Executions in 2013: min. 778 plus 'thousands' in China

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Jessica R.

Wednesday, 05-03-14 07:01

Hallo Melanie,

das ist natürlich richtig, daß Sie die Sache als Außenstehende betrachten und als Brieffreundin eines Häftlings einen ganz anderen Blick haben als Angehörige von Mordopfern.

Aber man sollte, gerade wenn und weil man sich dessen bewußt ist, nicht einfach sagen, daß man "gar nichts von den Menschen hält", die für die Todesstrafe sind.

Bücher kann man, soweit ich weiß, über amazon schicken lassen (vielleicht sagen hier noch die altinternational erfahrenen Mitglieder der IgT was zu?) und Süßigkeiten gar nicht; das läuft nur über finanzielle Hilfen, damit die Häftlinge sich was in der canteen kaufen können, soweit ich weiß.
Sie können aber auch mal unter Brieffreundschaften und dort unter Texas nachschauen; ein bißchen steht da was zu, was erlaubt ist und was nicht.
Und da sich solche Regeln öfter auch mal ändern (zumindest ändern können):
Es kann auch sehr gut sein, seinen Brieffreund nach den aktuellen Vorschriften zu fragen.

Hoffe, das hilft schon ein bißchen weiter.

Was das mit dem volljährig verurteilen angeht....
Weiß da jemand von der IgT mehr drüber?
Mir ist wohl bekannt, daß in der Vergangenheit durchaus schon Leute hingerichtet wurden, die zur Tatzeit sogar nichtmal 18 waren....(auch in Texas)

 

Melanie R.

Monday, 03-03-14 23:12

Hallo Jessica!
Ja es kommt auch immer darauf an, ob man Betroffener ist oder Außenstehender. Wenn jemand aus meinem Bekanntenkreis etwas passieren sollte, würde ich auch wollen, dass diese Person dafür exekutiert wird. Aber ich betrachte es aus Außenstehende und denke mir, dass jeder eine 2. Chance verdient hat, weil immerhin leben wir nur 1 Mal.
Vor allem ist es aus meiner Sicht einfach nur traurig, weil mein Brieffreund gerade mal mit erst 18 Jahren in den Todestrakt gekommen ist. In den USA ist er ja nicht einmal volljährig. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man erst wenn man volljährig ist, zur Todesstrafe verurteilt werden kann?
Darf man eigentlich Geschenke (z.B. Schoko, Bücher etc.) nach Texas schicken? Würde ihm gerne eine Freude machen und ihn überraschen oder würde er dies nicht einmal erhalten?
Liebe Grüße!

 

Jessica R.

Monday, 03-03-14 16:21

PS

Sie möchten doch, daß Ihrem Brieffreund eine zweite Chance gegeben wird, obwohl er ein Mörder ist.

Diese zweite Chance sollte man dann aber auch denen geben, die in den eigenen Augen zu Mördern werden, indem sie Hinrichtungen durchführen oder unterstützen.

Den einen Mördern (mit Recht!) die Hand reichen, den anderen aber verweigern - das ist in meinen Augen inkonsequent.

 

Jessica R.

Monday, 03-03-14 15:47

@Melanie R.:

Zunächst einmal möchte ich sagen, daß ich es schön finde, daß Sie einen Kontakt zu einem Häftling aufgebaut haben und daß es zwischen Ihnen beiden offenbar gut "funktioniert". Das ist ja auch nicht selbstverständlich.

Zu Ihrer Frage, mir persönlich fiele da jetzt höchstens ein, dem Gefangenen eine gute Verteidigung zu bezahlen (was aber nicht jede/r kann, weil nicht alle Leute Rockefeller heißen) - denn das kann ja fast nur über den juristischen Weg gehen, daß ein Todesurteil umgewandelt wird oder gar jemand freikommt.
Vielleicht bestünde auch noch eine Möglichkeit, wenn man einen Pro-Bono-Anwalt finden würde, der sich der Angelegenheit annimmt.

Falls Sie sich auf Petitionen u.ä. beziehen, die werden oft - v.a. wenn ein Hinrichtungstermin näher rückt - von diversen Organisationen, z.B. Amnesty International, durchgeführt. Allerdings muß man sich darüber im klaren sein (allein schon um nicht vor Enttäuschung in ein tiefes Loch zu fallen), daß die Amerikaner sich nur sehr marginal für die Meinung von Europäern interessieren - wenn überhaupt.
Die Todesstrafe ist in den USA durchaus auch ein Politikum; wer sich als "zu weich" dem Verbrechen gegenüber entpuppt, hat als Politiker u.ä. seine Chancen, wiedergewählt zu werden, eingebüßt.
Man darf sich da also nicht zu große Hoffnungen machen, daß da was bei rumkommt.

Ihre Äußerung, Sie "halten gar nichts von Menschen, die für die Todesstrafe sind", halte ich jedoch für zu kurz gegriffen und sogar kontraproduktiv und sie wird den Todesstrafenbefürwortern auch nicht gerecht.
Natürlich gibt es da auch welche, die bei Hinrichtungen regelrechte Parties feiern und solche Dinge, aber es gibt auch auf der Seite der Todesstrafengegner durchaus Leute, die man auch für sehr.....sagen wir, ominös halten kann.
Ich habe mal auf einer Pro-Todesstrafen-Seite mitgelesen, um mich mal schlau zu machen, was das für Menschen sind und was sie umtreibt.
Dabei stellte sich heraus, daß viele von diesen Leuten Angehörige von Mordopfern waren.
Nun stimme ich zwar zu, daß Rache nicht wirklich ein angebrachtes Gefühl ist. Aber solange man das nicht selbst mitgemacht hat - woher nimmt man dann das Recht einer moralischen Überlegenheit und zeigt mit dem Finger auf diese Menschen, die mit einem Schmerz fertigwerden müssen, mit dem man eigentlich gar nicht fertig werden kann?
Wie sagte mir mal früher ein alter Pater: Wenn man mit einem Finger auf einen anderen zeigt, zeigen vier auf einen selbst zurück.

Selbst die, die selber keine Angehörigen von Mordopfern sind, würde ich nicht pauschal verurteilen.
Jetzt kürzlich erst stand hier der Bericht über eine Hinrichtung. Das minderjährige Mordopfer hat den Täter, der jetzt exekutiert wurde, um sein Leben angefleht, dennoch ist es ermordet worden.
Wer will den Angehörigen, aber auch anderen Menschen, die sich in deren Lage versetzen, verdenken, daß sie sagen: Warum soll jetzt sein Flehen um Gnade erhört werden?

Um Mißverständnisse zu vermeiden:
Ich selbst bin aus Glaubensgründen gegen die Todesstrafe. Aber ich verstehe die, die dafür sind. Und gerade deshalb bin ich froh, daß es die Todesstrafe hier nicht gibt - weil ich selbst in der Situation wohl nicht die Kraft hätte, mich dagegen auszusprechen. Da ist es gut, daß der Staat mir diese Entscheidung abgenommen hat.
Aber mit Urteilen über die ganze Person wäre ich sehr, sehr vorsichtig.
Man kann eine Ansicht ablehnen, aber nicht deshalb einen ganzen Menschen, dessen Geschichte und Leben man gar nicht kennt.
Wie heißt es so schön: Hasse den Irrtum, aber liebe den Irrenden.

In diesem Sinne, herzliche Grüße nach Österreich!

 

Melanie R. from Salzburg

Monday, 24-02-14 21:07

Hallo,

ich habe seit Monaten regelmäßig Kontakt mit einem Häftling. Inzwischen ist er ein richtig guter Freund geworden dem ich meine Gedanken und Gefühle erzählen kann. Ich habe da jetzt mal eine Frage und zwar: Gibt es wirklich absolut keine Möglichkeit einen Häftling da raus zu helfen?

Ich persönlich halte nichts von Menschen die für die Todesstrafe sind. Meiner Meinung nach hat jeder Mensch eine 2. Chance verdient (außer Kinderschänder). Mein Brieffreund hat mir natürlich auch schon erzählt, warum er zum Tode verurteilt worden ist, er steht auch zu dem Mord den er begangen hat. Er schrieb mir seine damaligen Gedanken und wenn ich ehrlich bin, habe ich ein wenig Verständnis, auch wenn es nicht verzeihlich ist.
Also ich finde diese Seite echt toll und finde es super, dass es so viele Leute gibt die sich auch dafür einsetzen, dass diese abscheuliche Strafe abgesetzt wird.
Und was ich an den Ländern mit der Todesstrafe überhaupt nicht verstehe ist, laut dem Staat darf man keine Menschen töten, aber der Staat tötet ja dann auch, dann sind das ja auch alles Mörder !!!!

Liebe Grüße,

Melanie R.

 
 

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