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22.09.2017 | Ohio: Reaktionen bei Hinrichtung als normal eingestuft

Dass sich bei einer Hinrichtung nach der Injektion von Midazolam immer wieder die Bauchdecke des Insassen hebt und senkt, sei ein normales Phänomen und kein Grund, eine Hinrichtung abzubrechen, so begründete Bundesrichter Michael Merz seine Entscheidung, bei der Hinrichtung von Gary Otte nicht zu intervenieren.

Die Beschreibung während der Hinrichtung Ottes sei nicht genug gewesen, um „unrechtmäßige ernsthafte Schmerzen darzustellen“, so das fünfseitige Urteil des Richters. Außerdem sei es ohnehin wahrscheinlich zu spät gewesen, um erfolgreich einzugreifen.

Nachdem das erste Medikament - das Sedativum Midazolam - injiziert wurde, hob und senkte sich immer wieder Ottes Bauchdecke. Ähnlich war es bei anderen Hinrichtungen auch, allerdings schien es dieses Mal deutlich länger zu dauern.
Carol Wright, Ottes Pflichtverteidigerin, sagte, sie habe auch Tränen auf seinem Gesicht gesehen, ebenfalls habe er seine Hände zu Fäusten geballt, was ein Zeichen von deutlichem Leiden sei.

Wright berichtete über die Zeichen, dass ihr Klient möglicherweise noch bei Bewusstsein sei. Allen Bohnert, ein weiterer Pflichtverteidiger, rief Richter Merz um 10:48 Uhr (Ortszeit) an, doch er verweigerte ein Einschreiten. Die Zeichen seien nicht eindeutig genug, so sein Argument.

Ohios nächste Hinrichtung soll am 15. November stattfinden, wenn Alva Campbell für den 1997 begangenen Mord an dem 18-jährigen Charles Dials sterben soll.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
http://www.cleveland.com/metro/index.ssf/2017/09/gary_ottes_reaction_to_death_d.html
(20.09.2017, AP)




www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de