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02.07.2017 | Iran: 239 Hinrichtungen in der ersten Hälfte des Jahres

Der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) zufolge, ließ die iranische Regierung bereits 239 Menschen während der ersten Jahreshälfte hinrichten.

Unter den Exekutierten sollen sich auch drei Personen befunden haben, die zum Zeitpunkt ihrer angeblichen Tat noch minderjährig waren. Einer der jugendlichen Täter wurde im Zentralgefängnis Karaj wegen angeblichen Mordes, den er 30 Jahre zuvor im Alter von 16 Jahren begangen haben soll hingerichtet. Bei den beiden anderen jugendlichen Tätern, die ebenfalls exekutiert wurden, soll es sich um Arman Asemani und Hassan Hassanzadeh gehandelt haben. 

194 von den insgesamt 239 Hinrichtungen wurden durch inoffizielle Quellen bekanntgegeben, 45 Exekutionen wurden offiziell durch iranische Justizbehörden und den staatlich geführten Medien bestätigt. Zwölf der Hinrichtungen wurden in der Öffentlichkeit vollstreckt. 

129 der 239 hingerichteten Gefangenen waren aufgrund von Drogendelikten zum Tode verurteilt worden. Iranische Parlamentsmitglieder hatten bereits gefordert, die aufgrund von Drogendelikten anstehenden Hinrichtungen für mindestens 5000 Gefangene zu stoppen, deren Fälle noch weitere Ermittlungen erfordern.

Im Jahr 2016 wurden im Iran dem Jahresbericht des IHR zufolge mindestens 530 Menschen hingerichtet. Die Anzahl an jährlich vollstreckten Hinrichtungen im Iran ist dabei während der vergangenen zehn Jahre dramatisch gestiegen, so dass der Iran im weltweiten Vergleich zu den Ländern zählt, die am meisten Menschen exekutieren lassen. 

Weitere Informationen zu der Todesstrafe im Iran finden Sie auch in unserem Länderbericht "Die Todesstrafe im Iran" auf unserer Webseite unter der Rubrik "Todesstrafe in der Welt".

Quelle:

"Iran: 239 executions in the first half of 2017", Iran Human Rights vom 30. Juni 2017.