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18.03.2017 | Florida: Neue Staatsanwältin möchte keine Todesurteile mehr anstreben

Donnerstag kündigte die neue Staatsanwältin für den Neunten Gerichtsbezirk Aramis D. Ayala an, dass ihr Büro künftig darauf verzichten werde, die Todesstrafe zu fordern.

Ihre Entscheidung könnte weitere Kreise ziehen, sollten sich weitere Staatsanwälte ihrem Vorgehen anschließen.
Der Support für die Todesstrafe ist in den gesamten USA zurückgegangen, ebenso die Durchführung von Hinrichtungen.

Allerdings hat sie bislang wenig Rückdeckung anderer Justizvertreter. Pam Bondi, Floridas Generalstaatsanwältin, bezeichnete die Entscheidung Ayalas als „eklatante Vernachlässigung ihrer Aufgaben“.
Innerhalb von wenigen Stunden zog Gouverneur Rick Scott Ayala von einem Fall ab, der mit dem Tod eines Polizisten in Orlando zu tun hat.

Aramis Ayala ist der Ansicht, die Todesstrafe habe keinerlei abschreckende Wirkung und habe in der Vergangenheit keinen Gesetzeshüter vor Angriffen geschützt. Zudem sei die Wartezeit zwischen Todesurteil und Vollstreckung viel zu lang, was zu sehr hohen Kosten führe. „Strafe ist am effektivsten, wenn sie konsequent und schnell umgesetzt wird. Nichts von beidem trifft auf die Todesstrafe in diesem Staat zu,“ so die Staatsanwältin. Lebenslange Haftstrafen würden garantieren, dass gefährliche Straftäter nie wieder entlassen würden.

In Floridas Todestrakt sitzen 381 Häftlinge, von denen 22 in den Bezirken verurteilt wurden, für die nun Aramis Ayala die Verantwortung hat.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
https://www.nytimes.com/2017/03/16/us/orlando-prosecutor-will-no-longer-seek-death-penalty.html
(16.03.2017, Frances Robles, Alan Blinder)




www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de