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11.07.2017 | Florida: Hunderte Todesurteile könnten noch einmal überprüft werden

Das neue Gesetz, das eine einheitliche Abstimmung seitens der Jury im Falle einer Todesstrafe vorsieht, hat nun die Folge, dass zahlreiche Fälle noch einmal überprüft werden müssen.

In der Vergangenheit war es so, dass eine Jury keine Einigkeit erlangen musste, wenn sie ein Todesurteil empfehlen wollte. Zudem konnte sich der Richter schließlich noch über die Empfehlung der Jury hinwegsetzen.
Im März dieses Jahres unterzeichnete Gouverneur Rick Scott ein Gesetz, dass nun für eine zwingende Einigkeit der Jury sorgt und dass der Richter nicht mehr die Befugnis hat, das von der Jury vorgeschlagene Urteil zu verändern.

Diese Gesetzesänderung zieht nun nach sich, dass alle nach dem Jahr 2002 gefällten Todesurteile noch einmal überprüft werden können. Jeder Insasse, der seit 2002 ein Todesurteil ohne die einstimmige Meinung der Jury oder durch eine alleinige Entscheidung des Richters erhalten hat, könne nun sein Urteil anfechten und eine neue Anhörung erwirken, so der Anwalt Gene Nichols.
Es werden Hunderte solcher Anträge erwartet.

Nichols sagt auch, dass diese Situation sehr problematisch für die Staatsanwälte sei. Denn zum einen müssten sie Zeugen von Fällen finden, die teilweise schon sehr lange her sind, und zum anderen ruft das auch die trauernden Opferfamilien auf den Plan, die erneut durch einen Prozess müssen. Außerdem sei es sehr schwierig, nun noch eine Jury zusammenzustellen, die nichts von den zu bearbeitenden Fällen weiß, denn Unvoreingenommenheit ist eins der Merkmale, die ein Jurymitglied aufweisen muss.

Quelle:
http://www.news4jax.com/news/new-law-puts-death-penalty-cases-under-review
(10.07.2017, Erik Avanier)




www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de