Gefängnis stattfand.

Die Berufung bekam die gleiche Richterin auf den Tisch – abgelehnt.

Inzwischen wurde die Polizeikarriere Saldates von Studenten der Lawschool untersucht. Zutage kam erschreckendes: Saldate hatte als Polizist einer Frau angeboten, für sexuelle Handlungen ein Verkehrsticket verschwinden zu lassen. Er leugnete, nach einem Lügendetektortest gestand er. 5 Tage Suspendierung vom Dienst.

Bei seinen Ermittlungen fanden sich 19 Fälle, in denen er Geständnisse erfunden, erlogen, oder erpresst hatte.

Trotzdem – in einer weiteren Berufungsverhandlung spielte dies auch keine Rolle, Debras Todesurteil wurde bestätigt.

Ein Appeal blieb acht Jahre in der Schublade eines District Judges in Arizona liegen. Die Ablehnung war fast eine zusammengefasste Kopie der vergangenen Urteile.

Die Eingabe an den 9th Circuit of Appeal in San Francisco brachte zunächst eine mündliche Anhörung der Staatsanwaltschaft Arizona und unserer Anwälte.

Es wurde festgestellt, dass nirgendwo festgehalten ist, dass Debra auf ihr Recht auf einen Anwalt verzichtet hat – kann auch nicht, Sie hat niemals darauf verzichtet.

Ein Evidantiary Hearing im Jan. 2010 in Phoenix wurde durch den gleichen District Judge Broomfield durchgeführt. Die Staatsanwaltschaft Arizona sollte beweisen, dass D. auf ihre Rechte verzichtet hat. Dies konnte zu keiner Phase bewiesen werden. Dessen ungeachtet beharrt Broomfield auf seinen Erkenntnissen.

Die endgültige Entscheidung liegt nun beim 9th Circuit. Wir warten, wir hoffen, wir glauben immer noch an Gerechtigkeit.

Renate Janka, Mutter von Debbie

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