USA: 8. Hinrichtung auf Bundesebene geplant

Die Regierung Donald Trumps ließ dieses Jahr bereits zweimal so viele Bundesgefangene hinrichten wie alle vorherigen Regierungen seit 1963 zusammen. Am 19. November soll mit Orlando Hall der nächste Bundesgefangene hingerichtet werden.

Der 49-jährige Hall war ein Marihuana-Dealer aus Arkansas, der 1994 mit weiteren Komplizen die 16-jährige Schwester zweier texanischer Drogendealer gekidnappt, vergewaltigt und ermordet haben soll. Den Gerichtsakten zufolge hatten die beiden Texaner Hall zuvor Geld gestohlen.

Orlando Hall ist der zweite schwarze Bundesgefangene, der trotz landesweiter Proteste gegen die rassistischen Ungleichheiten im Justizsystem hingerichtet werden soll. 46 Prozent der insgesamt 56 zum Tode verurteilten Bundesgefangenen sind schwarz, obwohl die schwarze Bevölkerung lediglich 13 Prozent der gesamtamerikanischen Bevölkerung ausmacht.

Das Todesurteil von Hall wurde von einer komplett weißen Jury gefällt. Nach Aussage von Halls Anwalt habe die Jury nichts über seinen Hintergrund und potentiell mildernde Umstände erfahren.

Halls Hinrichtung wäre bereits die achte, die dieses Jahr nach einem 17-jährigen Hiatus auf Bundesebene durchgeführt werden würde. Allein im letzten Monat wurden mit William LeCroy und Christopher Vialva zwei Bundesgefangene hingerichtet.

Quelle und weitere Informationen: U.S. plans to carry out eigtht federal execution this year in November“, Death Penalty News vom 1. Oktober 2020.