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23.10.2017 | Iran: Änderung des Drogengesetzes könnte 4000 zum Tode Verurteilten das Leben retten

Nach jahrelangem Druck durch die Vereinten Nationen und andere Menschenrechtsvereinigungen hat das iranische Parlament nun eine Änderung des Drogenhandelgesetzes verabschiedet, welches Tausenden von Gefangenen das Leben retten könnte.

Iran hat im weltweiten Vergleich eines der höchsten Pro-Kopf-Hinrichtungsrate. Mindestens 567 Menschen wurden im Jahr 2016 hingerichtet, ein Jahr zuvor waren es sogar 977. Die Mehrheit der exekutierten Personen war wegen Drogendelikten zum Tode verurteilt worden. Am 14. Oktober verabschiedete nun das iranische Parlament eine Änderung des Drogengesetzes, demzufolge die Todesstrafe bei Drogendelikten nur noch dann ausgesprochen werden soll, wenn es sich um bewaffnete Drogenhändler oder Drogenbosse handelt, Kinder zu zwecken des Drogenhandels eingesetzt werden oder wenn es sich um vorbestrafte Personen handelt, die bereits zuvor Freiheitsstrafen von über 15 Jahren erhalten hatten.

Nach Aussage des Komiteemitglieds Yahya Kamalipours am 10. September, würde das Gesetz rückwirkend Anwendung finden und könnte damit mindestens 4000 aufgrund von Drogendelikten zum Tode Verurteilten das Leben retten. Bahman Taherkhani, ebenfalls Mitglied des Komitees, schätzte, dass die Anzahl an Hinrichtungen mit der Neueinführung dieses Gesetzes um 80 Prozent sinken könnte. 

Weitere allgemeine Informationen zur Todesstrafe im Iran finden Sie in dem Länderbericht "Die Todesstrafe im Iran" auf unserer Webseite.

Quelle und weitere Informationen:

"After Years of International Condemnation, Iran Revises Penalty Policy", Center for Human Rights in Iran vom 20. Oktober 2017.