Hinrichtungen 2013: min. 778 plus 'Tausende' in China

Die Todesstrafe in Saudi-Arabien

Saudi-Arabien ist eine absolutistische Monarchie auf der arabischen Halbinsel, dem Ursprungs- und Kernland des Islam.

Die Rechtsprechung dort basiert auf einer besonders wörtlich genommenen Scharia, also dem islamischen Rechtsverständnis und -system. Darüber hinaus gibt es kein festgeschriebenes Strafgesetzbuch, auch keine verbindliche Strafprozessordnung.

Ermittlungsverfahren finden nicht in der Öffentlichkeit statt und die Richter haben einen großen Ermessensspielraum. Folter ist nicht selten und Angeklagte können oft keinen Anwalt bekommen.

In Saudi-Arabien wird für folgende Verbrechen die Todesstrafe verhängt: Mord, Raubüberfall, Entführung, Vergewaltigung, Ehebruch, Drogenmissbrauch, Verrat, Gotteslästerung und Hexerei.

1987 wurde die Todesstrafe auch auf die Einfuhr von Drogen ausgedehnt, 1988 zusätzlich auf Sabotage und Korruption.

Gnadenakte durch die Angehörigen der Opfer sind möglich, aber äußerst selten, dann erhalten die Angehörigen anstelle der Hinrichtung ein sogenanntes Blutgeld.

Hinrichtungsmethoden in Saudi-Arabien sind Enthaupten, Erschießen und Steinigen.

Erschießungen und Steinigungen wurden seit Mitte der 80er Jahre nicht mehr angewandt. Die Enthauptung durch das Schwert auf öffentlichen Plätzen ist die am meisten vollzogene Hinrichtungsart. Dem gefesselten Verurteilten werden die Augen verbunden und er muss niederknien. Dann versetzt ihm der Scharfrichter einen Stoß und schlägt gleichzeitig mit dem Schwert zu.

Scharfrichter ist in Saudi-Arabien ein sehr angesehener Beruf und die Henker sind stolz darauf, ihre Hinrichtungen mit nur einem Schwerthieb durchzuführen, müsste ein Scharfrichter ein zweites Mal zuschlagen, um den Kopf des Hinzurichtenden vom Rumpf abzutrennen, so würde er dies als persönliche Schande ansehen.

Etwa die Hälfte aller Hinrichtungen werden an Ausländern, meistens Gastarbeitern aus benachbarten Ländern, vollstreckt.

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