Hinrichtungen 2013: min. 778 plus 'Tausende' in China

Japan

Das japanische Strafrecht benennt 18 Tatbestände, die die Todesstrafe nach sich ziehen können. Neben Mord wird auch Raub, Vergewaltigung und Brandstiftung – jeweils mit Todesfolge – mit dem Tode bestraft. Terroristische Straftaten werden ebenfalls mit der Todesstrafe geahndet.

Gegen Personen, die zur Tatzeit noch keine 18 Jahre alt waren, darf die Todesstrafe nicht verhängt werden.

Im Jahr 2009 führte Japan für Verhandlungen schwerer Straftaten, darunter auch alle möglichen Todesstrafenfälle, ein Laienrichtersystem ein: Diese Fälle werden vor einem Richtergremium bestehend aus drei professionellen Richtern und sechs Schöffen verhandelt.

Zur Zeit (Stand Juni 2012) befinden sich 132 Verurteilte in japanischen Todestrakten.

Hinrichtungen erfolgen in Japan durch Hängen. Der Verurteilte wird in einen Raum mit einer Falltür geführt, die vom Nebenraum aus durch Knopfdruck ausgelöst wird. Dabei müssen drei Knöpfe betätigt werden, doch nur einer löst tatsächlich die Falltür aus.

Die Beteiligung an einer Exekution ist Bestandteil des Arbeitsvertrags der Wärter. Es ist ihnen nicht gestattet, sich der Durchführung zu entziehen, wenn sie dafür eingeteilt wurden.

Es gibt sieben Hinrichtungskammern in Japan, sie befinden sich in den Vollzugsanstalten der Städte Tokio, Osaka, Hiroshima, Nagoya, Sapporo, Fukuoka und Sendai.

Hinrichtungsbefehle werden im Kabinett geprüft. Zumeist erfolgt dies in Sitzungspausen; möglicherweise sollen damit Kritik und öffentliche Debatten vermieden werden. Anschließend bedarf es für die Vollstreckung noch der Genehmigung durch den Justizminister.

Die Haftbedingungen in den japanischen Todestrakten werden von Menschenrechtsorganisationen immer wieder heftig kritisiert. Den Verurteilten wird jeglicher Kontakt zur Außenwelt wie auch zu Mithäftlingen verweigert. Sie dürfen in ihren videoüberwachten Zellen nicht frei umhergehen oder schlafen. Den ganzen Tag haben die Häftlinge in derselben Position kniend oder sitzend zu verbringen. Besuch ist nur von engsten Familienangehörigen unter Überwachung gestattet.

Gefangene erfahren erst am Morgen des Hinrichtungstags, dass der Zeitpunkt ihrer Exekution gekommen ist. Angehörige und Anwälte werden erst nach der Urteilsvollstreckung informiert.

Am 29. März 2012 wurde nach 20 hinrichtungsfreien Monaten an drei Insassen die Todesstrafe wieder vollstreckt.

Der neu gewählte Justizminister Ogawa Toshio verkündete im Juni 2012 die Wiederaufnahme der Hinrichtungen. Er berief sich auf Umfragen, wonach die Mehrheit der Bürger in Japan die Todesstrafe befürworte.

Bringen Sie sich ein

Eigentlich würden Sie schon gerne etwas gegen die Todesstrafe tun, aber zur aktiven Mitarbeit fehlt Ihnen dann doch die Zeit und eine Brieffreundschaft ist auch nicht das Richtige für Sie?

Es gibt sehr viele verschiedene Arten, wie man hier aktiv werden kann. Ein paar Ideen haben wir auf diesen Seiten für Sie zusammengestellt.