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25.01.2013 | Irak: Tariq Aziz drängt auf baldige Hinrichtung

Tariq Aziz, der ehemalige Vizepremierminister unter Iraks früheren Diktator Saddam Hussein, beabsichtigt, Papst Benedikt XVI. um Hilfe zu bitten, damit das vom Irak 2010 gegen ihn verhängte Todesurteil schnell vollstreckt wird.

Der Aussage seines Anwalts Badie Aref zufolge sagte Aziz, er habe nicht das Gefühl, im Gefängnis schlecht behandelt zu werden. Nun wolle er jedoch, dass seinem Leiden ein Ende gesetzt werde, er ziehe den Tod "diesem Zustand" vor. Dem Vernehmen nach leidet Aziz unter Depressionen, zudem habe er hohen Blutdruck, Herzbeschwerden, Diabetes und Geschwüre.

Aziz hatte sich Tage nach dem Fall Baghdads im April 2003 den Behörden gestellt und befindet sich seitdem im Gefängnis. Seine Familie bemühte sich mehrfach, ihn aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands aus der Haft frei zu bekommen, seit er Ende 2007 einen Herzinfarkt erlitten hatte.

Im Oktober 2010 wurde Aziz für "Mord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit" schuldig gesprochen und zum Tod verurteilt.

Als Angehöriger der chaldäisch-katholischen Kirche hat sich Aziz bereits verschiedentlich an den Vatikan gewendet. Nun möchte er an Papst Benedikt XVI. appellieren und um dessen Unterstützung für eine zügige Urteilsvollstreckung bitten.

Es gilt jedoch als wenig wahrscheinlich, dass der Papst sich für eine schnelle Exekution einsetzen wird, da er sich immer wieder gegen die Todesstrafe ausgesprochen hat und sowohl Beamte des Vatikans wie auch irakische Bischöfe für Aziz um Milde gebeten haben.

Auch die Europäische Union und mehrere westliche Regierungen haben Baghdad aufgefordert, Aziz zu begnadigen.

Quellen: AFP, Catholic Culture