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05/11/16

Die Todesstrafe in Afghanistan

Die Todesstrafe wird in Afghanistan in der Regel durch Hängen oder Erschießen durchgeführt.

Aufgrund der unsicheren politischen Lage durch die Taliban ist es schwer verbindliche Zahlen zu finden, da Hinrichtungen sehr häufig unter völliger Willkür zustande kommen. Inhaftierungsbedingungen, Prozesse und Gerichtsverfahren entsprechen nicht den internationalen Standards und so basieren Urteile auf durch Folter erzwungenen Geständnissen, unklaren Anschuldigungen und schwammigen Straftaten.

Straftaten, die mit dem Tod bestraft werden können sind u.a.: Mord, Ehebruch, Homosexualität, Abkehr vom islamischen Glauben oder auch terroristische Aktivitäten. Auch andere ´moralische´Vergehen wie zum Beispiel "weglaufen" von zu Hause (dies betrifft insbesondere Frauen und Mädchen) stehen auf der Strafliste. In der islamischen Republik findet sowohl das Zivilrecht wie auch das islamische Recht Anwendung, d. h. neben sekulären Gerichten existieren zusätzlich islamische Gerichte.

Hinrichtungen in Afghanistan während der letzten 10 Jahre

Laut Amnesty International (AI) wurden 2008 mindestens 15 Personen hingerichtet, die Dunkelziffer wird jedoch höher geschätzt. 2012 wurden laut eigener Regierungsangaben 14 zum Tode Verurteilte im Staatsgefängnis gehängt. AI beziffert die Anzahl an Exekutionen für das Jahr 2014 mit mindestens 6 Personen. 2015 sollen Todesurteile ausgesprochen worden sein, öffentlich bekannt wurde die Exekution von Raees Khudaidad am 28. Februar 2015. Weiterhin befanden sich zum Ende 2015 fast 400 von Präsident Ghani zum Tode Verurteilte in Gefangenschaft.

Das Jahr 2015 galt aufgrund der unsicheren Lage des Landes als eines der dunkelsten in Afghanistan. Die UNAMA (Assistance Mission in Afghanistan) gab 1592 getötete und über 3000 verletzte Zivilisten aufgrund der Unruhen bekannt. Amnesty International schreibt 70 Prozent den Attacken durch die Taliban zu.

Am 8. Mai 2016 wurden die Hinrichtungen von sechs Männern durch die Regierung Afghanistans bekanntgegeben. Bei den Verurteilten soll es sich um Terroristen und Anhänger der Taliban, al-Quaida und Haqqari gehandelt haben. Afghanistans Präsident hatte bereits zuvor angekündigt, schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus anzuwenden. Die Exekutionen waren als Vergeltungsschlag in Folge des Selbstmord-Attentats vom 19. April durch die Taliban, bei dem 58 Zivilpersonen ums Leben kamen sowie über 350 weitere Personen verletzt wurden, deklariert worden.

Für das Jahr 2017 wurden insgesamt fünf Hinrichtungen offiziell bekanntgegeben.

Quellen und weitere Informationen:

Jahresbericht zur Todesstrafe 2015 (S.60 - S.64) / Jahresbericht zur Todesstrafe 2016 / Jahresbericht zur Todesstrafe 2017 von Amnesty International; "The death penalty will not deliver security in Afghanistan", Pressebericht von Amnesty International USA vom 9. Mai 2016; "News Afghanistan", United Nations Human Rights office of the High Commissioner (OHCHR) vom 10. Mai 2016.

Stand von: April 2018.

 

 

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