Hinrichtungen 2018: min. 690 plus 'Tausende' in China

Von Gefangenen geschriebene Texte

Zum Thema Hinrichtung

Kevin Cooper: Ritual of Death

Cooper beschreibt detailliert den Ablauf des Tages, der nach dem Willen der politischen Verantwortlichen des Staates Kalifornien eigentlich sein letzter sein sollte.

'Ich kam bis auf 3 Stunden und 45 Minuten an den Punkt heran, an dem ich ermordet werden sollte vom Staat Kalifornien Ich erhole mich jetzt von den von Menschen gemachten Ritualen des Todes, die ich erleben musste. Ich werde niemals mehr derselbe sein! Ich bin nur stärker geworden und entschlossener, meinen Teil dazu beizutragen, den 'Stolz und die Freude' der U.S. Regierung zu beenden: Ihr Todesstrafensystem!'

Ritual of Death (engl.)

On Monday, February 9th, 2004 shortly after 6:15 p.m., Rev. Jessie Jackson said a prayer for me and my visitors inside the visiting room here at San Quentin Prison. Then he and my personal pastor and friends were told to leave, which they did.

I was then escorted to the rear of the visiting area and taken to a hallway which contained holding cells. I was then placed in the holding cell, where I had the handcuffs removed, and was then told to get undressed, which I did. I was strip-searched and given a brand new set of prison-issued clothing and told to put them on.

I was handcuffed after I got dressed and was removed from that cell, where I was handed over to another squad of officers. I was surrounded by about six officers and escorted to the death chamber waiting room. When I was in the visiting room, the prison officials told me that the Ninth Circuit Court of Appeals had granted me a stay of execution, but until they heard from the United States Supreme Court about whether or not my stay would stay in place, this prison was going to proceed as if I had no stay in place.

When I arrived outside the death chamber waiting room door, it was opened, and I was told to go inside, which I did. I was then told to place my back on the wall while being surrounded by a new squad of officers. These were the officers of the execution squad. There were about eight of them. The leader of the squad got real close to me and asked me if there was going to be any trouble when they took the handcuffs off of me? I looked him in his eyes and told him 'no,' and he removed the handcuffs.

I was again told to take off all my clothes, which I did, and I was again strip-searched. This time, they used a flashlight to light up both my mouth and butt as they searched me! This room that I was now in was very, very cold; the temperature had to be in the lower 50s. I stood barefoot on that cold floor surrounded by those officers while my body was completely searched. Then I was given another new set of clothing, only these were the ones that I was to be executed in.

I was then placed in another cell, only this new one was half the size as a regular cell. It had only a toilet, a mattress and pillow in it. I stood there in the cold, waiting for my pastor to come pray with me, and for me. All the time not knowing what the United States Supreme Court was going to do.

About a half hour later, my pastor arrived, and she was placed in a cell next to mine. It was to my right-hand side, but on an angle, and it was hard to see her through the cell bars, but I managed. I was asked once again, did I want a last meal. I said no. I was asked, did I want water. I said no. The warden came in and asked me, did I have a final statement. I said no. My arms were once again checked so they could make sure that they could find my veins, and officers were passing by with armfuls of alcohol pads/swabs and other assorted items for my murder, and their execution! My pastor did a great job in keeping me focused, and somewhere in the middle of one of her scriptures, the phone rang. It was my attorney calling to let me know she was with me in spirit, and as soon as she heard something from the U.S. Supreme Court, she would call and let me know.

I entered the death chamber waiting room around 6:35 p.m., and around 8:15 p.m., the phone rang again, and it was once again my attorney. She told me that she heard from the court and that they refused to hear the state's petition. They denied the state and upheld my stay!!!

Even before I told my pastor the news, I told those officers that I meant them no disrespect in what I was about to say to them, but they weren't going to do their job tonight! I then told my pastor, and her and I prayed! I came within three hours and 45 minutes of being murdered by the state of California.

I am now recovering from the manmade ritual of death that I had to experience. I will never be the same again! I am only getting stronger and more determined to do my part in shutting down the U.S. government's pride and joy: 'Their capital punishment system!'

In Struggle

From Death Row,
Kevin Cooper

Bild des Hinrichtungsraums in Huntsville gezeichnet von einem texanischen Todestraktinsassen

Zum Thema Todestrakt

The Beginning

Der Gefangene 'Average Joe' befindet sich seit 1977 im Todestrakt von Florida. In diesem Text erinnert er sich an die Einlieferung ins Staatsgefängnis von Florida, seine ersten Eindrücke und Gefühle und wie er lernte, im Todestrakt zu überleben.

 

Der Anfang

Ich traf im Todestrakt ein. Ich war 20 Jahre alt.

Ich ging zum R-Flügel des Staatsgefängnis von Florida. 1977 war im R-Flügel der Todestrakt. Die ganzen 70 Leute waren dort untergebracht. Ich ging durch das Tor in 2-Süd. Das heißt die zweite Etage. Der R-Flügel hatte drei Stockwerke. Geteilt durch eine engen Gang.

Daher gibt es 1-2-3 Süd Etagen und 1-2-3 Nord Etagen. Jede Etage hatte 17 Zellen. 4 1/2 Etagen waren Todestrakt. 1 1/2 für Insassen unter verschärftem Verschluss. Ich wurde in Zelle 8 in 2- Süd gebracht.

Ich muss zugeben, ich war nervös. Sogar ein bisschen ängstlich. Ich meine - 6 Monate vorher war ich noch auf den Straßen. Ich wusste nichts über die Todesstrafe. Alles was ich sicher wusste war, dass jede Person dort für Mord ersten Grades verurteilt worden war.

Als ich an den Zellen vorbeiging - beobachteten mich die Männer darin. Einige sagten hallo - andere musterten mich nur - und wandten sich wieder dem zu, was immer sie gerade taten.

Und ich dachte.. Ich kanns nicht glauben: die stecken mich hier rein mit diesen Mördern. Ich ging in meine Zelle. Schaute mich um. Setze mich auf mein Bett.

Sie gaben mir 2 Laken, eine Decke, ein Handtuch, Zahnbürsten und Zahnpasta. Das war, was ich hatte. Ich glaube man kann sagen, dass sich eine Last auf meine Schultern legte. ....Ich glaube es hat mich wirklich umgehauen, wie übel die Situation war, in der ich mich befand.

Der Bursche in Zelle neun sagte: 'Hallo Neuer. Zelle Nummer 8.W ie ist Dein Name?'

Ich verstand, dass ich es war, zu dem er sprach. Ich beantwortete ihm seine Frage und er sagte: 'Trinkst du Kaffe? Rauchst du?'

Ich sagte: 'Ja.'

Er schob mir etwas Kaffe herüber, - was zu Rauchen und ein Päckchen Streichhölzer. Zusammen mit einer Tasse und einem Löffel. Ich machte eine Tasse Kaffe und zündete mir eine Zigarette an.

Und er und ich unterhielten uns. Manchmal beteiligten sich andere. Sie erklärten mir die Regeln und Vorschriften. Der Bursche in Zelle 9 schob mir sein Radio rüber. 'Behalte es bis sie die einen Fernseher bringen.'

Zu dieser Zeit gaben sie uns Fernseher. Ich bekam meinen am nächsten Tag. Aber was diese Jungs taten, half mir mich einzugewöhnen. Sie wussten, was es hieß gerade angekommen zu sein.

In diesen Tagen, lief das so. du hast anderen geholfen sich einzugewöhnen. du machtest es so leicht für sie wie du konntest.

Nein. Nicht alle, da gibt es immer auch die egoistischen. Oder solche, die in ihrem eigenen Elend eingeschlossen waren. Aber die Mehrzahl würde dir helfen zu lernen wie du überleben kannst..

Ich kam unwissend in den Todestrakt. Nicht dumm – da gibt's einen Unterschied. Mit Unwissenheit meine ich ungebildet, nichts von der Welt wissend, unerfahren. dumm bedeutet gebildet, was von der Welt wissen aber trotzdem eine dumme Einstellung oder Sicht auf das Leben haben. So sehe ich das.

Aber egal. Ich war unwissend. Und die Art und Weise wie ich behandelt wurde überraschte mich. Es war nicht das, was ich erwartete.

Wir gingen in den Übungshof, zwei Tage nachdem ich angekommen war. Naja – das war wirklich ein schmutziger Hof.

Umschlossen vom R-Flügel. Er hatte ein Volleyballnetz, einen Basketballkorb – und einige Stangen für Turnübungen.

Das und eine Trinkfontäne. Als wir dieses erste Mal draußen waren, war ich wieder überrascht.

Die Jungs trafen sich, schüttelten sich die Hände. Das ist wirklich eine coole Art des Handshake.

Es ging sehr zivilisiert zu. Der Bursche von Zelle 9 , der ein guter Freund wurde, kam vorbei – wir machten einen Handshake. Dann lachten wir. Nicht ganz was du erwartet hast, huh? Nein, war es nicht. Er und ich und zwei oder drei andere begannen uns zu unterhalten. Sie hatten dieselben Erfahrungen gemacht, als sie hier hereinkamen. Und sie begannen mich aufzuklären.

Mein Anwalt hatte gesagt bevor ich hier reinkam: „du wirst wieder vor Gericht sein in 6 Monaten.“

Ich erzählte ihnen das. Und alle lachten. „Ja. Das hat man mir auch erzählt. Ich bin jetzt seit drei Jahren hier.“

Genauso wars auch bei den anderen.

Das nächste, was du lernen musst ist, dich auf dich selbst zu verlassen. Nach einiger Zeit hier werden Familie und Freunde vergessen, wer du bist. Oder die meisten jedenfalls. Ich stand meiner Familie nie sehr nah. Meine Brüder und Schwestern haben alle das Haus in jungen Jahren verlassen. Ich habe es dann auch so gemacht. So haben wir nicht viel Zeit miteinander verbracht. Also hat mich das nicht überrascht!

Wie auch immer – ich hatte zwei gute Freunde und eine Freundin und was die Jungs sagten, wurde sehr bald wahr. Beide Freunde und meine Freundin sind gegangen. Die Jungs erklärten mir das: „ Wir im Todestrakt werden zu verlorenen Fällen für sie. Und sie haben ihr Leben und gehen weiter.“

Auf gewisse Weise macht das Sinn. Aber trotzdem schmerzt es, sie dahin gehen zu sehen.

Das nächste, was sie mir beibrachten: Glaube nicht die Hälfte von dem, was Dein Anwalt dir erzählt. Ein Anwalt wird dir Sachen erzählen nur um dich zu beschwichtigen. Es führt zu nichts, wenn du dich darauf verlässt.

Studiere selbst die Gesetze. Habe ein Auge auf die Anwälte. Diese Anwälte haben mehrere Fälle. Sie können und werden nur soviel Zeit für Deinen Fall aufbringen wie sie haben.

Lerne was über die Gesetze. Versuche, Deinen eigenen Fall zu untersuchen.

Natürlich war ich nicht in der Lage, das damals zu tun. Ich hatte in der Schule nur die 6. Klasse abgeschlossen. Ich wusste nichts über Jura. Oder über irgendwas sonst. Aber ich begann, mich selbst weiterzubilden. Ich lieh mir Bücher vom Gefängnisschullehrer. Begann alles zu lesen, was ich in die Finger bekommen konnte. Und einige der Jungs halfen mir. Ich schaute viel öffentliches Fernsehen. Die senden meist Bildungsprogramm. Wissenschaft – Natur – Geschichte – Dokumentationen.

Und langsam begannen sich meine Augen für die Welt zu öffnen. Ich machte meinen G.E.D Test 1981 und bekam mein High School Diplom. Aber das lehrte mich noch nicht Jura.

Und im Staatsgefängnis von Florida - eine Jura Bibliothek???

So blieb ich das Rechtssystem betreffend unwissend.

Ich musste mich also auf meine Anwälte verlassen. Was, wie ich in späteren Jahren realisierte, genau das bedeutete, was mir die Jungs gesagt hatten. Sie haben meinen Fall wirklich versaut.

Aber zurück zu den ersten Tagen.

Nachdem ich eine Weile da war, bekam ich etwas Geld. Ich versuchte, den Jungs, die mir Dinge gegeben hatten, was zurückzuzahlen. Keiner von ihnen hat was angenommen. Stattdessen sagten sie: „ Gib es irgendwann zurück. Tue für irgendjemand anderes, was wir für dich taten“

Sie hatten mehr für mich getan, als mir nur ein paar Snacks, Kaffe, etc. zu geben. Sie haben mir geholfen, mich hier einzuleben – und zu überleben. du siehst: Im Todestrakt geht es ums Überleben.

Physisch und psychisch überleben. Aber am schwierigsten ist das Psychische.

Du bist eingesperrt in einer Einzelzelle 24 Sunden am Tag, 7 Tage die Woche. Du hast ein paar Sachen zur Zerstreuung. Einen Fernseher, ein Radio, Kunstwerke und andere solche Dinge. Bücher. Aber es sind dieselben Zerstreuungen. Tagein- tagaus. Jeder Tag ist wie gestern und morgen. Und das soweit du schauen kannst. Es gibt keine Unterbrechung, keine Ferien. 365 Tage im Jahr. Du kannst es manchmal für eine kleine Weile vergessen – bei einem Besuch oder bei einem guten Buch. Aber es ist immer da und wartet auf dich.

Du siehst, wie andere den Kampf verlieren. Ich habe gesehen, wie der Todestrakt die Menschen in ganz verschiedenen Weisen verändert hat . Ich habe starke, vitale Männer in den Todestrakt kommen sehen. Und dann gesehen wie sie langsam innerlich starben. Weich und kraftlos wurden oder innerlich kalt und gefühllos. Einige werden verrückt. Es wird einfach zuviel für sie. Es bricht sie. Einige nahmen eine Überdosis.

Und die Verantwortlichen glauben niemals, dass jemand verrückt geworden ist. Sie denken, er spielt nur den Verrückten. Ein Mann, der verrückt wurde, war ganz in meiner Nähe, Ich wusste, dass er nicht simuliert. Ich beobachtet wie er sich langsam verlor. Ich konnte ihm nicht helfen.

Die Verantwortlichen glaubten nicht, dass er verrückt war. Wenn der Mann durchdrehte, in seiner Zelle lag in seinem eigenen Urin und Kot, brachten sie ihn einige Male auf die Krankenstation, säuberten ihn. Der Gefängnisarzt sagte: „Er ist okay. Bringt ihn zurück in seine Zelle.“

Das passierte vor über einem Jahr. Ich sagte ihnen, dass der Mann nicht simuliert. Ich schrieb einigen Leuten darüber. Nichts wurde getan. Dann starb er.

Das ist diese Art von Dingen. Oder andere, die keine angemessene medizinische Versorgung erhielten

Dazu kommt: Leute werden hingerichtet, Freunde. Dein Fall schleppt und schleppt sich dahin, und es entwickelt sich zu einer mentalen Hölle. du fragst dich, wann du dran sein wirst.

Diese Burschen lehrten mich, diese Dinge zu überleben. Sie zeigten mir, womit ich anfangen musste. Ich erinnere mich, dass mir einer sagte: 'Glaube an dich selbst! Und gib niemals auf! Es macht nichts, wenn es sonst niemand tut. Das ist etwas, das dir niemand abnehmen kann. Was du weißt und in Deinem Innern glaubst, das ist wahr'

Hier hab ich noch was Lustiges für dich.

Ich war 6 Monate im Todestrakt bis es mir dämmerte: Ich bin einer von denen. Bis dahin hatte ich in der Illusion gelebt, ich gehöre nicht dazu. Ich bin nicht wie die – nicht einer von ihnen.

Ich begriff es erst 6 Monate später: Es ist egal, warum sie hier sind. Oder ob sie unschuldig oder schuldig sind. Oder ob ich schuldig oder unschuldig bin– wir sind alle für Mord ersten Grades verurteilt. Ich bin wie sie – einfach einer der Männer im Todestrakt.

Ihr Leute, die Ihr meine früheren Schreiben gelesen habt, habt eine Vorstellung von meinem Leben hier. Ihr wisst, dass ich hier seit über 28 Jahren bin. Ich dachte, ich zeig Euch mal, wie es anfing.

Einige der Ursachen, warum ich der bin, der ich heute bin. Vielleicht auch, um Dank zu sagen denen, die mir geholfen haben zu lernen, wie man überlebt. Die meisten davon leben nicht mehr. Aber ich zahle zurück, was sie mir gegeben haben, wenn ich kann. Ich helfe Neuankömmlingen zu lernen, wie man überlebt. Ich helfe anderen, wenn ich kann. Ich bin über 28 Jahre durch diese Hölle gegangen. Und ich hätte mich gewundert wenn 1977 jemand gesagt hätte: „ du bleibst hier vielleicht 25 Jahre oder länger. Hätte ich es geglaubt? Hätte ich mich entschieden, da durch zu gehen?

Und ich denke daran, was in 'Green Mile' gesagt wird: 'Habe ich Glück oder bin ich verdammt? Ich sag dir – ich weiß es wirklich nicht.. Wird es sich lohnen? Ich vermute, ich muss warten und sehen, wie es ausgeht!'

Aber ich habe auch eine kleine gute Neuigkeit!

2005 hatte ich eine Beweisanhörung. In dieser Anhörung urteilte der Richter, dass keiner meiner vorgebrachten Sachverhalte in einem Prozess verwendet werden könnte. Wir legten Berufung beim Höchsten Gericht von Florida ein. Und in weniger als 2 Monaten nach der mündlichen Anhörung, urteilte das Gericht, dass alle meine vorgebrachten Sachverhalte zulässig wären. Sie haben eine neue Anhörung angeordnet, in der alle Punkte behandelt werden sollen. Wir haben einige sehr gute – starke Argumente. Insofern habe ich die Chance vielleicht ein neues Verfahren zu bekommen. Natürlich können sie mich auch wieder reinlegen. So nehme ich die Haltung ein, abzuwarten und zu sehen was kommt.

Ich werde meine Hoffnung nicht aufgeben. Ich werde tun, was ich immer getan habe. Ich werde meine Tag-um-Tag-Philosophie aufrechterhalten. Lebe jeden Tag einzeln. Genieße was an Gutem an diesem Tag zu mir kommt! Zur Hölle – wenn ich gewinne, kann ich es dann feiern. Wenn ich verliere, kann ich weiter das tun, was ich tue! Überleben!

Und mit der Hilfe von einigen alten Freunden. Vielleicht einige neue Freunde, Ich denke, ich werde ok sein. Aber hey, wäre das nicht super, wenn ich gewinne?

Seit ich das letzte Mal mit Euch gesprochen habe, Leute, habe ich mein erstes Buch geschrieben! Ein Science Fiction Fantasy Abenteuer. Ich habe einige aktuelle Probleme, die wir heute haben und wohl auch in der Zukunft haben werden, da reingebracht. Globale Erwärmung, die Herstellung von chemischen und biologischen Elementen, Viren, unehrliche Politiker, verkaufte Religion, Korruption und Gier. Und ein bisschen von einer Liebesgeschichte. Es ist nicht das größte Buch, das je geschrieben wurde. Aber den drei Jungs, die ich es hab lesen lassen, gefiel es. Es ist relativ schnell zu lesen. 3 ½ bis 4 Stunden. Ich bin mir nicht sicher, was ich jetzt damit machen soll! Es ist mir gesetzlich verboten, es zu veröffentlichen. Vielleicht gebe ich es einem Freund und lasse ihn es veröffentlichen. Nun wo ich erfahren habe, das ich es kann, werde ich vielleicht noch einige weitere Bücher schreiben! Mal sehen!

Ich lasse es Euch wissen, wie das mit der Anhörung weitergeht. Gut oder schlecht.

Ich habe es mit der Freundin besprochen, die den Blog gemacht hat: Ich benutzte den Namen 'Average Joe' (average = durchschnittlich, Anm.d.Ü.), weil ich Euch verdeutlichen wollte: Nicht diese eine Person – sondern jeder durchschnittliche Joe hier. Wir stimmen darin überein, dass das erfolgreich war, so dass ich Euch jetzt meinen wirklichen Namen geben kann.

Trotzdem werde ich weiter ein “Average Joe” im Todestrakt sein.. Bis auf weiteres möchte ich Euch einfach ein gutes Leben wünschen. Lebt es Tag für Tag. Genießt , was Gutes kommt an jedem einzelnen Tag. Ertragt das Schlechte. Und wenn Euch jemand geholfen hat oder hilft, gebt es eines Tages zurück. Es ist eine gute Sache.

Mit freundlichen Grüßen
Average Joe

Übersetzung: Matthias Wippich

Orange County Jail

Average Joe über die 1000. Hinrichtung und seine Eindrücke im Bezirksgefängnis, wo er vorübergehend während einer Gerichtsanhörung untergebracht war.

Orange County Jail (engl.)

Hey Guys,

here I sit - not on death row for the time being, rather at the Orange Country Jail. Back for a court hearing. One to hopefully get my sentence thrown out and maybe win freedom.

I say maybe, because you never know with the courts or the political climate. But, still I have the chance. Which is surprising after 29 years, or amazing. To be seen though !

The jail is a fish bowl type of jail. Round, plexi glass across the front and back of each cell. You can see all the way across the floor. Every cell. So suffice to say - there is no privacy. Add to that cameras everywhere. Yet, now that I´ve been here for a month, I ignore them - go with my life each day. Unlike at UCI.

I have an incredible view. I´m on the 5th floor - overlooking the parking lot and roads - where visitors come and go ! Busy every day. And when it rains or storms I can watch the rain comming from a mile away. Clouds nearby. Lightening - right in front of my eyes. Birds gliding and landing on the roof in front of me. Life going on. Makes me want to be a part of it ! I´m smiling as I say that. Its so close ! Freedom just outside my window. Grrrrrowllll !

I´m in an 8 man pod. Locked in my cell all day - except for the use of phone or shower. And no one to talk to ! Rest of the pod is inhabited by mental patients. Oh I´ve tried a couple of times while out for the phone. One guy asks, don´t I know you ? I ask where from ? He says, last week at the Miami Dolphins football game. Row 10 ! I looked - felt odd for a second. Cause it was so rediculous. But the guy had this hopeful look on his face. Almost as if - if I remember these things I am ok. Right. I thought for a second and smiled. Said yeah. Hell of a game wasn´t it. He smiled so big. Seemed relieved or grateful. Saying yeah - yeah - sure was.

The second one called me a queer for 2 weeks each time I was out of my cell. He called everyone that. Finally I talked to him and he changed. Even apologized for calling me a queer ect. He was just angry ! He was arrested for a crap charge. Trespassing at a train or bus station. He had a ticket ect. So as of today he´s been locked up for 26 days. Turned out to a pretty cool guy. They have him taking Lithium and Haldol. Psychotrophics.
He´ll be free soon. I gave him my website address.

So, Brian, if you`re reading this...Hey, hope you`re eating pizza and enjoying life again !

But I see others in pods across the way. One naked 24-7- dances and plays with himself. Others just sleep. A couple are angry, beat and bang. It´s sad really. But, what can be done ? They actually treat them fairly decent - for a jail. Most will cycle over to the mental hospital. Some back on the street. No where to go. They will recycle through jails and shelters - maybe end up at the mental ward - or worse. It´s so much different than death row. Yet still prison. Court, cat and mouse. We present one side. The state tries to make it seem harmless. Even though they know it´s not. But, my case - jail - is not why I choose to write at this time. That´s just an update on my life at present.

No, the real reason is I heard on my walkman radio this morning that North Carolina would or maybe executing the 1,000th person on Dec. 2nd. since the death penalty was reinstated in 1976. It wasn´t significant as a man would be executed. The only significance was that he would be No. 1,000.

I thought - a thousand - really ? I keep up pretty well with death penalty related issues. But if someone had asked me how many had been executed since 1976, I would not have known. Nor would I have guessed so many. You just do not hear about executions anymore - unless its some serial killer or someone that had really good issues and still was put to death.

And it takes me back to when I was 22 years old. When I did my only newspaper interview. The debate then was which would be better: the electric chair or lethal injection.

The reporter asked me that question. I said it doesn´t matter how you are killed - the method - dead is dead. You will not wake up later and say - wow that electric chair hurt, wish it had been lethal injection. I added lethal injection would only make it easier to accept the death penalty as more humane. And make it easier on those who hand out and administer it. And that it would become acceptable - that executions would become mundane. Not news worthy. And look where we are now. 1,000 deaths - and you do not even hear about them on the news. So many - its just not news worthy.

Oh, when the article came out all it said for what I said was - Hitchcock said it didn´t matter or he didn´t care which. The rest was just tossed out. And no, I was not that smart at 22 - nor prophetic. I had just discussed it with many others before hand. And what I said was what I spoke with thoughtout and had been agreed on.

But, it was true ! And the fact that the 1,000th death was a surprise to me. Reminded me I must be more aware also. Not allow things to become so mundane that I forget to notice too !

Did that number surprise any of you also ? You have done a lot of good, guys ! You have made a difference. It could have been the 5,000th if not for your voices raised in opposition. Oh believe me, if it were not for you guys out there who oppose and fight for a better system, it would be. They would be executing 2 or 3 every day ! So take heart in the fact that a thousand in 30 years is alot but, it could be so many more ! And those who have been freed would not have been !

So what now ? Well simple. We fight till that number - or the number that are executed - becomes smaller and smaller. Till there are none !! Till one morning those who are for executions and make them happen hear on the radio or T.V. that the number of executions is down to zero ! And it catches them by surprise. Or there´s just not enough people who are for the death penalty for there to be one !

Anyway, just an update for now. And to share an eye opener ! Speaking of which, for those who do not receive it yet, email for the newsletter 'Legal in USA'. They update a list of all the upcoming executions and - show the recent court rulings - and news bits from each state!
Email: Legalinusa1@aol.com

You guys take care of yourselves and each other ! I´ll tell you how this court thing goes - when I know !

Till later as ever
Average Joe

Weitere Texte von Average Joe finden Sie hier.

George McFarland über die Haftbedingungen im Todestrakt von Texas

George McFarland, seit September 1992 Todestrakt von Texas, berichtet in seinem offenen Brief von den grausamen und unmenschlichen Haftbedingungen in der Polunsky Unit, von der unerträglichen Anspannung und der Verzweiflung der Häftlinge.

 

 

 

Offener Brief von George McFarland

March 2002

Dear Abolitionists, Family, Friends, & Fellow Comrades,

First of all, God bless all of you. Truly my heart cries out to you all, for your love, time & efforts in all that you're doing to help bring about a change in our living conditions here on the Allen B. Polunsky Unit, as well as to all your efforts for the number one goal of bringing an end to the Death Penalty in Texas prayerfully America.

For all reading this, my name is George Edward McFarland sr.. I've been on Death Row just about ten years. In this time I've seen a lot of men executed, a lot, many of which I knew. And yes, now even a couple of women, which is really hard to swallow, but never the less true. And of course you are all aware this list continues to grow, and there is much talk that Texas is out to break their own record, as though they are playing some sort of state to state game.

In the last few years, a number of things have taken place that eventually led to us being up-rooted from the Ellis One Unit in Huntsville Texas, to be replanted into the Allen B. Polunsky Unit, formerly known as the Charles T. Terrell Unit, when asked to have his name removed for he wished not to have his name associated with the Death Penalty, which says a lot in itself!!

I'm not writing these lines to go into all the different things the system has taken from Death Row prisoners to further oppress us for one reason or another, for most of you are fully aware of its long list, nor is there any need to go into the long list of broken promises made by the Prison Board Administration since our up-rooting from the Ellis One Unit. Many of you are witnesses yourselves to these broken promises and its only fruit were more promises that has yet to be kept, and the more days turn into weeks, and weeks into months, the worse it seems to get inside of here where your eyes may never see. And if so, never to witness the hidden horrifying conditions.

We are also aware of the most recent protest staged every Wednesday of March 2002 by the members, family & friends from the Texas Death Penalty Abolition Movement, out front of the Polunsky Unit to make more known, and hopefully bring an end to these inhumane conditions. You all know who you all are, as we do, so please know, and yes I move to speak for all, to say we truly thank you.

I wish for all to know as I write these lines, plans are also being made to urge an upcoming non-violent protest by the majority of the Death Row prisoners to more or less aid you, our family of supporters in aiding us to have a chance to some sort of life here at the Polunsky Unit, of which we have not had since our replanting here.

I ask that you bare with me as I look for the words to make a long story short, which is difficult for this nightmare is never ending. Executing only days ago, Monty Delk & Gerald Tigner. May they rest in peace. Moments earlier, guards suit up in riot gear to gas and run in someone of F-Pod. Never ending nightmare is an understatement.

Since coming here, outside of being handcuffed everywhere we are taken, all human physical contact has been stopped. Personally, I'm a people person and need to physically interact with other people, and I don't mean by being gassed or run in on by five men in riot gear, or shackled down and led off to be executed, which seems to be the only sort of contact given to us since we've come here.

Beyond doubt, we need change around here fast, for as it is now many spirits are being broken, and the hope that once kept many dreaming, seems now to be only a word lost in conversation.

The tension is so thick from all around, it keeps your whole being on guard every second, especially after being cuffed and asked to back out your cell going here or there.

Men are so worried and desperate their hair is falling out and / or turning grey. The look in their eyes is crying out for help.I know this to be true, for it's happening to me also.

Everyone seems to stay on edge, from the man in the cell next to you who screams all night or the guy who bangs for the guard about his medication or what have you, to the faint sounds of crying from a young prisoner missing his family, not to mention the painful scream of a prisoner being gassed and jumped by five men in riot gear having his arm twisted so far up his back to be cuffed, it feels dislocated.

And yes, those who have lost so much weight due to the extremely small portions of food served to those on level 2 and 3.

Such treatment only pushes one towards desperation and hatred be he white, black, hispanic, blue or green, he's human and should be treated as such. Punishment has been handed down by the people of the court, leaving no need for the system to also punish us at will, when we've done nothing. We should be afforded all or at least most of what we had on Ellis One Unit.

It would not hinder security to have four men rolled out their cell for two or three hours of recreation together in a locked day room, or to be able to go to the shower, then return to your cell without being handcuffed.

Even a small 9 inch or 12 inch black/white T.V. would not hinder security. Small Death Row prisoner clean-up crews, food servers, necessity workers would not hinder security, all of which many of us have done for years & years before coming here.

However, if no-one says anything or do nothing, that's all we will ever gain.

I've heard of the upcoming protest and I shall be a part of it from May 1st 2002 to July 1st 2002.

No recreation or shower. I'll exercise in my cell and wash up in my cell.

When I go to the store, all I will purchase is stamps, writing material and hygenical things. This hurts no-one and breaks no rules at all.

My reason for this: First and most important is it may help to bring about the changes needed for Death Row prisoners at the Polunsky Unit and also to show my many thanks to all of you beautiful and kind people from the many Texas and around America Abolition Groups, European Abolition Groups and Amnesty International from Germany, England, Switzerland, Denmark and many other countries.

We thank you for all your support as we stage this protest along with all of what you all are doing.

I've also decided for myself on all the days of serious dates for the men and women, I won't eat, shower or recreate out of respect for that person and their family, friends and loved ones. I will fast and pray, and be with them in the spirit, praying also someone will do the same for me should fate take me down that road.

I'll close now, once again giving my many thanks to you all.

As I pray this never ending nightmare finally finds an end.

Sincerely & respectfully,

George Edward McFarland Sr. #999046
Polunsky Unit
3872 F.M. 350 South
Livingston, Tx. 77351

P.S. 'Our lives begin to end the day we become silent about the things that matter' - Dr.Martin Luther King Jr.

Richard Rossi: Too old to kill

Essay von Richard Rossi über alte Menschen im Todestrakt und die Schwierigkeiten des Staates, damit umzugehen. Einerseits wird stets beteuert, dass das Alter keine Rolle spiele, andereseits schreckt der Staat offenbar davor zurück, sehr alte Gefangene hinzurichten, weil dann 'offenbar würde, dass die Todesstrafe eine grausame und ungewöhnliche Strafe ist.'

Richard Rossi befindet sich seit 19 Jahren im Todestrakt von Arizona. Er hat eine Vielzahl von Artikeln und ein Buch veröffentlicht. Näheres auf seiner Website.

Too old to kill (engl.)

The title of this article has two meanings. Some can believeit refers to being too old to kill another, while others, especiallythose concerned about the death penalty, can recognize the increasingdilemma facing the State and Federal governments when the time comesto execute an elderly prisoner on death row.

Many people are aware of the "graying" population inAmerica's prisons, and this extends to the death row population.Elderly convicts grow older, weaker and sickly waiting to die. Theproblems of old age are the same behind these walls as they are inthe free world. I sometimes suspect that we even age more rapidlydue to the environmental factors: being closed off from society,loss of hope, no opportunity for work or adequate exercise to keepthe mind and body sound. Add to that the psychological stress ofspending years anticipating the day you will be hauled out of yourcell and deliberately killed, and you age beyond your chronological years.

It is no wonder that more and more elderly death rowprisoners suffer from dementia and Alzheimer's disease. As acivilized society, one could imagine we'd refrain from executing suchold and sick prisoners, but that is not the case. Recently, abedridden 74 year old man who suffered from dementia, named J. B.Hubbard, was executed in Alabama. However, since executions do notseem to be newsworthy these days, this sad and deliberate murder ofan old and mentally deficient person went virtually unnoticed.Statistics tell us that at the age of 55, a prisoner isconsidered to be beyond his crime-prone years. In good or poorhealth, it appears that most people don't seem to care that anelderly convict would pose practically no threat to society if theyhad a chance at freedom. However, what seems to concern politiciansand prosecutors is that as more and more elderly prisoners areexecuted, the public may start to show some scorn. Here in Arizona,a 74 year old prisoner on death row succumbed to Alzheimer's whileawaiting execution. Kent Cattone, who is the chief counsel inArizona's Capital Litigation section has acknowledged that this deathrow prisoner's death sentence has been stayed indefinitely. Thereason, of course, is that the person being executed must understandand be conscious of why he is being executed.

This leads me to the topic of Viva LeRoy Nash. He was on theRow when I arrived 22 years ago. He was 68 then, well past theaforementioned 55 year old crime prone age. On September 10, 2005,LeRoy will be 90 years old. I have lived around him for many years.When I was a law clerk in the prison library, I read a number of the pleadings he submitted to the courts. I always wondered how his case seemed to linger in the courts and lack any progress, when numerous other men who arrived here years later were already executed as their appeals were exhausted. I finally came to the realization that behind the scenes a concerted effort was secretly underway to delaythe exhaustion of this octogenarian's appeals.

Now that LeRoy is 90 years old, could you imagine what aspectacle and horror show it would be for the state of Arizona toexecute the oldest prisoner on death row in America? A man who mustbe assisted by officers to walk to the shower would have to bewheeled into the gas chamber or carried and lifted onto the lethalinjection table. The State still contends that age is not a factorwhen it comes to carrying out executions. Former deputy warden Madeleine Perkins, who used to help supervise executions here, statedduring an interview that it would be a waste to execute a 90 year old man - what is the threat to society? But the reason this case haslingered in the courts with no execution warrant being issued is now apparent. In a recent article in the L.A. Times, it was reported that a gentleman's agreement is in the air, and that the Stateforesees a day when the old man simply does not answer his morningbed check. To die quietly lets everyone off the hook.

There seems to be some hypocrisy going on here. All of thesetough on crime politicians and prosecutors stand behind this falserhetoric that the death penalty exists to protect society from themonsters of death row. Now it seems they are afraid that the publicwill be revolted to see old geezers wheeled and carried to the execution chamber to be killed in cold blood. Men older than your grandfather and totally harmless to society if they were released tomorrow. Their sand castles will crumble when the absurdity oftheir sacred death penalty is thus spotlighted and seen for what itis. Not even their gentlemen's agreements or the prayers to their Gods will provide them with shelter from the storm.

This problem can not and will not go away because we are anaging population on death row. Sooner or later the executions ofolder prisoners will reveal the cruel and unusual punishment thedeath penalty is along with the fact that it is purely senselessmurder. The only way any compassion could be shown would be toeliminate capital punishment. And that can not happen without lotsof effort by all. The death penalty is not an old man who will failto wake up one morning for his bed check and thus solve the problem.We must continue the fight and not be lulled into believing that the death penalty is 'too old to kill.'

© Richard Rossi 50337
P.O. Box 3400
Florence, AZ 85232
Death Row
August 8, 2005

Roy Pippin: Hungerstreik und unmenschliche Haftbedingungen

Der Lockdown nach der Hinrichtung von Emmerson Rudd im November 2001 und der 35 Tage dauernde Hungesrtreik von Roy Pippin gegen die Haftbedingungen in der Polunsky Unit.

Da sich die Haftbedingungen in der Polunsky Unit seither nicht wesentlich verändert haben, hat der Text immer noch Aktualität.

Unmenschliche Haftbedingungen in der Polunsky Unit

In Roy Pippin's Briefen an Nancy Bailey, Anti-Todesstrafen-Aktivistin aus Houston, beschreibt er den Todestrakt als eine brutale Welt, in der verzweifelte Gefangene gegen eine unnachgiebige Gefängnisverwaltung ankämpfen. Die grauenhaften Haftbedingungen treiben die Gefangenen langsam in den Wahnsinn. Roy, dessen Schuld umstritten ist, beendete am 31. Dezember 2001 einen 35-tägigen Hungerstreik, mit dem er versuchte, gegen die Haftbedingungen zu protestieren.

Die Gefangenen leiden unter Schlafmangel. Trotz Isolation sind sie im Todestrakt ständigen Geräuschen ausgesetzt und nachts leuchten ihnen die Wärter jede Stunde mit einer Taschenlampe ins Gesicht - angeblich aus Sicherheitsgründen. Frühstück bekommen sie um 3.00 Uhr morgens. Das Essen ist oft verdorben oder ranzig, sie haben keine Fernseher oder Gottesdienste, keine medizinische Versorgung und dürfen nur soviele persönliche Dinge besitzen, wie sie in 2 Einkaufstaschen unterbringen können.

Beim geringsten Anlaß setzen die Wärter Pfefferspray ein, das sich wegen des Ventilationssystems jedesmal über den ganzen Zellblock verteilt. Pfefferspray - von den Gefangenen als Gas bezeichnet - wird aus Cayennepfeffer hergestellt. Wird es ins Gesicht gesprüht, verursacht es vorübergehende Erblindung und Atemnot, die bis zu einer Stunde andauern kann. Die einzige Protestmöglichkeit der Inhaftierten besteht darin, ihre Toiletten zu verstopfen. Der Zellblock ist häufig mit Fäkalien überflutet.

In seinen Briefen schildert Pippin auch einen Zeitraum von 15 Tagen, in denen die Gefangenen unter vollkommenem Verschluß gehalten wurden. Sie erhielten keine warmen Mahlzeiten, durften ihre Zellen überhaupt nicht verlassen oder duschen, oft erhielten sie noch nicht einmal saubere Kleidung oder Handtücher. Dieser "lockdown" wurde angeordnet, nachdem Emerson Rudd am 15. November letzten Jahres mit Gewalt und Pfefferspray zur Hinrichtung gebracht wurde. "Lockdowns" finden ständig in regelmäßigen Abständen statt. In Roy's und andere Zellen fließt häufig Regen oder Wasser aus der Toilette. Einzelne Gefangene werden mehrmals täglich schikaniert, einer wurde zweimal in 3 Stunden mit Pfefferspray eingesprüht.

Ein Gefangener, Eddie Rowton, verstarb Juli 2000 an einem Herzanfall, nachdem er die Wärter 2 Tage lang um medizinische Behandlung angefleht hatte.

Die Auszüge aus den Briefen Pippin's (engl.) finden Sie hier.

Roy Pippin wurde am 29.3.2007 hingerichtet.

Robert 'Bobby' West: Hinrichtungstagebuch

Am 3. Februar 1983 in zum Tode verurteilt, verbrachte Bobby West mehr als 14 Jahre im Todestrakt des Staates Texas. Er wurde am 29. Juli 1997 hingerichtet.

In zahlreichen Veröffentlichungen hat Bobby über die Todesstrafe und die Situation im Todestrakt geschrieben und sich für seine Mitgefangenen eingesetzt. In einem Tagebuch hielt er seine Erlebnisse der letzten 31 Tage seines Lebens bis wenige Minuten vor der Hinrichtung fest, in dem er in aller Offenheit seine Gefühle, seine Anspannung und auch seine Angst zum Ausdruck bringt.

Den Text dieses Tagebuchs finden Sie hier.

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