Hinrichtungen 2013: min. 778 plus 'Tausende' in China

Sachtexte in deutscher Sprache

Auge um Auge - Todesstrafe in den USA von Silke Porath und Matthias Wippich (Herausgeber)
'Wie fühlt es sich an wenn du weisst, dass sie dich töten?' Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation amnesty international wurde die Todesstrafe im Jahr 2004 an mindestens 3.797 Menschen in 25 Ländern vollstreckt, mindestens 7.395 Menschen in 64 Ländern wurden zum Tode verurteilt. Auch die Vereinigten Staaten von Amerika halten weiter an dieser menschenrechtswidrigen Strafpraxis fest. Dieses Buch gibt menschliche Einblicke in die amerikanischen Todestrakte und lässt Gefangene zu Wort kommen. „Auge um Auge – Todesstrafe heute“ enthält Berichte von Mitgliedern der Initiative gegen die Todesstrafe, die - zum Teil sehr intensive langjährige - Freundschaften mit Todeskandidaten eingegangen sind, die versucht haben, etwas Wärme und Menschlichkeit in den unmenschlichen Alltag der Todestraktinsassen zu bringen und sie schliesslich begleitet haben auf ihrem letzten, schweren Weg.
Das Buch vom Töten: Über die Todesstrafe von Helmut Ortner von Zu Klampen (Oktober 2013)
'Die Geschichte staatlichen Tötens ist ein Sittenbild, das Auskunft gibt u ber die moralische Mentalität einer GesellschaftEs geht um die Todesstrafe. Es geht um Vergeltung. Zu allen Zeiten und in beinahe jeder menschlichen Gesellschaft wurden mit staatlicher Legitimation auch jenseits der Schlachtfelder Menschen getötet. Gesetze, Exekutions-Methoden und Hinrichtungs-Inszenierungen haben sich geändert, geblieben ist der Glaube, etwas "Gerechtes" zu tun.Helmut Ortner beschreibt die Rituale der Vergeltung: Steinigen, Kreuzigen, Galgen, Guillotine, Elektrischer Stuhl, Gaskammer bis zur "zivilisierten " Giftspritze: Die Geschichte staatlichen Tötens ist dabei immer auch eine Reformgeschichte.Wenn vor allem das amerikanische Rechtssystem im Mittelpunkt steht, dann deshalb, weil die USA die einzige westliche Demokratie sind, die bis heute an der Todesstrafe festhält. Hier wird besonders sichtbar,dass staatliches Töten von Menschen nicht nur ein Instrument des Strafrechts ist, sondern immer auch ein Ausdruck der Gesellschaftsordnung und ihrer Weltbilder.Ortners Buch ist ein Plädoyer: Weg von einer Kultur der Vergeltung, hin zu einer humanen Zivilgesellschaft.
Von der Guillotine zur Giftspritze. Die Geschichte der Todesstrafe. Fakten - Fälle - Fehlurteile von Martin Haidinger
Was sich jahrhundertelang vor staunendem, geiferndem oder erschüttertem Publikum abspielte, geschieht heute meist hinter hohen Gefängnismauern und mit Giftspritze: eine Hinrichtung. Macht es das besser? So oder so entscheidet der Staat über das Leben von Menschen. Nicht erst seit Saddam Husseins Tod durch den Strang ist die Diskussion über die Rechtmäßigkeit der Todesstrafe wieder losgebrochen. Eine packende Geschichte des brutalen Geschehens im Namen der Gerechtigkeit. Anhand unzähliger Fälle zeichnet der Journalist und Historiker Martin Haidinger die Blutspur der Justiz durch die Geschichte nach, nennt die Namen von Henkern und Opfern und gibt Einblicke in die erschütterndsten Fälle. Die Todesstrafe, das letzte staatliche Argument im Ringen um Sühne für Kapitalverbrechen, und zugleich das am öftesten missbrauchte Instrument politischer Willkür.
Todesstrafe: Auge um Auge: Edition Menschenrechte von Kazem Hashemi
'Todesstrafe: Auge um Auge' beschäftigt sich mit der Todesstrafe weltweit sowie mit ihren kulturellen/religiösen und politischen/gesellschaftlichen Hintergründen. Zwei Geschichten, eine davon aus dem Iran, die andere aus einem westlichen Land, schildern die Todesstrafe aus der Perspektive von Betroffenen und machen deutlich, wie sehr auch Gewaltverbrecher oft selbst Opfer ihres sozialen Umfelds, der gesellschaftlichen Umstände sind. Ein informativer Sachteil gibt einen Abriss über die historische Entwicklung der Todesstrafe in Deutschland und der Welt, über die Argumente, mit denen sie bis heute häufig gerechtfertigt wird, und deren Entkräftung. Er liefert Informationen und statistische Angaben über die Häufigkeit und
Art und Weise ihrer Verhängung und Vollstreckung von der Giftspritze bis zur Steinigung , über Rassismus und Sexismus, die vor Gericht häufig eine unübersehbare Rolle spielen, bis hin zur Verurteilung Unschuldiger.
Zur Aktualität der Todesstrafe: Interdisziplinäre und globale Perspektiven von Christian Boulanger, Vera Heyes und Philip Hanfling
Dieser Sammelband geht in interdisziplinärer und international vergleichender Weise der Frage nach, wie sich solch unterschiedliche Entwicklungen erklären lassen. Aus welchen Gründen widersetzen sich einige Staaten dem Trend zur Abschaffung der Todesstrafe, während sie in anderen als längst überwunden gilt? Aus juristischer, kriminologischer, politikwissenschaftlicher, kultursoziologischer, historischer und medizinischer Sicht wird diskutiert, welchen Einfluss Geschichte, Kultur, politisches System und öffentliche Meinung auf die Entscheidung haben, ob der Staat per Gerichtsurteil töten darf, und wie die Realität der Todesstrafe aussieht. Wie wirken sich internationale Rechtsnormen und regionale Integrationsdynamiken aus? Wer sind die Akteure im Abschaffungsprozess? Inwieweit lassen sich deren Erfahrungen auf andere Länder übertragen?
Todesstrafen. Eine geschichtliche Spurensuche von ingo Wirth
Die Todesstrafe ist in den meisten Ländern ein heiß umstrittenes Thema. Als einzige Spezies auf der Erde verurteilt der Mensch per Gesetz einen anderen Menschen zum Tode. Folglich ist das Hinrichten ein Phänomen der menschlichen Zivilsation, es hat seine Kulturgeschichte.
Steinigen oder Kreuzigen, Galgen, Guillotine oder computergesteuerte Giftinjektion. Welche Prozesse laufen im menschlichen Körper ab, wenn der Verurteilte auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wird? Der Rechtsmediziner Ingo Wirth beschreibt sachlich und präzise die Techniken der Henker und das Sterben der Verurteilten, ohne voyeuristisch zu sein.
Die Geschichte der Todesstrafe in Nordamerika. Von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart. von Jürgen Martschukat
Ein Buch, das sachkundig und konzentriert die Todesstrafe in der Geschichte Nordamerikas darstellt und starke Zweifel hinterlässt, ob die Vereinigten Staaten von Amerika vorbehaltlos als ein zivilisiertes Land mit rechtsstaatlicher Demokratie bezeichnet werden können.
Amnesty International: Report 2010: Zur weltweiten Lage der Menschenrechte von Amnesty International (Herausgeber)
Eine 'Welt ohne Furcht und Not' - das ist für viele noch immer ein unerfülltes Versprechen. Jedes Jahr erfahren unzählige Menschen, was es heißt, wenn Staaten selbst entscheiden, welche Rechte sie respektieren und welche sie unterdrücken. So gehörten ethnische und geschlechtsspezifische Diskriminierung, Unterdrückung von Meinungs- und Glaubensfreiheit, Missachtung von wirtschaftlichen und sozialen Rechten, Folter und andere Misshandlungen sowie staatliche Morde in vielen Ländern ebenso zur Tagesordnung wie Todesurteile nach Prozessen, die gegen Grundsätze von Rechtmäßigkeit und Fairness verstießen.
Criminal Justice in the United States and Germany: Strafrecht in den Vereinigten Staaten und Deutschland von Manfred Berg, Stefan Kapsch und Franz Streng (Herausgeber)
Das Buch 'Criminal Justice in the United States and Germany' handelt im ersten Part von der Geschichte und Entwicklung des amerikanischen Strafrechts in den USA. Es wird unter anderem Bezug genommen auf die Ungleichbehandlung aufgrund der Hautfarbe, Ansätze für eine Erklärung der Besonderheiten in den Südstaaten und die Todesstrafe.
Dieser Teil ist auf englisch geschrieben.
Im zweiten Part wird Strafrecht und Kriminalprävention in Deutschland behandelt. Themen wie "Bekämpfung häuslicher Gewalt" und "Entwicklung der Strafzumessung" sind dort ebenso zu finden wie die Beschreibung der Strafvollzugsformen in Deutschland.
Der zweite Part ist auf Deutsch geschrieben.
Von den Verbrechen und von den Strafen (1764) von Cesare Beccaria, in der Übersetzung von Thomas Vormbaum
Für jeden der sich mit der Frage auseinandersetzt, welche Reaktionen auf kriminelle Handlungen gegenüber dem Täter sinnvoll sind, eine Pflichtlektüre. Trotz seines Alters ist dieses Werk in seiner Klarheit und Stringenz der Argumentation immer noch lesenswert.
Beccaria vertrat die These, dass der Staat nur das Maß an Strafen verhängen solle, welches zur Aufrechterhaltung der Ordnung erforderlich ist. Bei der Strafzumessung sei der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu beachten. Nicht die Schwere der Strafe sei entscheidend, sondern die konsequente Anwendung der Strafgesetze. Folter und Todesstrafe lehnte Beccaria ab.
Sein Werk bildete in ganz Europa die Grundlage zu Reformen des Strafrechts und diente in späteren Jahren als Ideengeber und
Argumentationshelfer in einem sich im beginnenden 19. Jahrhundert aus anderen Motiven speisenden Prozess einer allmählichen Abkehr des Staates von Todesstrafe und Folter. Die jetzt allmählich zahlreicher auftretenden Zweifler am Sinn der Todesstrafe konnten diese Abkehr mit Beccarias Argumenten verstärken und beschleunigen.
Menschen töten von Dorothee Frank
Regelmäßig hören und lesen wir von blutigen Familiendramen - zwei Drittel aller Morde geschehen in Paarbeziehungen, verübt von »normalen« bis dahin völlig unauffälligen Menschen. Wie kommt es dazu, dass Menschen töten? Ist jeder von uns dazu in der Lage? Diese und viele andere Fragen erkundet Dorothee Frank in einfühlsamen Gesprächen mit Mördern, aber auch mit Amokläufern, Terroristen bis hin zu Kriegsverbrechern oder Beteiligten an Hinrichtungen. Was lässt Menschen die Tötungshemmung verlieren, wie wird diese Soldaten wegtrainiert? Anhand von aktuellen wissenschaftliche Erkenntnissen - es kommen u.a. der Hirnforscher Manfred Spitzer, der Profiler Thomas Müller, der Gerichtspsychiater Norbert Nedopil, die Schriftstellerin Slavenca Drakulic, aber auch Anthropologen, Sozial- und Verhaltensforscher zu Wort - entsteht ein facettenreiches Panorama über ein großes Thema der Menschheit. Ein Buch, das wegen seines
unvoreingenommenen Blicks und des breiten Bogens der Betrachtung zum Nachdenken anregt - auch über die Gesellschaft, in der wir leben. Anhand von höchst eindrucksvollen authentischen Gesprächen verfasst die preisgekrönte Journalistin Dorothee Frank ein aufrüttelndes, gleichwohl sehr differenziertes Buch über das Töten.