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12.04.2013 | Florida: Hinrichtung von Larry Eugene Mann

Am Mittwochabend wurde in Florida der 59-jährige Larry Eugene Mann mittels Giftinjektion hingerichtet. Er war verurteilt worden, vor 32 Jahren eine Zehnjährige ermordet zu haben.

Er hatte das Mädchen in der Nähe ihrer Schule entführt, sie zu einem Orangenhain gefahren, wo er ihr die Kehle durchschnitt und mit einem Metallrohr auf den Kopf schlug. Er fuhr anschließend nach Hause und versuchte, sich das Leben zu nehmen. Später erklärte er den Polizeibeamten, er habe "etwas Dummes" gemacht.

Mann hatte vorher bereits mehrere Male kleine Mädchen sexuell belästigt. So hatte er einige Jahre davor eine Siebenjährige belästigt und zu dem Zeitpunkt, als er die Zehnjährige tötete, war er auf Bewährung draußen von einer Haftstrafe, die er erhalten hatte, weil er 1973 in Mississippi ein Mädchen vergewaltigt hatte. Er hatte diesem Mädchen gedroht, wenn es sich seinen Wünschen nicht füge, vergehe er sich an dem 18 Monate alten Baby im Nebenzimmer.

Wie eine Sprecherin von Gouverneur Rick Scott bekannt gab, wurde Mann um 19:19 Uhr im Staatsgefängnis in Starke für tot erklärt. Nur etwa eine Stunde vorher hatte der Oberste US-Gerichtshof den letzten Antrag des Häftlings zurückgewiesen.

Mann wollte keine letzten Worte sprechen, doch die Strafvollzugsbehörde gab nach der erfolgten Exekution seine letzte schriftliche Erklärung bekannt, die aus einer Bibelstelle bestand: "Denn der Tod ist der Sünde Sold; das Gnadengeschenk Gottes aber ist das ewige Leben in Jesus Christus, unserem Herrn."

Bei der Hinrichtung waren 28 Zeugen anwesend, darunter Pressemitglieder und eine Reihe von Familienangehörigen des Mordopfers.

Die Familie des Opfers veröffentlichte im Anschluss eine fünfseitige Erklärung, in der sie beanstandete, dass das Justizwesen Floridas tatsächlich über 32 Jahre benötigte, einen geständigen pädophilen Vergewaltiger und Mörder hinzurichten. Niemand gewinne durch die Urteilsvollstreckung, weder sei das Mädchen wieder lebendig, noch hörten die Schmerzen über den Verlust auf, doch immerhin nehme es nun mit den endlosen Anträgen und Einwänden der Verteidiger des Täters ein Ende.

Rund ein Dutzend Menschen hatte sich zu einer Mahnwache vor der Kathedrale von Saint Petersburg eingefunden, während drinnen Bischof Robert Lynch einen halbstündigen Gebetsgottesdienst abhielt, bei dem die 21 Anwesenden aufgefordert wurden, für die Familie des Opfers zu beten, bevor er sich mit Verweis auf das Fünfte Gebot gegen die Anwendung der Todesstrafe aussprach.

Vor dem Gefängnis protestierten weitere 38 Todesstrafengegner, während 43 Personen separiert für die Hinrichtung des Häftlings demonstrierten.

Seinen ersten Hinrichtungsbefehl hatte 1986 der damalige Gouverneur Bob Graham unterzeichnet, doch bis zuletzt hatten Mann und seine Anwälte zahlreiche Anträge in Gerichten aller Instanzen eingereicht, um die Exekution zu verhindern.

Mann gehörte mit über einem Dutzend weiterer Häftlinge zu den Gefangenen, die deutlich länger als 30 Jahre in Florida im Todestrakt auf ihre Hinrichtung warten. Insgesamt sind mehr als 400 Personen in Florida zum Tode verurteilt.

Quelle: Tampa Tribune