Hinrichtungen 2018: min. 690 plus 'Tausende' in China

News

10.02.2017 | Washington: Antrag auf Abschaffung der Todesstrafe

Gouverneur Jay Inslee und Generalstaatsanwalt Bob Ferguson gaben vor wenigen Wochen im Capitol in Washington bekannt, dass sie einen Antrag auf Abschaffung der Todesstrafe gestellt haben.

Der Staat könne eine ungleiche Gerechtigkeit mit solch enormen Kosten, mangelnder Abschreckung und hoher Fehlerquote seitens der Staatsanwaltschaft auf keinen Fall weiterführen, so Inslee. 75 % der Todesurteile wurden bislang umgewandelt.
Inslee räumte allerdings ein, er sei eigentlich ein Befürworter der Todesstrafe, dennoch sei es als Gouverneur doch eine andere Sache.
„Ich bin dafür verantwortlich, dass Gerechtigkeit herrscht. Und ich fand ein sehr fehlerhaftes Justizsystem in unserem Staat vor, welches ungleiche Resultate ergibt.“

Nachdem der Vorgänger John Kitzhaber 2011 ein Hinrichtungsmoratorium verhängte, führte Jay Inslee als neuer Gouverneur dieses Moratorium im Jahr 2014 fort. Im vergangenen Dezember sah er sich dem ersten Todeskandidaten gegenüber, dessen Berufungsmöglichkeiten ausgeschöpft waren. Inslee begnadigte Clark Richard Elmore, der 1995 die 14-jährige Tochter seiner Lebensgefährtin vergewaltigte und brutal ermordete. Elmore wird nun den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen.
Inslee sagte, er habe mit verschiedenen Beteiligten des Verbrechens gesprochen wie auch mit der Familie des Opfers. Das Opfer hätte es nicht gewollt, dass er hingerichtet wird, so lautete eine der Aussagen.

„Wir sollten mehr Zeit damit verbringen, uns reale Beweise anzusehen, anstatt emotionale Entscheidungen zu treffen. Und ich denke, das ist bei der Todesstrafe der Fall,“ so Jay Inslee.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
http://www.opb.org/radio/programs/thinkoutloud/segment/washington-governor-jay-inslee-death-penalty/
(07.02.2017, Allison Frost)




www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de