In der Stadt Changsha wurde am 29. Dezember vormittags in der Sporthalle der Hunan Universität eine Massenverurteilung abgehalten, bei der 15 Personen für verschiedene Verbrechen zum Tode verurteilt wurden. Die Straftäter wurden direkt im Anschluss vom Universitätsgelände zur Hinrichtungsstätte geführt und exekutiert. Dokumentiert wurde dies mit einer ungewöhnlichen Reihe von Bildern des chinesischen NetEase Service. Es wird zwar nicht angegeben, wie die Hinrichtung durchgeführt wurde, doch bei dieser großen Anzahl ist davon auszugehen, dass die Delinquenten erschossen wurden.
In der voll besetzten Sporthalle wurden die Angeklagten in einer Reihe aufgestellt, wie bei Gefangenen üblich mit geschorenen Haaren, einer trug einen Schlafanzug.
Liu Zhuiheng, 52 Jahre, war zum Tode verurteilt worden wegen der Detonation eines Sprengsatzes im Juli 2010 in einem Steuerbüro in Changsha. Bei der Explosion des im früheren Heim des Vorsitzenden Mao befindlichen Büros kamen vier Menschen ums Leben, 17 wurden schwer verletzt. Liu Zhuiheng hatte sich von den Beamten ungerecht behandelt gefühlt.
Die Urteile der anderen Angeklagten erfolgten aufgrund von Mord, Überfall bzw. Raubmord. Derzeit können in China 55 Straftaten die Todesstrafe nach sich ziehen.
Der Menschenrechtsgruppe Dui Hua zufolge sank die Zahl der in China durchgeführten Hinrichtungen von 8000 im Jahr 2006 auf jährlich etwa 4000. Obschon dort nach wie vor mehr Menschen exekutiert werden als irgendwo sonst auf der Welt, finde die Ablehnung der Todesstrafe zunehmend Unterstützung. Seit Januar 2007 müssen alle Todesurteile vom Obersten Volksgerichtshof überprüft werden. Online-Kommentare bemängeln die große Korruption insbesondere bei Regierungsbeamten.
Quelle: Irish Times