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02.11.2017 | Ohio: Insasse darf während der Hinrichtung sitzen

Einem Todeskandidaten in Ohio ist es aufgrund seines stark angeschlagenen Gesundheitszustandes während seiner Hinrichtung erlaubt, eine sitzende Haltung einzunehmen.

Der 69-jährige Alva Campbell soll am 15. November per Giftinjektion für den Mord eines Jugendlichen 1997 sterben. Üblicherweise liegt der Insasse auf eine Bare geschnallt, wenn ihm der Giftcocktail verabreicht wird. Doch bei Campbell soll dies als Ausnahme anders gehandhabt werden, so entschied nun der Arzt.

UPDATE: Campbell beantragt Hinrichtung durch das Erschießungskommando!

Als bei einem am 19. Oktober durchgeführten Test Unruhe bei Campbell auftrat als er sich hinlegen musste, kam es zur einer genauen Prüfung der Umstände. Die Krankenschwester hatte zudem Probleme, geeignete Venen zu finden. Dr. James McWeeney war zwar der Ansicht, keine wirklich beunruhigenden Veränderungen feststellen zu können, wies aber auch darauf hin, dass es bei Campbells Gesundheitszustand angebracht wäre, seine Position während der Hinrichtung abweichend der normalen Position auszurichten.

Alva Campbell leidet aufgrund jahrelangen starken Rauchens an COPD (chronisch obstruktiver Lungenerkrankung), habe das Rauchen aber seit neun Jahren eingestellt.
Seine Anwälte wiesen daraufhin, dass er an einem Rollator gehen würde, einen Kolostomiebeutel mit sich tragen müsse (Anm.: wird bei einem künstlichen Darmausgang benötigt) und womöglich auch schon Lungenkrebs habe.

Nach einer 20-jährigen Haftstrafe wegen Mordes wurde er 1992 auf Bewährung entlassen. Fünf Jahre später spielte er gesundheitliche Probleme (Lähmungen) vor, konnte er - sich fortbewegend in einem Rollstuhl - auf dem Weg zu einer gerichtlichen Anhörung wegen verschiedenen Anklagen wegen Raubes einem stellvertretenden Sheriff die Waffe entreißen. Damit zwang er einen 18-Jährigen, ihn mit dem Auto wegzufahren. Später schoß er dem Jugendlichen zweimal in den Kopf.

Campbell sei als Kind regelmäßig geschlagen, sexuell missbraucht und gequält worden, so trugen seine Anwälte in verschiedenen Anträgen und auch vor dem Berufungsgericht in Ohio vor.
Sein Gnadengesuch wurde zu Beginn letzten Monats abgelehnt, nun kann nur noch Gouverneur John Kasich einschreiten.

Quelle:
https://www.10tv.com/article/doctor-approves-ill-ohio-inmate-sitting-during-execution
(31.10.2017, AP)




www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de