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14.10.2013 | Missouri: Gouverneur stoppt Hinrichtungstermin

Nachdem die Gefängnisbehörde von Missouri kürzlich mitteilte, das für zwei in den nächsten Wochen anstehende Hinrichtungen eingeplante Medikament Propofol werde an die Hersteller zurückgesendet, reagierte nun auch der Gouverneur.

In der Europäischen Union ist die Todesstrafe verboten, daher sind hier auch Exportbeschränkungen für Propofol in der Diskussion, sollte es für Giftinjektionen bestimmt sein. Damit könnte sich auch ein Engpass für sonstige Anwendungen des Medikaments in den USA ergeben.

Am Freitag nun blockierte Missouris Gouverneur Jay Nixon von den Demokraten die festgesetzten Exekutionen. Er forderte die Behörde zudem auf, eine Methode der Giftinjektion zu entwickeln, die ohne Propofol auskommt.

Propofol ist das in amerikanischen Krankenhäusern und Kliniken am meisten verwendete Anästhetikum. Fast 90 Prozent des dort verwendeten Medikaments stammt aus europäischer Produktion.

Nixon begründete diesen Schritt, es gehöre zu seinen Aufgaben sicherzustellen, dass der Gerechtigkeit Genüge getan und die Gesundheit der Öffentlichkeit geschützt werde. Daher habe er im Zusammenhang mit den Bedenken um den Einsatz von Propofol bei Hinrichtungen entschieden, die Exekution von Allen Nicklasson am 23. Oktober auszusetzen.

Der Gouverneur, der als überzeugter Befürworter der Todesstrafe gilt, begründete seine knappe Ankündigung nicht mit angedrohten Lieferbeschränkungen der EU. Nixon amtierte zuvor 16 Jahre als Justizminister des Bundesstaats. Während dieser Zeit wurden 59 Personen hingerichtet.

Fresenius Kabi ist der führende Hersteller des Präparats. In einer Stellungnahme lobte John Ducker von Fresenius Kabi USA den Schritt Nixons: „Dies ist eine Entscheidung, die von der Ärzteschaft und den Patienten landesweit begrüßt werden dürfte, die besorgt waren, wie sich eine etwaige Verknappung des Mittels auswirken könnte.“

Quellen: Associated Press, New York Daily News