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29.06.2004 | Iran: Iranische Justiz schließt Todesstrafe gegen Reformer Aghajari aus

Vorwurf der Beleidigung 'religiöser Heiligkeiten'

Teheran (APA) - Die iranische Justiz hat alle Vorwürfe gegen den Reformer Hashem Aghajari (Aghadschari) fallen gelassen, die zu einer Todesstrafe führen könnten. Die Anklagen wegen Beleidigung des Propheten Mohammed und des Ablehnens religiöser Prinzipien würden nicht weiter verfolgt, teilte Aghajaris Anwalt Saleh Nikbacht am Montag in Teheran mit. Vielmehr werde dem Universitätsprofessor nun vorgeworfen, "religiöse Heiligkeiten beleidigt" zu haben, was zu einer maximalen Haftstrafe von fünf Jahren führen könne.

Aghahari war im November 2002 zum Tode verurteilt worden, weil er für eine 'religiöse Erneuerung' des Schiitentums plädiert hatte. Dem Urteil waren tagelange Studentenproteste gefolgt. Im Mai dieses Jahres hatte dasselbe Gericht das Urteil in einer Berufungsverhandlung bestätigt; das Oberste Gericht hob das Urteil jedoch Anfang des Monats auf und verfügte einen zweiten Berufungsprozess vor einem Teheraner Gericht. Dieser soll am 3. Juli beginnen. Aghajari genießt die Unterstützung prominenter Reformpolitiker. Der Wissenschaftler sitzt seit dem 8. August 2002 im Gefängnis.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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