Iran: Hinrichtung von schwedischem Mediziner zunächst gestoppt

Die Hinrichtung des im Iran wegen Spionage zum Tode verurteilten Ahmad-Reza Jalali wurde nach Aussagen seiner Anwältin aus noch unbekannten Gründen für ein paar Tage verschoben.

Der Anwältin zufolge könnte der Grund für die Verschiebung in der doppelten Staatsbürgerschaft liegen: Ahmad-Reza Jalali besitzt sowohl die schwedische als auch iranische Staatsangehörigkeit. Aus diesem Grund würden aktuell noch diplomatische Gespräche laufen.

Jalali ist aufgrund angeblicher Spionage für die USA und Israel seit 2016 im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert. Die Anschuldigungen wies der Angeklagte laut der iranischen Nachrichtenagentur Irna stets zurück.

Im Iran wird eine doppelte Staatsangehörigkeit per Gesetz nicht anerkannt. Vielmehr entscheidet die Nationalität des Vaters: Ist dieser Iraner, werden inhaftierte Doppelstaatler juristisch als Iraner behandelt. Konsularischer Beistand des anderen Landes kann ihnen verweigert werden.

Der Iran zählt weltweit zu den fünf Ländern, die am meisten Todesurteile aussprechen und vollstrecken. Weitere Informationen hierzu finden Sie in dem Kurzbericht “Die Todesstrafe im Iran” auf unserer Website.

Quelle und weitere Informationen zur heutigen Nachricht:
Hinrichtung von schwedischem Mediziner im Iran gestoppt“, Kleine Zeitung vom 3. Dezember 2020

Petition von Amnesty International:
Drohende Hinrichtung von Dr. Ahmadreza Djalali