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21.10.2016 | Arizona: Entscheidung über weiteren Einsatz von Midazolam

Midazolam ist immer wieder in Verruf, bei Hinrichtungen nicht die gewünschte Schmerzlosigkeit beim Delinquenten auszulösen. Mittwoch gab ein Gericht bekannt, dass zukünftig dieses Medikament nicht mehr verwendet werden würde.

Arizona richtet nach einem Protokoll hin, das drei Medikamente kombiniert. Midazolam ist eines von ihnen und soll als Sedativum dem Häftling die Schmerzen ersparen, die das darauf folgende Medikament auslöst. Diese Wirkung ist allerdings umstritten.

Der Einsatz von Midazolam könne aber möglicherweise in Zukunft wieder genehmigt werden, wenn sich der Gouverneur oder Gefängnisdirektor dazu entschließen sollte, so der Bezirksstaatsanwalt Neil Wake.

Vor knapp vier Monaten gab Arizona bekannt, das Medikament Midazolam nicht weiter zu verwenden, weil das Verfallsdatum überschritten sei und aufgrund von Protesten seitens der Todesstrafengegner auch kein neues Midazolam beschafft werden könne.

Da nun aber offenbar Ohio in der Lage war, dieses Medikament zu beschaffen, sieht sich Wake in der Pflicht, dem nachzugehen und setzte eine Anhörung dazu an.
Staatsanwalt Jeffrey Sparks meinte, es wäre nicht behauptet worden, dass es keine Quellen für Midazolam gebe, sondern dass der Staat nicht in der Lage sei, es zu beschaffen.
Wake hat bislang nicht entschieden, wie es in diesem Fall weitergehen wird.

Allerdings sind erst mal weiterhin alle Hinrichtungen gestoppt bis das Urteil darüber gesprochen ist.
Seit der verpfuschten Hinrichtung im Juli 2014 von Joseph Rudolph Wood sind keinerlei Hinrichtungen mehr in Arizona durchgeführt worden. Ihm wurden 15 Dosen Midazolam und ein Schmerzmittel verabreicht und dennoch dauerte es knapp zwei Stunden, bis er starb.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
http://abcnews.go.com/International/wireStory/arizona-court-hearing-focus-lethal-injection-drug-42906742
(19.10.2016, Jacques Billeaud)




www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de