Hinrichtungen 2018: min. 690 plus 'Tausende' in China

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27.10.2018 | Singapur: Sechs Männer aufgrund von Drogendelikten hingerichtet

In Singapur wurden in diesem Monat trotz internationaler Appelle, ein Moratorium auszusprechen, sechs Männer aufgrund von Drogendelikten gehängt.

Eine der Hinrichtungen fand am Freitagmorgen im Changi Gefängnis statt, in dem der 31-jährige Pabu N. Pathmanathan gehängt wurde. Der aus Malaysia stammende junge Mann befand sich seit 2014 im Todestrakt. Bei zwei weiteren der hingerichteten Männer soll es sich um den singapurischen Irwan bin Ali sowie Mr Pathmanathan gehandelt haben. Zuvor berichtete die International Federation for Human Rights von der Hinrichtung Selamat bin Paki, die im Geheimen durchgeführt worden sein soll.

Von den zwei weiteren exekutierten Personen sind bislang keine weiteren Informationen zu ihrer Identität bekannt.

Nach Aussage des Familienanwalts von Mr. Pathamanathan, war vor der Hinrichtung ein Gnadengesuch beim Präsidenten Halimah Yacob eingereicht worden. Dieser soll laut Medienberichten das Gesuch mit der Begründung "nicht imstande, dem Gesuch stattzugeben" abgelehnt haben. Die Familienangehörigen sowie die Gefangenen selbst sollen weniger als eine Woche zuvor von der bevorstehenden Hinrichtung in Kenntnis gesetzt worden sein. 

Die Exekutionen haben erneut zu internationalen Appellen an die singapurische Regierung geführt. Amnesty International kritisiert hierbei insbesondere, dass die Anwendung der Todesstrafe in Singapur internationale Rechtsnormen bricht und damit gegen internationale Menschenrechtsabkommen verstößt.

Gefordert wird ein unverzügliches Moratorium, wie es in Malaysia ausgesprochen wurde. Die Regierung Malaysias hatte am 10. Oktober, dem Internationalen Welttag gegen die Todesstrafe, verkündet, die Todesstrafe abzuschaffen und alle Todesurteile in lebenslängliche Haftstrafen zu verwandeln.

Quellen und weitere Informationen:

"Singapore executes six men over drug trafficking despite international pleas", ABC News vom 27. Oktober 2018.