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09.10.2013 | Florida: Völlig neue Giftzusammenstellung

Florida wird der erste US-Bundesstaat, der ein bislang bei Hinrichtungen noch nie eingesetztes Medikament als Bestandteil der drei Exekutionspräparate einführen will: Midazolam-Hydrochlorid.

Bereits kommende Woche könnte erstmals ein Mensch damit hingerichtet werden. Am 15. Oktober soll der wegen Vergewaltigung und Erdrosselung einer Frau vor 27 Jahren zum Tode verurteilte William Happ durch tödliche Injektion sterben. Dabei soll das sedierende, nicht jedoch schmerzstillend wirkende Midazolam als erstes von drei Mitteln verabreicht werden.

Mark Elliott von der Organisation Floridians for Alternatives to the Death Penalty FADP, einer Gruppe, die sich gegen die Todesstrafe engagiert, hält dies für bedenklich: „Bei Injektionen mit drei Mitteln ist die Gefahr groß, dass die Wirkung des ersten schnell verfliegt und niemand das mitbekommt.“ Der einzige Mensch, der wisse, ob durch die Verwendung von Midazolam Schmerzen verursacht werden oder nicht, sei derjenige, der damit getötet wird.

Nach dem ersten Präparat zur Sedierung folgt eines, das den Häftling lähmt, so dass er weder sprechen, atmen noch sich auf sonst eine Weise bemerkbar machen kann. Das dritte Präparat schließlich ist Kaliumchlorid, das den Herzstillstand herbeiführt – ein Mittel, das Elliott zufolge im Prinzip alle inneren Organe geradezu 'verbrennt'.

Da bei Exekutionen in Florida keine Mediziner anwesend sind, hält Elliott die Gabe des dafür nicht erprobten Midazolam für äußerst besorgniserregend. Es gebe keinerlei wissenschaftliche Erkenntnisse für derartige Einsatzzwecke und zudem seien diejenigen, die die Mittel injizieren, eigentlich medizinische Laien, die dennoch eine nach außen hin klinisch wirkende Prozedur durchführen.

Michael Crews, Leiter der Gefängnisbehörde in Florida, erklärte seinerseits in einem Schreiben an den Gouverneur, worin er die neue Prozedur darlegte, die Vorgehensweise sei geprüft worden, sie bringe keine Schmerzen oder Leiden mit sich.

In Florida und 13 anderen Bundesstaaten kam in den letzten Jahren bei Hinrichtungen Pentobarbital zum Einsatz.

Seit Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA wird Happ der 79. Häftling, der in Florida exekutiert wurde.

Quellen: Baynews9, Initiative gegen die Todesstrafe