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01.12.2016 | Nebraska: Medikamentenhersteller womöglich zukünftig geheim

Im November hat Nebraska durch einen Volksentscheid die Todesstrafe wieder eingeführt und möchte nun auch die Produktion und Lieferung der nötigen Medikamente für Hinrichtungen geheimhalten.

Nebraskas Gefängnisbehörde hatte im letzten Jahr Schlagzeilen damit gemacht, dass Geschäftsführer Scott Frakes für 50 000 Dollar einen indischen Mann illegalerweise beauftragt hat, für diese Summe Hinrichtungsmedikamente zu beschaffen. Nachweislich haben diese aber nie das Land verlassen und kamen somit nie am Zielort an.

Nun sieht es aber so aus, als dürfe Frakes zukünftig offiziell so handeln, dass die Öffentlichkeit keine Informationen darüber erhalten wird, woher die nötigen Medikamente für eine Hinrichtung stammen. Alle Informationen über die Hersteller und Lieferanten dürften dann geheim gehalten werden.

Danielle Conrad von der American Civil Liberties Union (ACLU) in Nebraska äußerte sich darüber erschrocken. Denn ihrer Meinung nach sollte die Gefängnisbehörde nach allen Skandalen hinsichtlich der Medikamentenbeschaffung doch eher verstärkt dafür sorgen, dass transparent und vertrauenswürdig gehandelt würde, anstatt für noch mehr Zweifel zu sorgen.

Bei der Erstellung eines neuen Protokolls soll es nun möglich sein, dass der Gefängnisdirektor entscheiden kann, was „nötig und angemessen“ hinsichtlich der Details der Medikamentenbeschaffung sein soll. Und der Staat sagt, die Geheimhaltung sei „nötig und angemessen“.
Ebenfalls soll es in der Macht des Gefängnisdirektors liegen, die Medikamente und die jeweiligen Dosen zu variieren. Die Insassen würden lediglich 60 Tage vor dem Hinrichtungstermin darüber informiert werden.

Eine Anhörung bezüglich dieser Veränderungen soll am 30. Dezember stattfinden, in welcher auch die Öffentlichkeit zu Wort kommen darf.

Quelle mit weiterführenden Links:

https://www.buzzfeed.com/chrismcdaniel/after-bringing-back-the-death-penalty-nebraska-looks-to-act?utm_term=.avnDMNBql#.vp88W9mp5
(29.11.2016, Chris McDaniel)




www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de