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24.01.2017 | Alabama: Oberster Gerichtshof lässt Richtern die Macht über ein Todesurteil

Am Montag wies der Oberste US-Gerichtshof verschiedene Anträge zurück, die dazu führen sollten, dass ein Richter in Alabama nicht allein darüber entscheiden dürfe, ob ein Todesurteil verhängt würde oder nicht.

Alabama ist mittlerweile der einzige Bundesstaat, in dem ein Richter sich über die Jury hinwegsetzen kann, wenn diese sich für eine lebenslange Haftstrafe ohne Möglichkeit auf Bewährung ausspreche.
In Florida wie auch Delaware sind diese Gesetzespassagen erfolgreich angefochten worden.
Der Bundesstaat Alabama argumentiert aber damit, dass es Unterschiede zu Florida gebe. Beispielsweise sei es in Alabama notwendig, dass die Jury mindestens einen erschwerenden Faktor finden müsse, um einen Delinquenten für die Todesstrafe vorsehen zu können.

Einer aktuellen Studie der „Equal Justice Initiative“ (eine der Gruppen, die gegen das Todesstrafensystem kämpft) zufolge, wurden in vier Jahrzehnten 107 Juryempfehlungen überstimmt, in den meisten Fällen wurde ein Todesurteil verhängt.
Ebenso zeigt die Studie, dass 42 von 199 Todeskandidaten durch solch eine Richterübermacht ihr Todesurteil erhielten.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
http://www.usatoday.com/story/news/politics/2017/01/23/supreme-court-alabama-florida-death-penalty-judge-jury/96947280/
(23.01.2017, Richard Wolf)




www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de