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08.11.2005 | Ohio: John Spirko erhält Aufschub

Gouverneur Bob Taft gewährt am Montag einen 60 Tage Aufschub der für den 15. November geplanten Hinrichtung.

John Spirko war 1984 wegen der zwei Jahre zuvor verübten Entführung und Ermordung der Postbeamtin Betty Jane Mottinger zum Tode verurteilt worden. Spirko bestreitet bis heute, den Mord begangen zu haben, und es gibt auch keine forensischen Beweise dafür. Die Staatsanwaltschaft hatte im Prozess ursprünglich die Ansicht vertreten, dass John Spirko zusammen mit seinem besten Freund und früheren Zellennachbarn Delaney Gibson das Verbrechen verübt hatte, da letztgenannter in der Nähe des Tatortes am Tag des Verbrechens gesehen worden sein soll.

Gegen Delaney Gibson wurde die Anklage aber später fallengelassen, da er anderen Zeugenaussagen zufolge zum Tatzeitpunkt etwa 750 Kilometer vom Tatort entfernt gesichtet wurde. Das Urteil gegen Spirko wird vielfach kritisiert z.B. von dem früheren US-Bundesrichter William Sessions, der an einer Initiative mitwirkt, Verfahrensregeln zum Schutz von Angeklagten in Todesstrafenfällen einzuführen, sowie von zwei pensionierten Bundesrichtern und einem Ex-Bundesankläger.

amnesty international hat in einer urgent action zum Protest gegen die Hinrichtung aufgerufen. Die Zeitung 'Dayton Daily News' stellt auf ihrer Website ein eindrucksvolles Video über das Todeshaus von Ohio bereit. Zu sehen ist das Gebäude, in dem die Hinrichtungen stattfinden, sowie die 'letzte Zelle', der Gang zum Hinrichtungsraum, der Hinrichtungsraum selbst, der Raum, von dem aus die Giftinjektion gesteuert wird und die Räume für die Zeugen.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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