Executions in 2011: min. 676 plus 'thousands' in China

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D.R.I.V.E ist zurück! "Der Protest hat begonnen"

Seit kurzem haben sich die Lebensbedingungen im Todestrakt des Polunsky Unit in Texas massiv verschlechtert.

Die Gefangenen sind dort sehr heftigen Repressalien ausgesetzt. Ständig wird Gas gegen sie eingesetzt, sie werden geschlagen oder es werden ihnen die persönlichen Sachen weggenommen. Vor einigen Jahren haben sich Gefangene zusammengeschlossen und die Organisation D.R.I.V.E. gegründet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat gegen die dort herrschenden Lebensbedingungen, u.a. in Form von friedlichen Protesten, anzugehen. Durch die derzeitige katastrophale Lage schreiben mehr und mehr Gefangene Briefe nach draußen um darauf aufmerksam zu machen und um Unterstützung zu bitten.

Wir veröffentlichen hier nach und nach Briefe dieser Gefangenen.

Der erste Brief ist von Chris Young, der zu den Mitorganisatoren von D.R.I.V.E. gehört.

Susan Nowacki

D.R.I.V.E ist zurück! "Der Protest hat begonnen" von Chris Young

22.04.2011

Der Protest hat begonnen! Die Aktionen haben angefangen. Vor Monaten hat im Todestrakt ein eklatanter Amtsmissbrauch durch die Gefängnisleitung begonnen. Ich bin seit 5 Jahren hier und seitdem ist die Unzufriedenheit gestiegen.

Im Januar ging es mit den Rasiermessern los. Vor Januar wurden die Rasiermesser einmal in der Woche oder nach Bedarf innerhalb der Woche, ausgegeben.

Wir hatten zudem immer die Möglichkeit eine Packung im Gefängnisladen zu kaufen und wir konnten uns immer in unserer Zelle rasieren, wenn wir Bescheid sagten.

Dann kam die neue Regel, die Rasiermesser wurden nicht mehr einmal pro Woche ausgegeben und wir durften uns nicht mehr in unserer Zelle rasieren. Wir bekamen nun die Rasiermesser 3x in der Woche, Montag, Mittwoch und Freitag, wenn wir die Dusche betraten und gaben sie den Beamten zurück, wenn wir sie verließen. Diese Regel wurde damit begründet, dass bei einem Gefangenen eine selbstgemachte Schutzweste gefunden wurde. Die Weste war von oben bist unten mit einer Reihe von Rasierklingen ausgestattet. Die Sache ist die: Die Leitung will nicht zugeben, wie er an all die Rasierklingen kam!? Diesem Gefangenen wurde die Nutzung von Rasierklingen vor Jahren eingeschränkt und er war für ein gutes Jahr in einem Bereich isoliert worden. Die einzige Möglichkeit, wie er an all diese Rasierklingen gekommen sein kann, ist durch die Unterstützung der Beamten selbst.

Zwei Probleme entstanden durch diese Regeländerung. Die erste ist die Garantie, dass die Rasiermesser immer neu waren, wenn wir welche brauchten. Es gibt nun keine Möglichkeit mehr, die das garantiert und eine große Anzahl von Gefangenen bekam bereits gebrauchte Rasiermesser. So beschlossen wir das jeweilige Rasiermesser nach der Rasur zu zerbrechen.

Das würde uns garantieren, dass die Rasiermesser nicht an jemand anderen zur Benutzung weitergegeben werden und weggeworfen werden müssen.

Danach fing es zuerst damit an, dass die Beamten uns, wegen der Zerstörung von Staatseigentum und Missachtung eines Befehls, Disziplinarvergehen schrieben. Das war absurd, die Beamten selbst würden das doch auch nicht tun, noch dürfen sie es mit uns so machen.

Alles was wir damit versuchten, war es Krankheiten zu vermeiden, die ansteckend sind. Es ist eine Tatsache, dass eine Anzahl von Gefangenen im Todestrakt Hepatitis C, Aids und HIV etc. haben. Uns ein benutztes Rasiermesser auszuhändigen, setzt unsere Gesundheit aufs Spiel.

Das zweite Problem, durch die neue Regel, ist das Duschen selbst.

Die Duschen hier sind 0,91 m breit x 1,82 m lange Boxen mit einer Stahltür, die einen Schlitz hat, den man öffnen und schließen kann. Sie hat einen Abfluss am Boden und Lüftungsventilatoren an der Decke. Eine Taste in der Rückwand dient der Heißwasserregelung für die Dauer x. Ich sage Dauer x, weil das von Dusche zu Dusche variiert. Die Duschen werden EINMAL IN DER NACHT von einem Gefangenen- Dienstmann, der aus der normalen Bevölkerung kommt, gereinigt. Er kommt mit einem langen Schrubber, lässt Wasser in Dusche und schrubbt die Duschen über 10 Minuten und geht, manchmal benutzt er chemische Reinigungsmittel aber das ist ein sehr seltener Fall.

Im Minimum benutzen 7 Menschen jede Dusche. Diese 7 rasieren sich auf unterschiedliche Weise, was den Effekt hat, dass sie die Dusche sehr dreckig verlassen. Haare kleben an der Wand und auf dem Boden, nicht zu vergessen das Blut, welches eine zwangsläufige Folge ist. Der ganze Vorgang ist absolut unhygienisch. Die Regel stellt uns einfach vor gesundheitliche Probleme und vor beliebige Disziplinarmaßnahmen. Das ist ein Amtsmissbrauch.

Ein paar Monate später wurde eine andere Regel eingeführt. Die oben erwähnten Schlitze in der Dusche sind nun immer geschlossen, wenn eine Gefangener duscht. Den Todestrakt, in dieser Unit, gibt es seit 11 Jahren und nie waren die Schlitze geschlossen. Alle Schlitze in der Tür dienen 2 Sachen: (1) um die Gefangenen die Handschellen abzumachen, wenn er die Dusche betreten hat und um sie anzumachen, wenn er sie verlässt, in dem er seine Hände da durchsteckt und (2) die Lüftungsventilatoren können durch den entstehenden Durchzug besser arbeiten. Die Ventilatoren benötigen etwas Luftzirkulation um ordentlich arbeiten zu können. Sie brauchen einen kleinen Hauch von Luft oder sie arbeiten nicht richtig und gehen eventuell sogar kaputt.

Seitdem nun diese neue Regel existiert, sind wir einer Folterkammer ausgesetzt. Wenn der Schlitz geschlossen ist und das Wasser läuft, entsteht in der Dusche Wasserdampf. Der Dampf ist erdrückend und gibt einem das Gefühl, man könne nicht atmen. Die Menschen sind oft lange in der Dusche eingeschlossen. Diese Regel bringt als gesundheitliche Probleme mit sich. Die Duschen sind an den Wänden und Decken verschimmelt. Dort eingesperrt zu sein bedeutet also, dass wir den Schimmelsporen und dem schmutzigen Abwasser, dass aus der Kanalisation kommt, ausgesetzt sind.

Die Menschen hatten die Nase voll, ich erhielt zahlreiche Beschwerden von Gefangenen, die mich um Hilfe baten etwas dagegen zu tun. Sie wissen nicht wie man dagegen protestieren kann und brauchen Anleitung. Meine Mitgefangenen fragten nach ob D.R.I.V.E sie nicht dabei führen kann. Zusammen mit einem von denen, die die Nase voll haben, war ich bereit etwas zu unternehmen und ich zeigte ihm, wie er mit den Unterdrückungstaktiken, die von der Gefängnisleitung benutzt werden, umgehen kann. Vor allem mit den chemischen Mitteln, wie Gas.

Am 21.März entschlossen wir uns den Protest voranzubringen und wir sahen uns als der auslösende Funke, der das Feuer in Gang bringt, damit etwas effektives und kollektives geschehen kann. Paul Storey, der Mensch mit dem ich das unternahm, saß in seiner Zelle und wartete auf die Gelegenheit, dass das Extraktion-Team kommt und ihn aus seiner Zelle holt. Er wußte, dass die nicht grundlos kommen, also schaffte er einen Grund. Als die Beamten kam um einen Sicherheitscheck durchzuführen, nahm Storey ein Glas Wasser und schüttete es einem Beamten ins Gesicht und über den Körper. Dann entschuldigte er sich und erklärte dem Beamten, warum er das getan hat und fragte den Beamten ob er seinen Vorgesetzten holen kann. Als der Vorgesetzte kam, sprach Storey nicht mit ihm, nur um zu sagen: Holt das Team. Wir hatten seit Wochen vergeblich versucht darüber zu reden und es hat nicht funktioniert. Nach 2 Dosen Gas, ging das Team in die Zelle um Storey herauszuziehen und ihn einzusperren. Als er herausgebracht wurde gab er seine Erklärung ab, warum er protestiert und ließ sie wissen, dass wir das nicht länger mitmachen werden. Er wurde dann auf den Pod gebracht!

Nun kam ich zum Zuge, 5 Minuten nachdem sie Storey verlegt hatten, ging eine Beamte herum um einen weiteren Sicherheitscheck durchzuführen, als sie meine Zellentür erreichte, sagte ich ihr, dass ich Wasser zu ihr aber nicht über sie schütten würde. Der Zweck war der Gleiche, wie der von Storey, nämlich zu erreichen, dass das Team kommt um mich ebenfalls herauszuholen. Nachdem ich der Beamtin erklärt hatte, dass es nicht meine Absicht ist, ihr gegenüber respektlos zu sein oder sie zu verletzen, sagte sie mir, dass ich es tun soll. So goss ich ein wenig Wasser auf ihr Bein.

Dann kam der Vorgesetzte mit einem Extraktion-Team von 5 Mann und nachdem sie ein wenig Gas in meine Zelle gesprüht hatten, schickte er das Team in meine Zelle um mich herauszuholen. Ich wurde rausgebracht und auf eine Trage geschnallt um dorthin gebracht zu werden, wo Storey schon war. Ich brachte meinen Erklärung für den Protest vor laufender Kamera an.

Das nur der Anfang des Protestes, es ist Zeit für D.R.I.V.E!

Der Protest geht weiter.....

Chris Young, ein Mitglied von D.R.I.V.E


Kommentare

In meiner Rage hab ich grad bekrmet, dass mein Kommentar ein wenig potschat formuliert wurde inkl. Grammatikfehler aber ich denke man weidf, was gemeint ist!

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