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06.07.2005 | Deutschland: Vietnamesin soll abgeschoben werden, obwohl ihr in ihrem Heimatland die Todesstrafe droht

Seit zehn Monaten macht die aus Vietnam stammende Thuy Nonnemann vom Berliner Integrationsbeirat wöchentlich den gleichen Gang. Sie besucht Hang T. N. in der Haftanstalt. »Ich helfe ihr, weil ihr die Todesstrafe droht«, sagt Nonnemann. Hang T. N., eine Vietnamesin, die drei Kinder allein erzieht, sitzt in Haft.Das Verfahren über ihre Auslieferung nach Vietnam ist das erste, das die deutsche Justiz ernsthaft betreibt.

Obwohl es kein entsprechendes Abkommen mit Vietnam gibt, haben die Generalstaatsanwaltschaft und das Berliner Kammergericht ihre Auslieferung bereits für zulässig erklärt. Die endgültige Entscheidung wird die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) fällen. Dort liege die Akte noch nicht vor, sagt ihre Sprecherin.In Vietnam wird Hang T. N. wegen Drogenhandels gesucht, was bedeutet, dass ihr die Todesstrafe droht. Ein Landsmann, der inzwischen wegen der gleichen Vorwürfe hingerichtet wurde, hatte sie als Mittäterin belastet. Sie bestreitet die Tatvorwürfe.

Vietnam hat eines der härtesten Drogengesetze der Welt. Wer mit über 300 Gramm Heroin oder über 10 Kilogramm Opium erwischt wird, muss mit der Todesstrafe rechnen Im Jahre 2004 wurden 82 Menschen in Vietnam hingerichtet.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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