Hinrichtungen 2018: min. 690 plus 'Tausende' in China

News

21.11.2017 | Pakistan: Vereinte Nationen fordern Abschaffung der Todesstrafe für Blasphemie

Die Vereinten Nationen haben im Rahmen des dritten Periodischen Überprüfungsverfahren (UPR) die pakistanische Regierung aufgefordert, sich an ihre Verpflichtung zur Einhaltung des Internationalen Paktes zu halten und entsprechend die Todesstrafe für Blasphemie abzuschaffen.

Die Mitglieder der Vereinten Nationen forderten des weiteren, dass Pakistan religiöse Minderheiten sowie andere gefährdete Gruppen wie Journalisten schützt und die Stärkung der Nationalen Kommission für Menschenrechte, um gegen diejenigen zu ermitteln, die Menschenrechtsverletzungen begehen. 

Über hundert Abgeordnete nahmen an dem Periodischen Überprüfungsverfahren der Vereinten Nationen teil, das zum dritten Mal für Pakistan durchgeführt wurde. Man erwarte von Pakistan die Standards zur Gewährleistung der Menschenrechte einzuhalten, so Frederick Rawski, asiatischer Direktor der Internationalen Kommission für Juristen (ICJ).

Informationen des ICJ zufolge hat Pakistan seit der Aufhebung des Moratoriums fast 500 Menschen in weniger als drei Jahren hingerichtet und weist damit weltweit eine der höchsten Hinrichtungsraten auf. Auch habe das pakistanische Parlament eingewilligt, dass Militärgerichte Zivilpersonen für bestimmte Verbrechen im Zusammenhang mit Terrorismus in geheimen Gerichtsverfahren verurteilen kann. Zudem habe es eine Bekämpfungswelle gegenüber Nichtregierungsorganisationen, Journalisten und Menschrechtsaktivisten gegeben.

Hintergrundinformationen zur Todesstrafe in Pakistan:

Nach dem Anschlag der Taliban im Dezember 2014 auf eine Schule in Peshawar, bei dem über 140 Menschen ums Leben kamen, hatte die pakistanische Regierung das seit 2008 bestehende Hinrichtungsmoratorium aufgehoben und Hinrichtungen für terroristische Straftaten wieder erlaubt. Wenige Monate später hob Pakistan das Moratorium vollständig wieder auf, so dass die Todesstrafe seitdem wieder uneingeschrännkt verhängt werden kann.

Mittlerweile zählt Pakistan im weltweiten Vergleich zu den Nationen, die jährlich am meisten Hinrichtungen durchführen. Nur in China und dem Iran wurden in den vergangenen zwei Jahren mehr Menschen exekutiert. Weitere allgemeine Informationen hierzu finden Sie auch in unserem Länderbericht "Die Todesstrafe in Pakistan" auf unserer Webseite.

Quelle und weitere Informationen zur heutigen Nachricht:

"Abrogate execution of religous minorities in Pakistan", Christians in Pakistan vom 19. November 2017.

 

www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de