|
|
| Brieffreundschaft gesucht! |
weiter zu den Brieffreundschaftsgesuchen
| Hinweis
|
Wenn wir uns
gegen die Todesstrafe und für zum Tode Verurteilte
einsetzen, bedeutet das nicht, dass wir Verbrechen
entschuldigen oder bagatellisieren wollen oder dass
wir der Meinung wären, Verbrechen sollten nicht
bestraft werden.
Auch identifizieren wir uns nicht in jedem Fall mit
den von den Gefangenen veröffentlichten Darstellungen
und übernehmen für deren Richtigkeit keine
Gewähr.
Jeder, der in Erwägung zieht, sich gegen die
Todesstrafe zu engagieren und eventuell einen Briefkontakt
zu einem Gefangenen aufzubauen, sollte bedenken, dass
die Gefangenen nicht nur Opfer einer gnadenlosen Justiz
sondern in den meisten Fällen auch Täter
sind, die zum Teil grausame Straftaten begangen haben.
Wir sind allerdings der Meinung, dass Strafe immer
die Chance zur Besserung beinhalten muss, dass kein
Mensch endgültig aus der menschlichen Gemeinschaft
ausgeschlossen werden darf und kein Staat das Recht
hat, einen Menschen vorsätzlich zu töten.
Gefangene, die durch die Todesstrafe bedroht sind,
brauchen Unterstützung und Hilfe. Sie brauchen
Menschen, die in ihnen nicht nur den Täter und
die Tat sehen, sondern die sie spüren lassen,
dass - wie schrecklich ihre Tat auch war -sie doch
immer Mitglieder der menschlichen Gemeinschaft bleiben.
Wer eine Brieffreundschaft mit einem zum Tode Verurteilten
beginnt, sollte sich darüber im klaren sein,
dass der Gefangene vielleicht irgendwann hingerichtet
wird, was ein grosser Schock sein kann, besonders
wenn sich nach längerer Bekanntschaft und eventuellen
Besuchen eine persönliche Freundschaft und emotionale
Bindung ergeben hat.
Wer eine Brieffreundschaft mit einem Todestraktinsassen
eingeht, sollte jede Instrumentalisierung dieser Beziehung
für eigene Zwecke unterlassen.
Aus welchen Gründen eine Brieffreundschaft aufgenommen
wird und welchen Verlauf sie nimmt ist Privatsache
der Beteiligten. Als gemeinnütziger Verein, zu
dessen Aufgabengebiet auch seriöse Gefangenenfürsorge
gehört, möchten wir aber deutlich machen:
Unserer Auffassung nach sollte immer die Hilfe für
den Gefangenen im Vordergrund stehen. |
|
Hinweis für Jugendliche
|
Immer wieder erreichen uns Anfragen von Jugendlichen, die gern eine Brieffreundschaft mit einem Menschen im Todestrakt anfangen möchten.
Da es sich unser Verein zur Aufgabe gemacht hat Brieffreundschaften mit Todestraktinsassen zu vermitteln , um den Gefangenen eine Hand zu reichen, sie emotional zu stabilisieren und Menschlichkeit in ihren entmenschlichten Alltag zu bringen, begrüßen wir grundsätzlich das Interesse, sich mit dem Thema Todesstrafe ernsthaft auseinanderzusetzen und die Bereitschaft, sich für die Betroffenen zu engagieren..
Aus den folgenden Gründen möchten wir allerdings minderjährigen Interessenten die Aufnahme einer Brieffreundschaft mit Gefangenen im Todestrakt nicht empfehlen:
a) Den Gefangenen ist es
z.T. untersagt, an Minderjährige, die nicht mit ihnen verwandt sind, ohne ausdrückliche und nachweisbare Zustimmung der Eltern zu schreiben. Ansonsten können dem Gefangenen große Probleme enstehen (u.U. sogar Haftverschärfung).
b) Wer an an einen Todestraktinsassen schreibt, sollte bedenken, dass die Männer und Frauen im Todestrakt oftmals kaum Kontakte nach draußen haben und daher wesentlich stärker als ein Mensch in Freiheit an den wenigen Kontakten hängen, die sie haben. Überlegen Sie es sich bitte gut, ob Sie es wirklich durchhalten können, den Frauen/Männern über Jahre hinweg (auch wenn es vielleicht irgendwann auch unbequem sein sollte, andere Interessen aufkommen oder der Partner/die Partnerin dagegen sein sollte) zu schreiben.
c) Die Todestrakte in den USA sind in keiner Weise mit den Gefängnissen in Deutschland zu vergleichen und das, was die Gefangenen tagtäglich erleben, ist absolut nicht menschenwürdig. Wenn Sie sich mit jemandem anfreunden, werden Sie sicherlich einige Dinge zu lesen bekommen, die sehr belastend sind. Auch damit müssen Sie umgehen können ...
d) Viele Gefangene freuen sich ehrlich über jeden Kontakt nach draußen und behandeln ihre Brieffreunde mit Achtung und Respekt. Leider kommt es aber auch vor, dass Gefangene versuchen, ihre Brieffreunde zu manipulieren und auszunutzen. Wenn man das Pech hat, an so einen Menschen zu geraten, dann muss man in der Lage sein, dies zu erkennen..
Wir möchten Jugendliche, die sich für Menschenrechte und gegen die Todesstrafe engagieren wollen, ausdrücklich dazu ermutigen dies zu tun.
Eine Möglichkeit für Schüler ist z.B. der Aufbau einer Anti-Todesstrafen AG an ihrer Schule (Beispiel siehe hier ) oder die Mitarbeit in einer Menschenrechtsorganisation.
Das Einverständnis eines Erziehungsberechtigten vorausgesetzt bietet natürlich auch die "Initiative gegen die Todesstrafe e.V." vielfältige Möglichkeiten der Mitarbeit für interessierte Jugendliche an.
|
weiter zu den Brieffreundschaftsgesuchen
|
|