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12.04.2016 | Virginia: Gouverneur lehnt Elektrischen Stuhl als Alternative ab

Gouverneur Terry McAuliffe hat den ihm vorgelegten Gesetzesentwurf zur Wiedereinführung des Elektrischen Stuhls abgelehnt.

Im März wurde der Gesetzesentwurf (House Bill 815) von beiden Kammern freigegeben und an McAuliffe weitergegeben. Dieser hatte bis vergangenen Sonntag Zeit, sich dafür oder dagegen zu entscheiden. McAuliffe entschied sich, den Elektrischen Stuhl nicht als Back-up Methode zur Giftspritze einzuführen.

Stattdessen möchte er einen Verfassungszusatz erwirken, der beinhaltet, dass  Pharmaunternehmen in Virginia Medikamente herstellen und liefern dürfen (Anmerkung der IgT: Virginia richtet mit Pentobarbital hin), ohne, dass ihre Namen veröffentlicht werden. Denn eine Veröffentlichung, so McAuliffe, würde den Pharmaunternehmen in der Öffentlichkeit schaden und sie von einer Zusammenarbeit mit dem Staat abhalten.

In der Vergangenheit sind landesweit viele geplante Hinrichtungen aufgrund von Beschaffungsproblemen der nötigen Medikamenten verschoben worden. Europa liefert seit längerer Zeit keine Medikamente mehr für Hinrichtungszwecke an die USA aus und auch amerikanische Pharmahersteller verweigern ihre Zusammenarbeit, solange ihre Namen der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden.

Virginia hat seit Wiedereinführung der Todesstrafe 1977 insgesamt 111 Menschen hingerichtet.

Quellen mit ausführlichen Berichten:
http://www.nbcnews.com/storyline/lethal-injection/virginia-gov-opts-drug-secrecy-over-electric-chair-n554056
(11.04.2016, Tracy Connor)

https://www.washingtonpost.com/local/virginia-politics/mcauliffe-guts-virginias-electric-chair-bill/2016/04/11/3c0d4a74-ff2f-11e5-9203-7b8670959b88_story.html
(11.04.2016, Laura Vozzella)