Hinrichtungen 2013: min. 778 plus 'Tausende' in China

Biografisches in deutscher Sprache

Die letzten Stunden. Berichte aus der Todeszelle von Carroll Pickett und Carlton Stowers
Reverend Pickett, ein Presbyterianer, war der letzte Beichtvater von vielen zu Tode verurteilten Menschen in Texas, die er bis in die Hinrichtungskammer begleitete. Von diesen Erfahrungen mit Todeskandidaten und der kalten Technokratie der Todesstrafe berichtet Pickett in seinem bewegenden Buch. Er nimmt den Leser mit in diese Welt, führt ihn ein in das Leben, Denken und Empfinden der Häftlinge. Er hinterfragt Todesurteile, die schlicht falsch und zum Teil auch rassistisch begründet sind, aber er geht dabei nicht naiv vor. Das, was faktisch das Böse ist, kann und will Pickett weder beschönigen, noch entschuldigen
Dead Man Walking. Sein letzter Gang. von Helen Prejean
Schwester Helen Prejean, eine Nonne des Ordens 'Sisters of St. Joseph of Medaille’ begann im Jahr 1981 eine Brieffreundschaft mit Patrick Sonnier, der wegen Doppelmordes im Todestrakt von Louisiana saß. Auf Wunsch Sonniers wurde sie sein geistlicher Beistand und begleitete ihn bis zu seiner Hinrichtung. Schwester Helen besucht außerdem den verurteilten Vergewaltiger und Mörder Robert Lee Wilson, auch er zum Tode verurteilt.
Das Buch Dead Man Walking lieferte die Vorlage zum gleichnamigen oscargekrönten Film, in dem beide Straffälle zu einem kombiniert wurden. Es war außerdem die Vorlage für die gleichnamige Oper, die 2000 in San Franzisco uraufgeführt wurde.
Ich war ein Opfer des Dead Man Walking. Eine Frau durchlebt die Folgen ihrer Vergewaltigung von Debbie Morris und Gregg Lewis
Debbie Morris wurde im Alter von 16 Jahren tagelang von Robert Lee Willie und dessen Komplizen Joseph Vaccaro gefangen gehalten und in dieser Zeit mehrfach vergewaltigt.
Willie ist einer der beiden Männer, die Helen Prejean in ihrem Buch ‚Dead Man Walking’ beschreibt, dem Buch, das die Vorlage zum gleichnamigen preisgekrönten Film lieferte.
Debbie Morris beschreibt ausführlich die verschiedensten Gefühle, die sie während ihrer Gefangenschaft durchlaufen hat, in einer Zeit, in der sie nicht wusste, wie es ihrem Freund ging, auf den die Entführer geschossen hatten und den sie als tot zurückgelassen hatten. Sie beschreibt auch ihre Versuche, nach dem Erlebten zu einem normalen Leben zurückzukehren. Durch ihren Glauben konnte sie schließlich ihren Peinigern vergeben und damit gleichzeitig zu ihrer eigenen Heilung beitragen.
Karla Faye Tucker: Himmel in der Todeszelle von Linda Strom
Karla Faye Tucker war eine Mörderin. Sie hatte zwei Menschenleben auf dem Gewissen, und eine ganze Nation war geschockt. Karla bekannte sich schuldig, doch rückgängig machen konnte sie natürlich nichts. Sie wurde zum Tod verurteilt und war 1998 die erste Frau, die in Texas (USA) seit 1863 hingerichtet wurde. Gouverneur George W. Bush hatte auch ihr letztes Gnadengesuch abgelehnt ... Doch das ist nur ein Teil der Geschichte.
Der andere begann mit einem Besuch der Gefängnis-Seelsorgerin in 'Death Row', der berüchtigten Wartehalle des Todes. Es war im Jahr 1987. Die Seelsorgerin war Linda Strom. Und was aus ihrem Besuch resultierte, war die gewaltige Wandlung einer vorher eiskalten, abweisenden Mörderin zu einem offenen, liebenden und positiven Menschen. Karla Faye Tucker wurde in den folgenden elf Jahren
unzähligen Personen zu einem Licht und einem ermutigenden Beispiel. Linda Strom beschreibt diese elf Jahre in einer Weise, die extrem berührt und aufwühlt. Karla Faye Tucker, über die viele Medien weltweit berichteten, konnte sich während ihrer Zeit in «Death Row» bei den Verwandten der Ermordeten entschuldigen. Und sie erhielt von diesen tatsächlich Vergebung zugesprochen. So erlebte Karla Faye Tucker noch ein Stück Himmel in ihrer Todeszelle.
Lasst meine Tochter endlich frei von Renate Janka
Den 3. Dezember 1989 wird Renate Janka nie mehr in ihrem Leben vergessen können. Dies ist der Tag, an dem ihr Enkel Christopher in der Wüste von Arizona ermordet wird. Die Mörder: ein Verrückter und ein Säufer. Doch auch ihre Tochter Debbie wird verhaftet und verhört - ohne Zeugen, ohne Tonbandaufnahmen. Der Detective fertigt ein Geständnis an, das die junge Frau nie zu sehen bekommt, ein Prozess folgt, der alle rechtsstaatlichen Grundsätze außer Kraft setzt: In Arizona zählt das Wort des Sheriffs - Debbie wird zum Tode verurteilt.
Heute (Stand Mai 2010) kämpft Renate Janka noch immer um das Leben ihrer Tochter.
... aus der Todeszelle: Live from Death Row von Mumia Abu-Jamal
Mumia Abu-Jamal erzählt vom Alltag im Todestrakt, vom alltäglichen Wahnsinn des Strafvollzugs in einem Land, das mehr Menschen inhaftiert hat als jedes andere Land dieser Erde. In diesem Buch beschreibt Abu-Jamal den Alltag im „SCI GREENE", dem Hochsicherheitsgefängnis in dem er inhaftiert ist.
Tatmotiv Ehre von Myria Böhmecke/Terre des Femmes
Jährlich sterben tausende von Mädchen und Frauen im Namen der Ehre. Sie werden von männlichen Familinmitgliedern gesteinigt, mit Säure übergosse, überfahren oder auf andere grausame Art ermordet. Der Grund: Sie haben sich nicht gemäß ihrer traditionellen Rolle als Frau und Mutter verhalten und somit die Ehre des Mannes bzw. der gesamten Familie verletzt. Aber auch Unterdrückung, Misshandlung, Zwangsheirat und Verstoßung von Mädchen und Frauen sind in patriarchalischen Gesellschaften weit verbreitet, um die Ehre zu bewahren oder wiederherzustellen.
Das vorliegende Buch geht auf die Ursachen und verschiedenen Formen von Verbrechen im Namen der Ehre ein, die anhand von Länderbeispielen verdeutlicht werden. Internationale Kampagnen und
Projekte werden vorgestellt sowie Präventionsmaßnahmen und Forderungen auf nationaler und internationaler Ebene erläutert. Erfahrungsberichte von Betroffenen ergänzen die erschütternde Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen an Mädchen und Frauen weltweit.
Ich, Safiya. Verurteilt zum Tod durch Steinigung von Safiya Hussaini
'Schuldig des Ehebruchs - Tod durch Steinigung', so lautete der Urteilsspruch der Scharia, des islamischen Gerichts, im Prozess gegen Safiya Hussaini. Dieses Urteil löste wegen seiner archaischen Grausamkeit weltweit eine beispiellose Protestaktion aus, die Safiyas Leben rettete.
Safiyas Geschichte ist exemplarisch für die Rolle der islamischen Frau in Afrika - zwischen Tradition und Moderne -, die fest zur ihrer Heimat und ihrem Glauben steht. Safiya schafft Verständigung, weil sie beschreibt, aber nicht verurteilt. Ihre Haltung ruft uneingeschränkte Bewunderung hervor.
Geboren in Tungar Tudu, einem Dorf in Nigeria, erlebt Safiya eine geborgene Kindheit, die sie liebevoll, aber unnachgiebig auf ihre Rolle als Frau in der islamischen Dorfgemeinschaft vorbereitet. Nach drei
glücklosen Ehen gelingt es einem Mann, noch einmal Safiyas Vertrauen zu erringen. Safiya wird schwanger - doch ihr Geliebter ist verheiratet. Kurz darauf steht die Polizei vor ihrer Tür: Ihr eigener Bruder hat sie wegen Ehebruchs angezeigt. Darauf steht für Frauen die Todesstrafe - der Mann wird nicht belangt. Safiya wird von der Scharia zum Tod durch Steinigung verurteilt. Doch eine weltweite Protestkampagne rettet sie im letzten Moment vor der Vollstreckung.
Die gesteinigte Frau von Freidoune Sahebjam
1979 vom Chomeini-Regime in Abwesenheit zum Tode verurteilt, kehrte der iranische Journalist Freidoune Sahebjam 1987 heimlich in sein Vaterland zurück und rekonstruierte die Geschichte der Soraya Manoutchehri. Er schildert die letzten Tage dieser Frau, die von den Männern ihres Dorfes gesteinigt wurde, weil ihr Ehemann sich von ihr hintergangen fühlte.
Der Gefangene von John Grisham
Der Gefangene ist das erste Sachbuch des Bestsellerautors John Grisham.
Mehr als 20 Jahre liegt der bestialische Mord an einer jungen Frau zurück. Tatort ist eine Kleinstadt im beschaulichen Oklahoma, wo Recht und Ordnung noch etwas gelten. Im Zentrum der Ermittlungen findet sich ein junger Mann wieder, der einst die Hoffnung des örtlichen Baseballteams gewesen ist. Psychische Probleme und seine Alkoholsucht verhindern allerdings, dass Ron Williamson zum Stolz der Kleinstadt wird. In einer haarsträubenden Herleitung und durch unglaubliche Versäumnisse von Ermittlern, Staatsanwälten und Richtern wird Ron des Mordes "überführt". Zusammen mit einem alten Freund wird er zum Tode verurteilt und sitzt zuletzt in der "Death Row", der Todeszelle. Mit viel Glück gelingt eine Wiederaufnahme des
Verfahrens. Und der -- neu eingeführte -- DNA-Test beweist: Ron und sein "Komplize" sind unschuldig!
Mit Ron Williamson stellt Grisham einen Menschen in den Mittelpunkt, der wie er in einer Kleinstadt aufgewachsen ist und Baseballstar werden wollte. Das hatte Grisham fasziniert, als er zum ersten Mal von dem Fall hörte. Er, selbst Anwalt, hat sich einen Fall vorgenommen, der die Schwächen des amerikanischen Justizsystems zeigt. Schwächen, die tödliche Folgen haben können für unschuldig Verdächtigte ....
Der Gefangene berichtet von ohnmächtigen Einwohnern einer Kleinstadt, die mit einem brutalen Mord klarkommen müssen. Das Buch porträtiert sowohl die Angehörigen des Opfers, die die Schwere des Verbrechens fast erdrückt, als auch die der "Täter", die mit der vermeintlichen Schuld kaum leben können. Es stellt zynische Polizisten vor, die einen "Fahndungserfolg" erzwingen wollen. Es erzählt von Richtern, die Unschuldige zu "Tätern" machen.
John Grishams Buch beweist, dass die Wirklichkeit bisweilen schlimmer sein kann als die Fantasie. Der Gefangene ist ein beklemmendes Buch. Es ist spannend zu lesen und öffnet einem die Augen. Ob das Buch in Amerika selbst etwas bewegen kann, bleibt abzuwarten. Der Leitende Richter, der für die Verurteilung von Ron Williamson verantwortlich ist, ist jedenfalls noch im Amt. -- Mathias Voigt, Literaturtest
Ron Williamson wurde 1999 zum 80. Menschen, der seit Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA unschuldig aus dem Todestrakt entlassen wurde. Während seiner Haft kam er einmal bis auf 5 Tage vor seine Hinrichtung. Nach seiner Entlassung wurde der mittlerweile manisch-depressiv erkrankte Williamson stationär in eine Klinik aufgenommen. Fünf Jahre nach seiner Entlassung wurde Leberzirrhose diagnostiziert. Ron Williamson starb am 4. Dezember 2004 im Kreise seiner Familie.
Ich flehe um Hinrichtung. Die Begnadigungskommission des russischen Präsidenten. von Anatoli Pristawkin
Zehn Jahre lang war Anatoli Pristawkin Vorsitzender der Begnadigungskommission: Anhand zahlreicher, unsere Vorstellungskraft weit übersteigender Lebensläufe führt er in diesem Buch durch eine Hölle der Rechtlosigkeit.

Still … I Love You! Dennoch … Ich Liebe Dich!  von Gerald Marshal
Zweisprachig: Englisch und Deutsch 

What is love? I asked myself as a young kid abandoned by his parents, I asked this question over and over but I never found the answer. I should have tried harder because my ignorance as a young kid did not allow me the opportunity to experience true love when I was not in prison.

Was ist Liebe? Das fragte ich mich, als ein kleiner Junge von seinen Eltern verlassen, stellte diese Frage immer und immer wieder aber ich habe nie die Antwort gefunden. Ich hätte es härter versuchen sollen, denn meine Ignoranz ermöglichte es mir nicht, wahre Liebe vor meinem Gefängnisaufenthalt zu erfahren.

Das Buch von Gerald Marshall ist ausschließlich auf lulu.com erhältlich. Sämtliche Erlöse dienen der Unterstützung des Autors (Kosten des täglichen Bedarfs und Anwaltskosten) und seines 8jährigen Sohnes.