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17.04.2013 | Indien: Gericht weist Antrag Bhullars zurück

Am Freitag lehnte der Oberste Gerichtshof Indiens den Antrag eines Häftlings ab, der gefordert hatte, sein Todesurteil aufgrund der "unverhältnismäßig langen Wartezeit", bis über seinen Antrag auf Begnadigung entschieden wurde, in lebenslange Haft umzuwandeln. Damit könnte die Hinrichtung von Devinder Pal Singh Bhullar nun stattfinden.

Bhullar war im Jahr 2001 wegen eines Anschlags 1993 in Delhi verurteilt worden, bei dem neun Menschen ums Leben kamen. Er soll auch an Vergeltungsschlägen nach der Stürmung des Tempels von Amritsar beteiligt gewesen sein. Damals wurde in der Folge unter anderem Premierministerin Indira Gandhi ermordet.

Bhullars 2002 eingereichtes Gnadengesuch lehnte Präsident Pranab Mukherjee im Jahr 2011 ab.

Noch 17 weitere zum Tode Verurteilte, deren Anträge auf Begnadigung abgelehnt wurden, könnten von dieser Gerichtsentscheidung betroffen sein, darunter auch drei Attentäter des ehemaligen Premierministers Rajiv Gandhi.

Der Fall Devinder Pal Singh Bhullar ist auch für Deutschland von besonderer Bedeutung, da Bhullar 1994 auf dem Frankfurter Flughafen mit einem gefälschten Pass verhaftet worden war. Er stellte einen Asylantrag, doch dieser wurde abgelehnt aufgrund der falschen Dokumente und im Hinblick auf die Straftaten, für die er zur Fahndung ausgeschrieben war.

Bhullar wurde 1995 trotz Warnungen von Menschenrechtsorganisationen nach Indien abgeschoben, wo er umgehend verhaftet wurde. Die Menschenrechtler hatten die Befürchtung, Bhullar drohe in seinem Heimatland Folter und sogar im äußersten Fall die Todesstrafe, weshalb die deutschen Behörden eine Abschiebung nicht hätten anordnen dürfen. Das Frankfurter Verwaltungsgericht verurteilte dies denn auch zwei Jahre später als Rechtsverstoß.

In Indien werden Todesurteile nur selten auch vollstreckt, doch in den letzten Monaten wurden zwei Männer gehängt. Sollte Bhullar aus der ärztlichen Behandlung entlassen und ins Gefängnis von Tihar überstellt werden, wie einige Beobachter befürchten, könnte seine Hinrichtung in Kürze erfolgen.

Quellen: BBC News, Spiegel, Truth Dive

 

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