Hinrichtungen 2013: min. 778 plus 'Tausende' in China

2009: 'Nicht in unserem Namen' - Tour mit Mitgliedern der 'Journey of Hope'

Was haben Bill Pelke, Terri Steinberg und Ray Krone gemeinsam? Sie alle haben eine Geschichte zu erzählen, eine die bewegt. Eine von Liebe, Tod, Hass, und Vergebung. Sie haben sie erzählt, ihre Geschichte. 32-mal, in ganz Deutschland. Zwischen dem 28. April und dem 16. Mai. Fast 5000 Menschen haben zugehört, live. Als Ray Krone bei Kerner TV sprach, sahen ihn ca. 1,9 Millionen Menschen.

Die drei US-Amerikaner Pelke, Steinberg und Krone haben Menschen bewegt. Ihr Thema war und ist die Todesstrafe. 7900 Unterschriften konnten auf Petitionen gesammelt werden. Bill Pelke hat über 100 neue Freunde auf Facebook gewonnen. Alle Beteiligten sind sich einig: Die Deutschland Tour der 'Journey of Hope', organisiert von der Initiative gegen die Todesstrafe e.V. im Frühling 2009, war ein großer Erfolg!

Die US-amerikanische Organisation 'Journey of Hope...From Violence to Healing' verfolgt das Ziel, die Öffentlichkeit über die Todesstrafe aufzuklären und Alternativen dazu aufzuzeigen. Sie vereint in einmaliger und beeindruckender Art und Weise Menschen aus mehreren 'Lagern': Angehörige von Mordopfern, zum Tode Verurteilten, Hingerichteten und Freigesprochenen.

Die Geschichte der 'Journey of Hope' in den USA ist die eines kontinuierlichen Erfolges der Vernunft. Ein ebensolcher Erfolg war es, drei 'prominente' Sprecher der Organisation für eine Deutschland Tour zu gewinnen. Von lokalen Veranstaltern wie Amnesty International, ELSA und diversen Schulen unterstützt, organisiert die Initiative gegen die Todesstrafe IgT. e.V. die gesamte Tour. Besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Vorsitzenden, Susanne Cardona, die mit großem persönlichen Einsatz die Referenten auf der gesamten Tour begleitet hat.

Ein Vertreter der Journey of Hope, der die Gemüter besonders bewegte, ist Ray Krone. Ray wurde im April 2002 als 100. Person als unschuldig Verurteilter aus dem Gefängnis entlassen, nachdem er zum Tode verurteilt worden war. Für den Mord an einer Barkeeperin hat er zehn Jahre im Gefängnis verbracht, zwei davon in der 'Death Row' (Todestrakt) von Arizona. Dank DNA-Beweisen konnte er entlastet werden. Ray glaubt an das US-amerikanische Justizsystem, nicht jedoch an das der Todesstrafe.

Terri Steinbergs Sohn Justin Wolfe wurde in Virginia zum Tode verurteilt. Die derzeitige Beweislage deutet auf Justins Unschuld hin, aber er muss noch vor Gericht um sein Leben und seine Freiheit kämpfen. Nach Justins Verurteilung begann Terri, sich gegen die Todesstrafe einzusetzen.

Bill Pelkes Großmutter wurde im Mai 1985 von vier minderjährigen Mädchen ermordet. Die Anführerin, Paula Cooper wurde in Indiana zum Tode durch den elektrischen Stuhl verurteilt. Pelke unterstützt anfangs das Urteil, wandelt sich dann jedoch zu einem engagierten Gegner der Todesstrafe. Dank seines unermüdlichen Einsatzes gelingt es im Jahr 1989 nach einer Internationalen Kampagne und dem Einsatz von Papst Johannes Paul II, Paulas Strafe in eine Gefängnisstrafe umzuwandeln. Bill hat über 40 Staaten und 10 Länder mit der Journey of Hope besucht und seine Geschichte über 5000-mal erzählt. Jüngst hat er auch ein Buch herausgebracht: 'Journey of Hope…From Violence to Healing'.

Die Liste der Städte, die die drei aufsuchen, um ihre Geschichte zu erzählen, ist lang. Sie beginnt in Göttingen, führt u.a. über Hamburg, Kirchheimbolanden, Neustadt/Weinstrasse, Wiesbaden, Heidelberg, Freiburg, Augsburg, München, Magdeburg bis Potsdam.

Das Interesse der Menschen, davon sehr viele Schüler und Studenten, ist riesig. Ebenso die Resonanz. Der Auftritt der Redner gab vielfach auch Anlass zu gründlicher Reflektion des Themas: so veranstaltet eine Schule in Adelsheim eine eigene Projektwoche zum Thema Todesstrafe. In der Kaufmännischen Schule in Bad Mergentheim ist der Andrang so groß, dass die Veranstaltung buchstäblich die ganze Schule füllt. Etwa 400 interessierte Schüler sitzen über das gesamte Treppenhaus verteilt oder stehen sogar die anderthalb Stunden, um gespannt zuzuhören.

Über die Tour werden zwei Dokumentationen gedreht, von denen eine bereits als Unterrichtsmaterial in Schulen eingesetzt wird.

Zwischendurch kommen zwei hoffnungsvoll stimmende Nachrichten: der 132. 'Exoneree' (nach rechtskräftiger Verurteilung Freigesprochener) wird verkündet, und Terri Steinbergs Sohn Justin bekommt ein neues Beweisprüfungsverfahren.

Die Tour war nicht nur ein großer Erfolg, sie war für die Referenten auch eine Riesenanstrengung. Oft waren die Geschichten mehr als viermal am Tag zu erzählen. Hinzu kamen Pressetermine und zahlreiche andere Verpflichtungen. Schließlich galt es, praktisch ganz Deutschland zu durchqueren. Insofern sei allen Beteiligten, insbesondere den Referenten, an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich gedankt!

Was bleibt am Ende dieser 18 Tage langen Tour? Hoffnung! Die Hoffnung, den Gedanken der Vernunft und der Vergebung in die Köpfe und Herzen der Menschen tragen zu können. Hoffnung, dass eine international wachsende Bewegung eines Tages dem Irrsinn der Todesstrafe ein Ende bereiten wird. Und Dankbarkeit. Gegenüber all den Menschen, die wie Terri, Bill und Ray nie aufhören, geduldig und trotz aller Schrecklichkeit des Geschehens gefasst und mutig ihre Geschichte zu erzählen. 5000-mal. Oder eben so oft es nötig ist.

Weitere Informationen zu Rednern und Tour finden Sie hier.

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