Hinrichtungen 2013: min. 778 plus 'Tausende' in China

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Jessica R.

Montag, 14-10-13 12:04

Hallo Herr Borchert,

zu Ihrem Eintrag habe ich einige Anmerkungen, die natürlich meiner persönlichen Lebens- und vor allem Glaubenseinstellung entsprechen und daher meine subjektive Meinung sind.
Es steht natürlich jedem frei, anders zu denken.

1:
Es gibt auch außerhalb des Todestraktes, hier in der "freien Welt", Menschen, die skrupellos sind, und solche, die ein eher aktives Gewissen haben.
Ich glaube gerne, daß es auch im Todestrakt Leute gibt, die einfach böse und egoistisch sind, es gibt aber auch andere, die sich doch sehr zu ändern scheinen.
Ich fände es schade, wenn aufgrund des Verhaltens von einem oder mehreren Death Row Inmates gleich alle in einen Topf geworfen würden.

2:
Ich glaube, es gibt hier schon so einige, die auch an die Opfer denken - z.B. auch Mitglied beim Weißen Ring sind, um nicht nur "einseitig" zu arbeiten.
Es dürfte sich nur schwierig gestalten, auf der Homepage eines Vereins, der gegen die Todesstrafe arbeitet und daher seinen Fokus als Verein tatsächlich auf die Insassen gerichtet hat, im angemessenen Umfang auch über die Opfer zu berichten.
Hierfür gibt es dann entsprechende andere Initiativen und Vereine.

3:
Thema Recht auf Absolution verwirkt:
In meinem persönlichen Weltbild gibt es gar keinen "Rechtsanspruch" auf die "Absolution" anderer Individuen.
Vergebung halte ich - genau wie Freundschaft, Liebe und ähnliches - immer für ein Geschenk.
Und Verbrechen gehören bestraft; gar keine Frage: Absolution im Sinne von "Laissez-faire" sollte es wirklich nicht geben.
Allerdings denke ich, daß der Staat nicht hingehen sollte und den Straftätern das Leben nehmen.
Das sind in meinen Augen dann noch zwei Dinge, die unbedingt zu differenzieren sind.

 

Paul Borchert aus Hannover

Freitag, 11-10-13 23:11

Ich selber hatte Briefkontakt zu einem Inhaftierten und bin von einem Gegner zu einem Zweifler geworden. Ich habe in dem Austausch mit dem inhaftierten versucht, die menschliche Seite zu finden, die eine Ablehnung der Todesstrafe rechtfertigt. Leider musste ich feststellen das es dem Inhaftierten ausschließlich um sich selbst ging kein Wort des Bedauerns oder der Reue. Sie, sehr geehrte Damen und Herren sagen, man muss vergeben. Da haben sie recht. Aber es wird viel zu wenig an das Opfer gedacht und welche Qualen es durchleben musste. In dem Moment der Tat haben die Täter das recht auf Absolution verwirkt. Davon bin ich jetzt überzeugt.

 

Emily Emily aus jeHjgzJSm

Donnerstag, 10-10-13 13:17

Ich bin ein fcberzeugter Gegner der Todesstrafe.Und es ist meine feste dcberzeugung das niemand auf diseer Welt das Recht dazu hat einen Menschen zum Tode zu verurteilen,dabei spielt es ffcr mich fcberhaupt keine Rolle was jemand getan haben mag.Und bis jetzt gab es noch kein Argument das mich glauben le4sst,das die Todesstrafe gerechtfertigt ist.Ich habe schon sehr oft und sehr viel fcber dieses Thema diskutiert.und immer wieder kamen die selben Fragen bbWas we4re wenn…man jemand aus deiner Familie…bb u.s.w Selbst dann we4re ich dagegen,zumal die Anwendung der Todesstrafe noch kein Verbrechen verhindert hat.Und man sollte eines nicht vergessen,bei einer Hinrichtung wird ein Mensch bewusst getf6tet von anderen Menschen,vom Staat.Nach meiner Meinung ein gesetzlich abgesicherter Mord.Und wie muss er sterben ?Nach Jahren in der Todeszelle durch Gift,erhe4ngen,erschiessen oder dem elektrischen Stuhl.In manchen Le4ndern sogar f6ffentlich durch Steinigung.Ich will jetzt hier nicht die Te4ter schfctzen,und es gibt Verbrechen wo der Te4ter jegliches Recht auf ein Leben in der f6ffentlich Gesellschaft verloren hat,aber die Todesstrafe hat in unserer zivilisierten Welt keinen Platz mehr und gehf6rt weltweit abgeschafft !Ein sehr guter Film zu diesem Thema ist auch bbDead man walking bbmit einem grossartigen Sean Penn in der Rolle des Todeskandidaten.Vieleicht mal ansehn,hinterher sieht man vieleicht vieles in einem anderen Licht.Na denn bis denne Achim

 

Stephan Volck aus Konstanz

Donnerstag, 10-10-13 09:09

@Pankall Sturings
Frau Uhl hat ja schon sehr zutreffend die zweite Seite der Medaille beleuchtet, es gibt hinsichtlich des von Ihnen geschilderten Szenarios aber auch noch ein weiteres Gegenargument.
Sicherlich könnten sich die meisten Menschen in der von Ihnen beschriebenen Situation diesen Rachegelüsten nicht verschliessen, da nehme ich mich auch nicht aus. Allerdings denke ich, dass uns die Natur so gestrickt hat und dies in so einer extremen Situation ein Automatismus ist, den man niemanden vorwerfen kann (ich bewundere die Leute, die tatsächlich vergeben können und dafür kämpfen, dass der Mörder ihrer Lieben nicht hingerichtet wird).
Das ist aber nur die persönliche Situation des Einzelnen. Es kann doch aber nicht angehen, dass im 21. Jahrhundert der Staat eine seiner fundamentalsten Säulen, nämlich das Rechtssystem, auf dem Racheprinzip aufbaut. Ich weigere mich eine Institution als zivilisiert und human zu bezeichnen respektive anzuerkennen, die sich dieses Prinzip zu eigen gemacht hat - das ist eine zivilisatorische Entwicklungsstufe, die die meisten Gesellschaften schon viele Jahrzehnte hinter sich gelassen haben - aber es gibt natürlich immer ewig gestrige.
Ganz abgesehen davon geben die nachvollziehbaren Rachegelüste des Einzelnen, als auch der ganzen Gesellschaft, noch lange nicht das Recht, sich auf dieselbe Stufe herabzulassen und ebenfalls einen Mord (einem Menschen wird gegen seinen Willen gewaltsam das Leben genommen) zu begehen. Inwiefern unterscheidet man sich denn dann vom Täter?
Ganz abgesehen davon, dass dieser auch Angehörige hat, die dann dieselben Gefühle entwickeln – und wieso dürfen diese sich dann nicht auch rächen?? Weil Auge um Auge ein nie endender Kreislauf ist, an dessen Ende letztlich nur Blinde übrig bleiben.
Und wo bleibt in diesem System die Vorbildfunktion des Staates?
Die perversen Blüten, die dies in den USA treibt sind ja nur allzu bekannt. Wochen vor der Exekution wird der Delinquent überwacht, damit er sich ja nicht selber das Leben nimmt!
Und warum?
Nur damit die Rache ausgelebt, regelrecht zelebriert werden kann!
Es wäre doch letztlich egal, das Urteil lautet TOD und nicht RACHE, d.h. wenn der Täter es selber in die Hand nehmen will, dann bitte schön- das Ziel wäre doch damit genauso erreicht - aber das darf ja keinesfalls passieren und das zeigt die wahrhaftige, hässliche Fratze, das tatsächliche Wesen dieser Strafe: Hier geht es nicht um Schutz der Gesellschaft, um Gerechtigkeit o.ä., sondern schlicht und ergreifend um die Befriedigung eines einfachen, niederen Triebs – was bei vielen Tätern übrigens auch der Antrieb war….

 

Jessica R.

Donnerstag, 10-10-13 07:00

So, nachdem ich mich ein bißchen wegen des Tonfalls in dem Posting abgeregt habe, noch einige kurze Anmerkungen:

Wenn man - aus welchen Gründen auch immer - zu dem Schluß gelangt ist, daß die Todesstrafe falsch ist, muß die Konsequenz aus der Einsicht, daß man selbst auch nicht frei vom Ruf nach Rache wäre, keinesfalls sein, daß man ebenfalls nach der Todesstrafe schreit. (Man darf trotzdem dagegen bleiben, auch wenn das Posting von Pankall Sturings es nur solchen erlaubt, die frei von Rachsucht wären.)
Die Konsequenz muß sein, daß man diejenigen, die anders darüber denken, nicht pauschal verurteilt, eben weil man ihre Reaktion zwar für falsch hält, aber verstehen kann.

Umgekehrt erwarte ich diese Toleranz allerdings auch für solche, die vergeben haben.
Ich erinnere mich daran, wie die Eltern des ermordeten Mirko im Fernsehen gesagt haben, sie hätten aufgrund ihres Glaubens dem Mörder vergeben.
Was danach im Internet zum Teil an Kommentaren zu lesen war, war wirklich nicht mehr feierlich. Als ob das Leute wären, die irgendwie pervers wären und geliebt hätten sie das Kind schon gar nicht.
Wer gibt diesen Kommentatoren das Recht, so zu urteilen? Wer von denen weiß denn wirklich, wie sehr die beiden darum gerungen haben? Leicht wird es ihnen nicht gefallen sein!

Und auf den Homepages der Todesstrafenbefürworter ergibt sich zum Teil ein ähnliches Bild: Es wird immer danach geschrien, man müßte Respekt vor dem Opfer und seinen Familien haben.
Erklären jedoch Opferangehörige ihre Vergebung, dann ist da Schluß mit dem Respekt, dann wird darüber hergezogen. Eigentlich meinen die damit nur, man hat gefälligst für die Todesstrafe zu sein.

Was mich an Pankall Sturings´ Posting auch gestört hat, war dieses automatische Voraussetzen, daß wir hier uns mit der Frage "was wäre wenn" alle nicht auseinandergesetzt hätten.
Das mag für manche, vielleicht sogar viele Leute zutreffen (jetzt allgemein gesprochen), das will ich gar nicht bestreiten. Es trifft jedoch nicht für alle zu, und ich finde es unangemessen, sich ein solches Urteil zu erlauben, ohne die Leute zu kennen und mit ihnen gesprochen zu haben. Schließlich scheint es Pankall Sturings ja auch zu stören, wenn die Todesstrafenbefürworter pauschal als blutrünstige Psychopathen angesehen werden.
Was übrigens ebenfalls keineswegs alle Todesstrafengegner tun.

 
 

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