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18.02.2017 | Alabama: Jury soll über Todesurteile entscheiden

Erst vor wenigen Wochen wies der Oberste Gerichtshof Anträge auf Änderung des aktuellen Gesetzes in Alabama zurück, das besagt, dass die Richter in einem Todesstrafenprozess das entscheidende Urteil allein fällen dürfen, unabhängig von der Empfehlung der Jury.

Am Mittwoch hat ein Justizkommittee einen Gesetzesentwurf genehmigt, der der Jury die finale Entscheidung überlassen würde anstelle des Richters.
Der Entwurf, der von Republikaner Chris England ins Leben gerufen wurde, soll nicht nur der Jury die alleinige Macht über ein Urteil bringen, sondern das Urteil muß einstimmig sein. Somit müssen sich alle zwölf Juroren einig sein, wenn ein Todesurteil gefällt werden soll.
Bislang ist es so, dass zehn von zwölf Juroren einer Meinung sein müssen.

Mit einem Voting von 10-2 Stimmen genehmigte das Kommittee den Entwurf, der nun dem Senat vorgelegt werden muß.

Die „Equal Justice Initiative“ hat 2011 einen Bericht veröffentlicht, der aussagte, dass seit 1976 in 107 Fällen Alabamas Richter die Jury überstimmten. 92 % dieser Fälle endeten schließlich mit dem Todesurteil, obwohl die Jury eine lebenslange Haftstrafe empfahl.

UPDATE: Der Senat hat den Gesetzesentwurf am 23. Februar mit einer Abstimmung von 30 - 1 befürwortet.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
http://www.al.com/news/birmingham/index.ssf/2017/02/jury_would_have_final_say_on_d.html
(15.02.2017, Mike Cason)




www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de