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24.05.2017 | Malaysia: Amnesty International kritisiert zwei im Geheimen vollstreckte Hinrichtungen

In Malaysia sind heute erneut zwei Männer exekutiert worden. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International zeigte sich empört und fordert ein unverzügliches Hinrichtungsmoratorium.

Die Hinrichtungen erfolgten heute am frühen Morgen im Sungai Buloh Gefängnis und wurden unter Geheimhaltung vollstreckt. Nach Informationen Amnesty Internationals handelte es sich bei den beiden Männern um den 48-jährigen Yong Kar Mun sowie einen weiteren Mann, der wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Yong Kar Mun war wegen des Entladens einer Schußwaffe während eines Raubüberfalles zum Tode verurteilt worden. 

Informationen über Yongs Hinrichtung wurden erst kurz vor der Vollstreckung bekanntgegeben: Seine Familie wurde 24 Stunden vorher über die bevorstehende Exekution unterrichtet. Über die Hinrichtung des zweiten Mannes waren keine Informationen preisgegeben worden.

Shamini Darshni Kaliemuthu, Direktorin von Amnesty International in Malaysia, verurteilte vehement die geheime Hinrichtungspraktiken Malaysias, welche gegen jegliche internationale Rechtsnormen und Standards verstoßen. "Es ist höchste Zeit, dass die Regierung Malaysias diese Praktiken beendet", so die Worte der Direktorin. Durch die Geheimhaltung von Hinrichtungen würde den Verurteilten jegliche Chance auf eine Prüfung ihres Urteils genommen. Auch habe die Regierung versprochen, die Todesstrafe zu reformieren, jedoch bislang keine konkreten Gesetzesentwürfe hierzu verabschiedet. Wenn Malaysia beabsichtige, dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen beizutreten, solle die Regierung ihre Verpflichtung Menschenrechte einzuhalten demonstrieren und die Vollstreckung von Hinrichtungen einstellen. 

Amnesty International hatte bereits im März die Hinrichtungen der zwei Brüder Rames und Suthar Batumalai kritisiert. Auch hier hatte die Regierung erst 48 Stunden vor der Vollstreckung Informationen bekanntgegeben.

Die übliche Hinrichtungsmethode in Malaysia ist Erhängen. Todesurteile können bei tödlichen wie auch einer Reihe nicht-tödlicher Delikte wie Drogenhandel, Raub oder terroristische Handlungen ausgesprochen werden.

Quelle und weitere Informationen:

"Amnesty criticises two ‘secretive executions’, calls for moratorium on death penalty", malaymail online vom 24. Mai 2017; Amnesty International, Cornell Law School.