Hinrichtungen 2013: min. 778 plus 'Tausende' in China

Brieffreunde

Wir haben unser System geändert!

Die Initiative gegen die Todesstrafe e.V. hat ihr System zur Vermittlung von Brieffreundschaften geändert. Wir wollten einerseits nicht dazu übergehen, Adressen von Häftlingen ohne Auswahlmöglichkeit zuzuteilen, andererseits aber auch nicht mehr, wie lange Zeit, die Vermittlung von Brieffreundschaften zu sehr sich selbst überlassen.

Unser Ziel ist dabei in jedem Fall eine größere Zahl von Brieffreundschaften, die dauerhaft Bestand haben, und eine bessere Möglichkeit, Sie dabei zu unterstützen. Deshalb sieht unser neues System wie folgt aus:


Wenn Sie einem Gefangenen von unserer Website schreiben möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an sekretariat@initiative-gegen-die-todesstrafe.de und fordern Sie dessen Adresse bei uns an. Sie erhalten dann das Inserat des Häftlings inklusive Adresse und - wenn vorhanden - Foto per E-Mail von uns.

Eine Brieffreundschaft mit einem zum Tod Verurteilten ist keine alltägliche Angelegenheit. Es ist uns ein Anliegen, Ihnen bei Ihren Fragen und Problemen diesbezüglich mit einem persönlichen Ansprechpartner zur Seite zu stehen.

Deshalb wünschen wir uns einen wenigstens einmaligen Kontakt mit Ihnen, wenn Sie eine Brieffreundschaft beginnen möchten. Nach etwa drei Monaten erlauben wir uns, bei Ihnen nachzufragen, ob die Brieffreundschaft zustande gekommen ist.

Wir führen nicht Buch darüber, wer welchen Gefangenen schreibt. Jedoch führen wir eine "Strichliste", nach welchen Häftlingen wie häufig gefragt wird, da uns immer wieder Anfragen nach Gefangenen mit wenig Kontakten erreichen.


Bitte lesen Sie die folgenden Hinweise aufmerksam, bevor Sie eine Brieffreundschaft beginnen!

"Aber welche Hoffnung kann ein verurteilter Häftling haben, der auf seine Hinrichtung im texanischen Todestrakt wartet? Für viele sind die Erinnerungen an die Vergangenheit mit Schmerz angefüllt und die Zukunft ist wirklich düster .. sie haben einen Termin mit dem Henker!
Was dann gibt den Männern Hoffnung?
Die Antwort ist "Liebe"! Die Liebe und Freundlichkeit von wundervollen Brieffreunden, die die Hand ausstrecken und diese Häftlinge lieben, die gerade jetzt diese Erfahrung zum ersten Mal machen. Die Liebe, die sie jetzt empfangen, haben sie niemals in diesem Maße und mit dieser Intensität erfahren." (Chuong Tong, Todestrakt Texas, in "Worte sind unzulänglich")

Victor, mein Freund

Silke Porath beschreibt ihre ganz persönlichen Gedanken und Gefühle zum Thema Todesstrafe und warum sie sich dazu entschieden hat, eine Brieffreundschaft zu einem Todestraktinsassen in Florida aufzubauen. Zum Lesen des Textes klicken Sie bitte hier.

Wichtiger Hinweis - Bitte unbedingt lesen!

Wenn wir uns gegen die Todesstrafe und für zum Tode Verurteilte einsetzen, bedeutet das nicht, dass wir Verbrechen entschuldigen oder bagatellisieren wollen oder dass wir der Meinung wären, Verbrechen sollten nicht bestraft werden.

Auch identifizieren wir uns nicht in jedem Fall mit den von den Gefangenen veröffentlichten Darstellungen und übernehmen für deren Richtigkeit keine Gewähr.

Jeder, der in Erwägung zieht, sich gegen die Todesstrafe zu engagieren und eventuell einen Briefkontakt zu einem Gefangenen aufzubauen, sollte bedenken, dass die Gefangenen nicht nur Opfer einer gnadenlosen Justiz, sondern in den meisten Fällen auch Täter sind, die zum Teil grausame Straftaten begangen haben.

Wir sind allerdings der Meinung, dass Strafe immer die Chance zur Besserung beinhalten muss, dass kein Mensch endgültig aus der menschlichen Gemeinschaft ausgeschlossen werden darf und kein Staat das Recht hat, einen Menschen vorsätzlich zu töten.

Gefangene, die durch die Todesstrafe bedroht sind, brauchen Unterstützung und Hilfe. Sie brauchen Menschen, die in ihnen nicht nur den Täter und die Tat sehen, sondern die sie spüren lassen, dass - wie schrecklich ihre Tat auch war -vsie doch immer Mitglieder der menschlichen Gemeinschaft bleiben.

Wer eine Brieffreundschaft mit einem zum Tode Verurteilten beginnt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass der Gefangene mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit irgendwann hingerichtet wird, was ein großer Schock sein kann, besonders wenn sich nach längerer Bekanntschaft und eventuellen Besuchen eine persönliche Freundschaft und emotionale Bindung ergeben hat.

Wer eine Brieffreundschaft mit einem Todestraktinsassen eingeht, sollte jede Instrumentalisierung dieser Beziehung für eigene Zwecke unterlassen.

Aus welchen Gründen eine Brieffreundschaft aufgenommen wird und welchen Verlauf sie nimmt, ist Privatsache der Beteiligten. Als gemeinnütziger Verein, zu dessen Aufgabengebiet auch seriöse Gefangenenunterstützung gehört, möchten wir aber deutlich machen:

Unserer Auffassung nach sollte immer die Hilfe für den Gefangenen im Vordergrund stehen.

Aus gegebenem Anlass möchten wir nochmals darauf hinweisen, dass die Aufnahme eines Briefkontaktes mit einem Todestrakthäftling auch eine Verantwortung mit sich bringt - die Häftlinge verlassen sich nach relativ kurzer Zeit auf ihre Brieffreunde und gerade für sie ist es besonders schlimm, wenn solch ein Kontakt bereits wenig später im Sande verläuft. Leider stellen wir immer wieder fest, dass (mit den besten Absichten) Briefkontakte begonnen werden, aber die Menschen hier dann bald darauf feststellen müssen, dass ihnen dies aus irgendwelchen (teilweise auch sehr verständlichen) Gründen zu viel wird und sie dann aufhören zu schreiben. Wir bitten daher alle Interessenten, sich VOR Aufnahme einer solchen Brieffreundschaft genau zu überlegen, ob sie diese auch wirklich für eine lange Zeit aufrecht erhalten können. Bitte lesen Sie hierzu diesen Brief, der hier nur als Beipiel für andere Fälle dienen soll:  

"Please allow this to inform you that I wish you to remove my name from your website. I have had no responses worth speaking of. I have had a few curiosity seekers who would write a letter or two and get me to commit to a pen-friend relationship and then never hear from them again. I don't need that. I would much rather simply be alone than constantly opening up to the possibility of communication, have my hopes raised and then crushed again and again. It's not worth it."

Ebenfalls aus gegebenem Anlass möchten wir allerdings auch darauf hinweisen, dass Gefangene im Todestrakt so verschiedene Charaktere sind, wie man ihnen im "normalen" Leben auch begegnet. So ist es nicht ausgeschlossen, dass Sie an einen Gefangenen geraten könnten, der Sie auszunutzen oder zu manipulieren versucht. In einem solchen Fall ist es wichtig, dies zu erkennen und klare Grenzen zu setzen und sich nicht aus falsch verstandenem Mitgefühl heraus selbst instrumentalisieren zu lassen.

Unserer Erfahrung nach haben sich viele Briefkontakte zu Todestraktinsassen allerdings zu sehr schönen, beide Seiten bereichernden Freundschaften entwickelt, sodass sich in unseren Augen der Versuch auf jeden Fall lohnt.

Hinweis für Jugendliche

Immer wieder erreichen uns Anfragen von Jugendlichen, die gern eine Brieffreundschaft mit einem Menschen im Todestrakt anfangen möchten.

Da es sich unser Verein zur Aufgabe gemacht hat Brieffreundschaften mit Todestraktinsassen zu vermitteln , um den Gefangenen eine Hand zu reichen, sie emotional zu stabilisieren und Menschlichkeit in ihren entmenschlichten Alltag zu bringen, begrüßen wir grundsätzlich das Interesse, sich mit dem Thema Todesstrafe ernsthaft auseinanderzusetzen und die Bereitschaft, sich für die Betroffenen zu engagieren.

Aus den folgenden Gründen möchten wir allerdings minderjährigen Interessenten die Aufnahme einer Brieffreundschaft mit Gefangenen im Todestrakt nicht empfehlen:

  1. Den Gefangenen ist es z.T. untersagt, an Minderjährige, die nicht mit ihnen verwandt sind, ohne ausdrückliche und nachweisbare Zustimmung der Eltern zu schreiben. Ansonsten können dem Gefangenen große Probleme enstehen (u.U. sogar Haftverschärfung).
  2. Wer an an einen Todestraktinsassen schreibt, sollte bedenken, dass die Männer und Frauen im Todestrakt oftmals kaum Kontakte nach draußen haben und daher wesentlich stärker als ein Mensch in Freiheit an den wenigen Kontakten hängen, die sie haben. Überlegen Sie es sich bitte gut, ob Sie es wirklich durchhalten können, den Frauen/Männern über Jahre hinweg (auch wenn es vielleicht irgendwann auch unbequem sein sollte, andere Interessen aufkommen oder der Partner/die Partnerin dagegen sein sollte) zu schreiben.
  3. Die Todestrakte in den USA sind in keiner Weise mit den Gefängnissen in Deutschland zu vergleichen und das, was die Gefangenen tagtäglich erleben, ist nach unseren Maßstäben nicht menschenwürdig. Wenn Sie sich mit jemandem anfreunden, werden Sie sicherlich einige Dinge zu lesen bekommen, die sehr belastend sind. Auch damit müssen Sie umgehen können ...
  4. Viele Gefangene freuen sich ehrlich über jeden Kontakt nach draußen und behandeln ihre Brieffreunde mit Achtung und Respekt. Leider kommt es aber auch vor, dass Gefangene versuchen, ihre Brieffreunde zu manipulieren und auszunutzen. Wenn man das Pech hat, an so einen Menschen zu geraten, dann muss man in der Lage sein, dies zu erkennen..

Wir möchten Jugendliche, die sich für Menschenrechte und gegen die Todesstrafe engagieren wollen, ausdrücklich dazu ermutigen dies zu tun.

Eine Möglichkeit für Schüler ist z.B. der Aufbau einer Anti-Todesstrafen AG an ihrer Schule oder die Mitarbeit in einer Menschenrechtsorganisation.

Das Einverständnis eines Erziehungsberechtigten vorausgesetzt bietet natürlich auch die 'Initiative gegen die Todesstrafe e.V.' vielfältige Möglichkeiten der Mitarbeit für interessierte Jugendliche an.

Werden Sie Mitglied

Wollen auch Sie sich für die Menschenrechte einsetzen? Dann kommen Sie zu uns!

Als Mitglied der Initiative gegen die Todesstrafe e.V. arbeiten Sie in einem starken Team gemeinsam mit anderen Menschen weltweit daran, dass eine brutale und archaische Strafe für immer von dieser Welt verschwindet.

Weiteres zur Mitgliedschaft erfahren Sie hier.

 

Geplante US-Hinrichtungen

Leider sind die Vereinigten Staaten noch immer eines der Ländern, in denen regelmäßig Menschen hingerichtet werden.

Die momentan bereits eingeplanten Hinrichtungen finden Sie hier.