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15.08.2005 | China: Journalisten droht die Todesstrafe

Ching Cheong Das Drama um Ching Cheong, dem Chef-Korrespondenten der Singapurer Zeitung "Straits Times", begann am 22. April. Chinesische Sicherheitsagenten verhafteten den renommierten China-Kenner in einem Hotel in der südlichen Stadt Kanton.

Der 55jährige Hongkonger wollte sich mit einem Informanten treffen, der ihm Aufzeichnungen politisch hochsensibler Gespräche zwischen dem kürzlich verstorbenen Ex-Chef der Kommunistischen Partei, Zhao Ziyang, und dessen Vertrauten Zong Fengming überreichen sollte. Nach der Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 wurde Zhao entmachtet. Zong hat bereits ein Buch über Zhao geschrieben.

Bei der Übergabe des Manuskripts für das zweite, wartete die Staatssicherheit auf Ching, der auch einen Britischen Überseepaß und eine Ständige Aufenthaltsberechtigung für Singapur hat.'Ching ist in eine Falle gelockt worden', sagt dessen Frau Mary Lau. Trotz Drohungen der chinesischen Staatssicherheit wandte sich die Pressefotografin an die Hongkonger Behörden. Sie schrieb ein Hilfsersuchen an den Hongkonger Regierungschef Donald Tsang, der das Schreiben an den Staatsrat in Peking weiterleitete. Auch Kritik der USA und ein Aufschrei internationaler Bürgerrechtsorganisationen haben die Behörden aber nicht davon abgehalten, jetzt Anklage gegen Ching zu erheben: Spionage für Taiwan. Angeblich habe er gestanden, für Millionen Hongkong-Dollar Geheimdokumente im Auftrag des taiwanischen Geheimdienstes eingekauft zu haben. Wenn Ching deshalb verurteilt würde, drohte ihm die Todesstrafe. Bereits viele chinesische Journalisten sind wegen des 'Verrats von Staatsgeheimnissen' verhaftet worden. Aber vor Journalisten aus Hongkong und dem Ausland schreckte der Staat bislang zurück.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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