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26.03.2004 | Desmond Tutu besucht Todeskandidaten in Texas

Livingston/USA (AP) Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu hat einen Besuch in den Todeszellen von Texas mit scharfer Kritik am Justizsystem der USA verbunden

Die Todesstrafe sei «eine Absurdität, welche die Gesellschaft brutalisiert», sagte der südafrikanische Erzbischof. Tutu verbrachte am Mittwoch zwei Stunden mit Dominique Green, der im Gefängnis von Livingston auf einen Termin für seine Hinrichtung wartet - oder auf einen positiven Bescheid für seinen Antrag auf Begnadigung. «Es wäre eine der grössten Tragödien, wenn jemand wie Dominique hingerichtet würde», sagte Tutu. Die Begegnung mit dem 31-Jährigen habe ihn sehr bereichert.

Green wurde für schuldig befunden, für den Raubmord an dem 41-Jährigen Andrew Lastrapes verantwortlich zu sein. Dieser wurde vor zwölf Jahren erschossen, als er in Houston seinen Lastwagen einparkte. Der Prozess gegen Green war nach Ansicht von Kritikern von rassistischen Motiven beeinflusst; als Schwarzer wurde Green von einer ausschliesslich weissen Jury verurteilt. Zu den Unterstützern Greens gehört auch der Historiker und Autor Thomas Cahill. Green ist einer von 450 Männern, denen in texanischen Gefängnissen die Hinrichtung bevorsteht.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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