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29.10.2012 | Vietnam: Keine Hinrichtungsgifte - keine Hinrichtungen

Obwohl 2009 die Nationalversammlung dem Gesetz zur Hinrichtung mittels tödlicher Injektion zustimmte, mussten Exekutionen schon zweimal aufgeschoben werden, da es den betreffenden Behörden nicht gelang, die dafür erforderlichen Medikamente zu importieren.

In einer Sitzung der Nationalversammlung am 26. Oktober zum Thema Verbrechensbekämpfung im Land ging es unter anderem darum, dass die Todesstrafe noch nicht ein einziges Mal nach der neuen Vorgehensweise durchgeführt werden konnte.

Der stellvertretende Vorsitzende der Versammlung Huynh Ngoc Son erklärte, die Polizeibehörde habe zehn Hinrichtungsstätten für Giftinjektion eingerichtet, die noch nie benutzt wurden. "Die für tödliche Injektionen nötige Medikamente müssen aus der EU importiert werden, doch diese fordert von Vietnam, die Todesstrafe abzuschaffen", sagte Son.

Phan Trung Ly, der Vorsitzende des juristischen Komitees der Nationalversammlung sagte, zusätzlich zur Ausrüstung mit hochentwickelten Anlagen habe man in die Ausbildung von Hunderten Beamten investiert, die tödliche Injektionen durchführen sollten.

Bei der Methode sind drei Präparate vorgesehen: Natrium-Thiopental, damit der Häftling bewusstlos wird, Pancuroniumbromid zur Muskellähmung und Kaliumchlorid für den Herzstillstand. Falls erforderlich, sollen die gleichen Mittel ein zweites oder sogar drittes Mal verabreicht werden.

Wie es heißt, warten derzeit 450 Häftlinge auf die Urteilsvollstreckung. Einige von ihnen sollen Anträge eingereicht haben, sie bald hinzurichten, andere wurden krank und sind im Gefängnis verstorben. Durch den Verzug, der sich aufgrund der neuen Methode ergab, müssen die Gefängnisse mit einer größeren Last fertig werden.

Son sagte, er habe vorgeschlagen, falls die neue Methode nicht angewendet werden könne, müsse man das Gesetz dahingehend ändern, wieder Erschießungskommandos einzusetzen. Ly sieht das ähnlich. Die Regierung habe dem jedoch noch nicht zugestimmt.

Momentan schieben sich das Ministerium für öffentliche Sicherheit und das Gesundheitsministerium gegenseitig den Schwarzen Peter zu, wer für die Beschaffung der tödlichen Medikamente zuständig sei.

Ein Forschungsinstitut für die Legislative erwägt, das Gesetz so zu gestalten, dass man zwischen Erschießen und Giftinjektion wählen kann. Langfristig sollte allerdings die Anzahl der Straftaten verringert werden, die die Todesstrafe nach sich ziehen können, nur besonders schwere Verbrechen sollten damit geahndet werden.

Ursprünglich sollte der Wechsel zur neuen Methode am 1. Juli 2011 stattfinden, er wurde jedoch mehrfach verschoben und ist bis heute nicht vollzogen.

Quelle: Tuoi Tre News