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13.12.2005 | Kommentare zur Hinrichtung von Tookie Williams

Stellungnahme von amnesty international USA

amnesty international bedauert zutiefst die Hinrichtung von Stanley 'Tookie' Williams. ai hatte bis zuletzt versucht, Kaliforniens Gouverneur Schwarzenegger zu einer Begnadigung von Williams zu bewegen.

PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Empörung über die Hinrichtung von Stanley 'Tookie' WilliamsAnlässlich der Hinrichtung von Stanley 'Tookie' Williams in den USA erklären Fritz Kuhn, Fraktionsvorsitzender, und Volker Beck, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher: Wir sind erschüttert über die Hinrichtung von Stanley Williams, der ungeachtet weltweiter Proteste und eines Gnadengesuchs beim kalifornischen Gouverneur Schwarzenegger durch eine Giftspritze getötet wurde. Williams hat in den langen Jahren seiner Haft seine gewalttätige Vergangenheit bereut und wurde zu einem Beispiel für Resozialisierung und Umkehr. Er hat durch aktive Aufklärungsarbeit und ein Engagement gerade für gefährdete Kinder und Jugendliche dazu beigetragen, andere Menschen vor einem ähnlich kriminellen Leben wie dem seinen zu bewahren. Seine Vergangenheit machte ihn glaubwürdig im Kampf gegen Bandenkriminalität und für bessere Bildungschancen, die er als beste Prävention gegen eine kriminelle Laufbahn propagierte. Die Tötung von Williams ist unmenschlich und offenbart die Sinnlosigkeit und Grausamkeit der Todesstrafe - hier wurde ein Mensch hingerichtet, der sein Leben im Gefängnis der Aufklärung und Unterstützung anderer gewidmet hat und damit unzählige Jugendliche positiv beeinflussen konnte. Es ist undenkbar, dass ein Häftling mehr für die Gesellschaft leisten kann! Der Staat ist verpflichtet, die Menschenrechte des einzelnen zu schützen und zu gewährleisten. Mit der Todesstrafe aber wird das wichtigste grundlegende Menschenrecht, das Recht auf Leben, verletzt. Und dieses Recht gilt für alle Menschen, ob Verbrecher oder angesehener Bürger. Wir fordern die USA zur Abschaffung der Todesstrafe auf! (c) Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN TONCAR: Hinrichtung von Stanley Williams ist ein trauriges Signal Pressemitteilung vom 13.12.2005Thema: Menschenrechte  BERLIN. Zur heutigen Hinrichtung von Stanley Williams im kalifornischen Gefängnis San Quentin erklärt der Sprecher für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der FDP-Bundestagsfraktion, Florian

TONCAR:

Der Fall von Stanley Williams zeigt wie kein zweiter die Absurdität und Grausamkeit der Todesstrafe. Williams hat in seiner Haft alles unternommen, um mit seiner Gang-Vergangenheit zu brechen. Er schrieb Bücher, um Jugendlichen vor dem Abgleiten in die Bandenkriminalität zu bewahren. Hierfür wurde er mehrere Male für den Literatur- und den Friedensnobelpreis nominiert. Es ist grotesk, dass ein Mensch wie Williams, der sich aus dem Gefängnis heraus gegen Gewalt und Kriminalität engagiert hat, von einem Staat getötet wird.

Darüber hinaus bestanden berechtigte Zweifel an der Schuld von Williams. Williams selbst hat stets bestritten, die ihm zur Last gelegten Morde begangen zu haben. Es wäre entsetzlich, wenn sich herausstellen sollte, dass der Staat Kalifornien einen Unschuldigen hingerichtet hat. Dies ist besonders bedenklich vor dem Hintergrund, dass jeder achte in den USA zum Tode Verurteilte später wieder von der Todesstrafe befreit wird, weil sich Urteile als juristisch nicht haltbar erweisen

.Die Todesstrafe macht Justizirrtümer unumkehrbar. Das kann kein Rechtsstaat wollen. Daher hofft die FDP-Bundestagsfraktion, dass sich die Diskussion in den USA über das Für und Wider der Todesstrafe hin zu einer Abschaffung entwickelt. Die rege Unterstützung in der Bevölkerung und durch Prominente in den USA für Williams’ Begnadigung gibt Grund zur Hoffnung, dass diese Position an Unterstützung gewinnt.Opfern und deren Angehörigen wird nicht damit gedient, wenn verurteilte Täter vom Staat getötet werden. Die Todesstrafe ist unsinnig und unangemessen. Liest man die Berichte über den Todeskampf von Williams während seiner Hinrichtung, wird einem die besondere Grausamkeit dieser Strafe schonungslos vor Augen geführt. Es ist ein trauriges Signal, das die USA mit jeder Hinrichtung in die Welt senden.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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