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20.09.2004 | Leben im Todestrakt

Website für Ron R. Howard Es ist kurz nach drei am Mittwochmorgen. Ron wird geweckt. Es gibt Frühstück. Er muss sich möglichst weit entfernt von der Tür aufstellen; erst dann wird ihm ein Tablett in die Zelle geschoben. Im texanischen Todestrakt ist Nacht nicht Nacht und Tag nicht Tag. Die death row hat ihren eigenen Rhythmus. Ron hat sich daran gewöhnt. Ron R. Howard ist seit elf Jahren im Todestrakt. Im Herbst 1994 haben wir uns kennen gelernt. Amnesty International vermittelte damals Brieffreundschaften zu Menschen, die zum Tod verurteilt waren. Mit Ron leben derzeit 451 Männer im Todestrakt, der Polunsky Unit. Damit alle bis zum Morgen ihr Frühstück haben, müsse man so früh anfangen. Das ist die Begründung der Gefängnisleitung für die ungewöhnliche Uhrzeit. Die Häftlinge wissen, dass das nicht der Grund ist. Schlafentzug ist eine Foltermethode. Und die Häftlinge sollen nicht nach dem Tempo leben, nach dem draußen gelebt wird. 'They're trying to break us', schreibt Ron, 'sie versuchen, unseren Lebenswillen zu brechen.'

Website für Ron R. Howard

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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