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15.12.2017 | USA: Historisch niedrige Zahl von Todesurteilen und Hinrichtungen

Mit 23 Hinrichtungen und 39 Todesurteilen erreicht die Todesstrafe in den USA dieses Jahr ein historisches Tief.

Der Jahresendbericht des „Death Penalty Information Centers“ zeigt einen deutlichen Rückgang der Befürwortung solch einer Bestrafungsform. Eine Gallup Studie konnte einen Support der Todesstrafe durch die Bürger mit nur 55 % ermitteln, der niedrigste Prozentsatz seit März 1972.

Die 39 in 2017 ausgesprochenen Todesurteile und 23 Hinrichtungen sind die zweitniedrigste Anzahl seit der Wiedereinführung der Todesstrafe 1972.
Außerdem setzen sich diese Zahlen aus nur wenigen Bundesstaaten und wenigen Counties zusammen. Texas ist nach wie vor der Bundesstaat mit den meisten Hinrichtungen. In diesem Jahr starben dort sieben Männer durch die Giftspritze (die gleiche Hinrichtungszahl war auch im vergangenen Jahr zu verzeichnen).
Interessanterweise hat der Bezirk, der dort bislang für die meisten Hinrichtungen und Todesurteile verantwortlich war, dieses Jahr kein einziges Todesurteil ausgesprochen oder eine Hinrichtung durchgeführt. Das ist seit 1974 das erste Mal.
Dieses Jahr ist Arkansas, der Bundesstaat, der sich mit Doppelhinrichtungen in die Medien gebracht hatte, direkt hinter Texas. Vier Menschen wurden mit der Giftinjektion getötet (von geplanten acht).

In Florida änderten sich in diesem Jahr einige wichtige Gesetze bezüglich der Todesstrafe. Eine einstimmige Jury sei grundsätzliche Voraussetzung für ein Todesurteil; später wurde dem Richter die Macht entzogen, die Jury überstimmen zu können, wenn sich diese gegen ein Todesurteil aussprach.

Vier Menschen konnten aus dem Todestrakt als unschuldig entlassen werden. Insgesamt steigt damit die Zahl der unschuldig zum Tode Verurteilten seit 1973 auf 160. Dies zeigt wieder einmal deutlich, wie rassistische Gründe, falsche Zeugenaussagen, fehlerhafte forensische Beweislagen, Fehler bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und inadäquater Zugang zu strafrechtlicher Verteidigung zu einer falschen Verurteilung führe kann.

Lesen Sie hier den kompletten Jahresendreport des „Death Penalty Information Centers“!






www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de