Initiative gegen die Todesstrafe e.V. feiert deutsche Teilnehmerinnen an Kunstwettbewerb

Zum fünften Mal fand im Schuljahr 2020/21 der internationale Kunstwettbewerb „Draw Me Abolition“ für junge Menschen von 14 bis 20 Jahren statt. Der Veranstalter ist die französische Organisation Ensemble Contre la Peine de Mort (ECPM) – die in Deutschland beheimatete Initiative gegen die Todesstrafe e.V. war einer der weltweiten Partner.

Die Aufgabe für die Teilnehmer bestand in der Erstellung eines Posters, das die Abschaffung der Todesstrafe zum Thema haben sollte. Ein wesentliches Ziel des Wettbewerbs liegt allerdings in der Auseinandersetzung der Jugendlichen mit der Thematik der Todesstrafe, die dem künstlerischen Schaffen zwangsläufig vorauszugehen hatte.

Der diesjährige Wettbewerb

Über 400 Wettbewerbsbeiträge aus 13 verschiedenen Ländern wurden eingereicht, vier davon kamen aus Deutschland. 50 Poster aus allen Einsendungen wurden in eine engere Auswahl aufgenommen, aus denen wiederum eine Fach-Jury und ein Publikums-Voting ihre jeweiligen drei Favoriten auswählten.

Während beim vorherigen Wettbewerb nur ein einziges Poster aus Deutschland kam – das dafür aber den ersten Publikumspreis erringen konnte -, gelangte von den diesjährigen vier Kunstwerken nur eines in die Auswahl der 50.

Die Initiative gegen die Todesstrafe e.V. ist jedoch davon überzeugt: „Die vier Beiträge aus Deutschland hätten es dieses Jahr alle verdient gehabt, in die Auswahl der 50 zu kommen und vielleicht sogar unter die Preisträger gewählt zu werden.“ Das künstlerische Niveau der Werke ist allerdings insgesamt hoch, sodass der Erfolg selbst sehr guter Poster nicht garantiert ist.

Würdigung der Leistungen

In einer virtuellen Feierstunde per Videokonferenz hat die Initiative gegen die Todesstrafe e.V., vertreten durch die Pressesprecherin Sina Vogt und die Vorsitzende Gabi Uhl, in Anwesenheit aller Teilnehmerinnen und einer betreuenden Lehrkraft sowie eines interessierten Elternteils die vier Werke und ihre Künstlerinnen gewürdigt.

Die Künstlerinnen und ihre Werke

Das Poster von Joceline S. und Vanessa T. vom St. Josef Gymnasium in Dingelstädt (Thüringen) entstand mit weiterer Unterstützung von Tora Z. und Jenny S. – die Oberstufenschülerinnen schreiben gemeinsam an ihrer Seminarfacharbeit über die Todesstrafe, für die sie Gabi Uhl als Außenbetreuerin gewinnen konnten und die ihrerseits die Gruppe für den Wettbewerb begeisterte. Für ihre Seminarfacharbeit hatten die Schülerinnen über das Projekt „Connect Death Row“ bereits Briefkontakt aufgenommen zu dem Häftling „Polo“ in Texas, dessen Zitat sie zu ihrem eindrucksvollen Werk inspirierte.

Joceline S. und Vanessa T.
Paula K.

Paula K. nahm für die Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim im Rheingau (Hessen) an dem Wettbewerb teil. Das Oberstufengymnasium mit mathematisch-naturwissenschaftlichem und politisch-wirtschaftlichem Schwerpunkt wendet sich an besonders begabte, leistungsstarke und sozial engagierte Schülerinnen und Schüler. Paula richtet in ihrem Poster den Fokus darauf, dass die Todesstrafe kein Spiel ist, und setzt das Gaming-Motiv in diesem Zusammenhang gelungen und detailreich um. Betreut wurde Paula bei ihrer Arbeit durch Kunstlehrerin Ruth Sedo, die bereits beim vorherigen Wettbewerb – wie oben erwähnt – mit zwei ihrer Schülerinnen erfolgreich teilnahm.

Kimberley Bald, Kunstlehrerin an der Lessing-Schule in Bochum (NRW), war in diesem Jahr die andere betreuende Lehrkraft und wurde durch die E-Mail-Werbung der Initiative gegen die Todesstrafe e.V. auf den Wettbewerb aufmerksam. Zwei Schülerinnen des 10. Jahrgangs des Gymnasiums konnte sie für die Teilnahme an dem Wettbewerb überzeugen.

Lisa E.
Anne H.

Lisa E. und Anne H. reichten jeweils ein eigenes Poster ein. Beiden gemeinsam ist das Motiv der Schlingen in Form eines Säulendiagramms für die Hinrichtungszahlen der betreffenden Länder, das beide Schülerinnen in der gemeinsamen Vorbereitung stark beeindruckt hat. Lisa wählte für ihr Poster bewusst den auffällig rosafarbenen Hintergrund, um darauf aufmerksam zu machen, dass auch Frauen von der Todesstrafe betroffen sind – ein Gedanke, der sehr gut zum Welttag gegen die Todesstrafe am 10. Oktober passt, der den Blick dieses Jahr auf zum Tode verurteilte Frauen legen wird. Das Poster von Anne H. hat es in die Auswahl der 50 geschafft – auch Anne traf eine bewusste Farbwahl und kann zusammen mit dem Motiv das Bedrückende der Thematik und die Sinnlosigkeit der Todesstrafe sehr gut transportieren.

Die virtuelle Feierstunde gab allen Anwesenden Gelegenheit, etwas über die Werke der anderen Künstlerinnen zu erfahren und einander ein wenig kennenzulernen. Die Initiative gegen die Todesstrafe e.V. nahm die Gelegenheit wahr, den Schülerinnen mit einem Buchgeschenk und einem Geschenkgutschein zu danken und so ihre Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen.

Zukünftige Ausstellungen und Wettbewerbe

Weiterhin kündigte die Initiative gegen die Todesstrafe e.V. an, dass sie die Künstlerinnen und ihre Betreuerinnen über mögliche Ausstellungen der Wettbewerbsbeiträge informieren wird – wie bereits in der Vergangenheit vier Ausstellungen in Wiesbaden von vorherigen Ausgaben des Jugendkunstwettbewerbs gezeigt wurden, wird es sicherlich auch für den aktuellen wieder Möglichkeiten der Präsentation geben – und Vereinsvorsitzende Gabi Uhl sichert zu, dass auf jeden Fall alle vier Poster aus Deutschland gezeigt werden, ob sie nun in der Auswahl der 50 waren oder nicht.

Ansonsten ist „nach dem Wettbewerb“ natürlich auch wieder „vor dem Wettbewerb“ – eine weitere Auflage ist durch den französischen Veranstalter bereits geplant. Die Initiative gegen die Todesstrafe e.V. wird dann erneut die Werbetrommel rühren und Hunderte von Schulen anschreiben und hofft auf eine zahlenmäßig größere Beteiligung – hinsichtlich der Qualität der aktuellen Poster zeigt man sich allerdings seitens des Vereins nach der rundum gelungenen virtuellen Feierstunde in sehr angenehmer Atmosphäre hochzufrieden.

Gabi Uhl
Initiative gegen die Todesstrafe e.V.

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