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13.10.2004 | USA: Supreme Court berät über Todesstrafe für Jugendliche

Heute wird der US-Supreme Court seine Beratungen im Fall Roper vs. Simmons aufnehmen.

Der damals 17 jährige Simmons wurde 1986 wegen Mordes zum Tode verurteilt. 2003 verwarf der Missouri Supreme Court das Todesurteil als Verstoß gegen den 8. Zusatzartikel der Verfassung, der 'grausame und ungewöhnliche Strafen' verbietet, und wandelte die Strafe in eine lebenslängliche Haft um.

Das Ergebnis der durch den Staat Missouri geforderten Überprüfung dieses Falles durch den US Supreme Court wird über die Zukunft der Todesstrafe bei jugendlichen Straftätern in den gesamten USA entscheiden. Es wird zu entscheiden sein, ob die Tatsache, dass die meisten US Staaten die Todesstrafe für Jugendliche abgeschafft haben, in den letzten 10 Jahren nur drei Staaten Jugendliche hingerichtet haben und die Verurteilungsrate erheblich gesunken ist, dafür spricht, dass sich ein nationaler Konsens in der Ablehnung der Todesstrafe für jugendliche Straftäter herausgebildet hat.

Es wird erwartet, dass die vier Richter David Souter, Ruth Bader Ginsburg, Stephen Breyer und John Paul Stevens sich für eine Abschaffung der Todesstrafe bei Jugendlichen einsetzten werden, während Antonin Scalia, Clarence Thomas und Chief Justice William Rehnquist aller Voraussicht nach für eine Beibehaltung sind. Entscheidend wird die Meinung der Richter Sandra Day O'Connor und Anthony Kennedy sein.

Zur Zeit befinden sich noch 73 zur Tatzeit Jugendliche in Todestrakten der USA.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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