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22.10.2013 | Brunei: Gesetzliche Einführung von Steinigung

Der Sultan von Brunei gab heute in einer Rede die schrittweise Einführung rigider Strafen im Rahmen einer islamischen Schariagesetzgebung bekannt, darunter auch drakonische Sanktionen wie etwa Tod durch Steinigung für Ehebrecher.

Sultan Hassanal Bolkiah, 67, dessen Familie seit sechshundert Jahren über das Land herrscht, forderte erstmals 1996 das Einsetzen der Scharia. Bislang wurde ein zweigleisiges System praktiziert, bei dem Zivilgerichte auf britischem Recht basieren und zum anderen Scharia-Gerichte für privat- oder familienrechtliche Fragen zuständig waren.

Die absolute Monarchie unter Sultan Bolkiah, einem der reichsten Männer der Erde, habe nun in den letzten Jahren ein neues Scharia-Strafrecht ausgearbeitet, das „in sechs Monaten ab jetzt stufenweise eingeführt“ werde. Es soll nur für Moslems gelten.

Muslimische Malaien stellen knapp 70 Prozent der Bevölkerung. Andere Glaubensrichtungen werden von Seiten der Behörden stark eingeschränkt.

Das Land besitzt reiche Ölvorkommen, was den 400.000 Einwohnern einen sehr hohen Lebensstandard beschert – Gesundheitsversorgung und Bildung bis einschließlich Studium sind kostenlos.

Künftig können demnach je nach Tatbestand Strafen verhängt werden wie Steinigung für Ehebrecher, Amputation von Gliedmaßen bei Diebstahl oder Auspeitschen für Vergehen wie Abtreibung oder Genuss von Alkohol.

Mit diesen Änderungen setzt das islamisch geprägte Brunei seine konservativen Tendenzen fort, die verglichen mit seinen muslimischen Nachbarstaaten Malaysia und Indonesien weit strenger verfolgt werden.

Seit einigen Jahren ist auf Betreiben des Sultans Religionsunterricht für alle muslimischen Kinder Pflicht und Geschäfte müssen während des Freitagsgebets für zwei Stunden geschlossen bleiben.

Quelle: Telegraph