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22.09.2012 | Texas: Robert Harris hingerichtet

Am Donnerstag Abend wurde der 40-jährige Robert Wayne Harris in Texas mit der Giftspritze hingerichtet. Er tötete vor zwölf Jahren fünf Menschen an einer Autowaschanlage, wo er wenige Tage zuvor seinen Job verloren hatte.

Im März 2000 hatte Harris in Irving im Mi-T-Fine Car Wash fünf Menschen getötet, und war für den Mord an zwei der Opfer zum Tode verurteilt worden. Nach seiner Verhaftung führte er die Polizei auch zu den sterblichen Überresten einer Frau aus Irving. Für ihre Entführung und Tötung wurde er ebenfalls angeklagt, man machte ihm dafür jedoch nie den Prozess. Die 37-jährige Sandra Scott war vier Monate vor der Tat an der Waschanlage verschwunden.

Harris leugnete seine Taten nicht, seine Anwältin Lydia Brandt beantragte jedoch, ihm aufgrund seines geistigen Zustands die Urteilsvollstreckung zu ersparen, da der Oberste Gerichtshof der USA die Hinrichtung geistig Behinderter verboten hat. Brandt beanstandete des weiteren die Wahl der Geschworenen bei seinem Prozess in Dallas, bei der die Staatsanwaltschaft in nicht angemessenem Maß alle fünf schwarzen potentiellen Geschworenen aus der Gesamtgruppe streichen ließ. Harris ist Schwarzer. Die ausschließlich aus Weißen bestehende Geschworenenauswahl beriet sich weniger als eine Viertelstunde, bis sie das Todesurteil fällte.

Robert Harris hatte acht Jahre wegen Einbruchs und weiterer Delikte im Gefängnis verbracht, wo man ihn meist in Einzelhaft gehalten hatte. Er galt als schwieriger Häftling, der Gefängnispersonal und Mithäftlinge angegriffen hatte und einmal seine Zelle in Brand stecken wollte. Er handelte auch mit Drogen und verhielt sich sexuell auffällig.

Nach seiner Freilassung hatte er zehn Monate im Mi-T-Fine Car Wash gearbeitet. Ihm wurde fristlos gekündigt und man rief die Polizei, nachdem er sich einer Kundin gegenüber entblößt hatte.

Drei Tage später erschien er am Montag Morgen, bevor die Waschanlage öffnete, um die erfahrungsgemäß hohen Einkünfte des Wochenendes zu stehlen. Er verlangte die Öffnung des Safes und erschoss dann den leitenden Angestellten Dennis Lee, 48, dessen Mitarbeiter Agustin Villasenor, 36, der ihn gefeuert hatte, sowie die Kassiererin Rhoda Wheeler, 46. Für die Ermordung der beiden letztgenannten Opfer erhielt Harris die Todesstrafe.

Er schoss auch auf drei weitere Angestellte, die nach und nach zur Arbeit erschienen, zwei wurden dabei tödlich getroffen, darunter der 32-jährige Bruder von Villasenor, Benjamin, der dort seit sieben Jahren arbeitete, und der 15-jährigen mexikanische Mitarbeiter Roberto Jimenez Jr.

Ein später eintreffender Mitarbeiter glaubte Harris nicht, dass dieser gerade erst gekommen sei und ein Blutbad vorgefunden habe. Der Mitarbeiter wurde in Folge von Harris mit einem Messer bedroht, entfernte sich und setzte einen Notruf ab.

Am darauffolgenden Tag erfolgte die Festnahme. Harris hatte offenbar mit dem entwendeten Geld Kleidung gekauft, in ein Motel eingecheckt und einen Freund gebeten, Goldschmuck für ihn zu kaufen.

Wenige Wochen vor seinem Hinrichtungstermin hatte er einem Fernsehinterview zugestimmt, änderte dann jedoch kurzfristig seine Meinung und versteckte sich unter einer Abdeckplatte, als er zum Interview gebracht wurde. Gefängnisbeamte mussten ihn von dort in seine Zelle zurückführen.

Robert Harris wurde 25 Minuten nach Beginn der Injektion mit einer tödlichen Dosis Pentobarbital um 6:43 Uhr Ortszeit für tot erklärt. Der Oberste US-Gerichtshof hatte nur zwei Stunden vorher seine letzten Anträge zurückgewiesen.

Ein Bruder von Harris und drei Freunde waren als Zeugen anwesend. In seinen letzten Worten dankte er ihnen und sagte: „Ich gehe heim. Ich gehe heim. Macht euch keine Sorgen. Mir wird es gutgehen. Gottes Segen! Und die Texas Rangers, Texas Rangers.“

Quellen: Associated Press, Reuters