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26.04.2013 | Indien: Deutschland gegen Todesstrafe - ausnahmslos

Der deutsche Botschafter in Indien Michael Steiner erklärte in Hyderabad, Deutschland wende sich ausnahmslos in jedem Fall gegen die Todesstrafe, dies gelte auch für den wegen terroristischer Anschläge zum Tode verurteilten Devinderpal Singh Bhullar.

„Wir sind prinzipiell gegen die Anwendung der Todesstrafe. Das ist unser Standpunkt. Er ist allgemein bekannt. Wir stehen damit nicht allein da auf der Welt, viele Länder teilen diesen Standpunkt. Indien kennt ihn“, sagte Steiner. Er fügte hinzu, diese Haltung habe man auch der indischen Regierung gegenüber ausgedrückt. Die Todesstrafe sei der Justiz nicht dienlich.

Bhullar erhielt das Todesurteil aufgrund eines Bombenanschlags im September 1993 in Neu-Delhi, bei dem neun Menschen ums Leben kamen und 25 weitere verletzt wurden, darunter der damalige Präsident des Jugendkongresses MS Bitta. Auf der Flucht Richtung Kanada wurde Bhullar im Dezember 1994 von den deutschen Behörden verhaftet und im Januar 1995 an Indien ausgeliefert.

Auf Nachfragen antwortete Steiner, er habe keine Forderung an die indische Regierung gestellt, bei der es speziell um den Fall Bhullar ging: „Ich habe überhaupt nichts gefordert. Ich denke, unsere Haltung diesbezüglich ist völlig eindeutig, und dies betrifft sämtliche Fälle, bei denen die Todesstrafe im Raum steht.“

Steiner ist im Rahmen einer Initiative der deutschen Regierung und des Deutschen Innovations- und Wissenschaftshauses New Delhi (DWIH) in Hyderabad, der 'Excellence on Tour 2013'. Die achttägige Roadshow soll Interessierten die verschiedenen Forschungsmöglichkeiten in Deutschland aufzeigen. Sie können dabei auch direkt mit teilnehmenden deutschen Institutionen in Kontakt treten.

Quelle: Times of India